Hunderttausende Tonnen an immer noch radioaktiv verseuchtem Wasser von Fukushima I sollen ins Meer abgelassen werden. Dagegen regt sich Widerstand.

Von Marco Maier

Weil die Wassertanks, in denen das Kühlwasser für das havarierte AKW Fuskushima geleitet wurde, voll sind, will der Betreiber Tepco das zwar von radioaktiven Substanzen wie Cäsium oder Strontium gereinigte, aber immer noch mit Tritium kontaminierte Wasser ins Meer leiten lassen. Etwas, was Umweltschützer und Fischer auf den Plan ruft.

Bislang sind in den 580 Wassertanks insgesamt rund 780.000 Tonnen kontaminiertes Wasser gespeichert. Einiges an Wasser wurde bereits in der Vergangenheit ins Meer abgelassen. Doch bislang scheiterte eine große Entleerung an den Fischern, die – zurecht – massive Einbußen befürchten. Wer will schon radioaktiv verseuchten Fisch kaufen?

Vor allem gilt Tritium als erbgutschädigend. Auch wenn die radioaktive Substanz von den AKW-Betreibern Japans immer wieder mal zusammen mit Kühlwasser ins Meer abgelassen wird, so wäre eine derartig große Menge ziemlich sicher ein Desaster für die Meeresfauna in der Region – und weitergehend auch für jene Gegenden, in denen die Meeresströmungen das radioaktive Material tragen.

22 KOMMENTARE

  1. Die Betreiber haben wohl völlig den Verstand verloren – warum rühren die sich nicht gleich die verstrahlte Brühe in ihren Frühstücks-Tee?

    Das Ansinnen zeigt wie völlig ungeeignet Unternehmer für solch die Gesellschaft betreffenden Entscheidungen sind.

    Die Unternehmen müssen von der Gesellschaft diktiert bekommen, was sie machen dürfen und was nicht. Deshalb sollten die Japaner eine Direktdemokratie einrichten und dann über Volksentscheid das weitere Vorgehen mit diesem Problem festlegen.

    • Du bist vielleicht ein naiver Witzbold – das Volk entscheiden lassen? Ich lach mir einen Ast!

      Die Masse intressiert doch so etwas gar nicht – die interessiert nur wie sich der eigene Bauch möglichst billig füllen läßt. —- Handystrahlung interessiert ja auch keine Sau mehr, schau dir die Affen auf der Straße an. Solche Idioten willst du befragen? 

      Ob die Nahrung nun verstrahlt ist oder nicht – die kürzeste Halbwertzeit hat das menschliche Erinnerungsvermögen – kennt man doch noch von Tschernobil her.

      • Etwas kernig ausgedrückt, aber im Kern richtig. Schon der Standort war ein Witz und da fragt man sich allen ernstes, ob die Verantwortlichen noch nie etwas von einem Tsunami gehört haben.Wer so fahrlässig handelt, das gilt für Politiker ebenso wie für die Betreiber, müßte aufgrund der Schäden für viele Jahre hinter Schloß und Riegel. Das kommt natürlich bei dieser Spezies nicht in Frage, da müßte man schon Lokführer sein und menschlich versagen, das reicht dann für 4 – 6 Jahre Gefängnis. Wie doch alles schön aufgeteilt ist in der Welt. Freispruch für die großen Gauner, Verurteilung bei den kleinen Missetätern und da soll noch mal einer sagen, die Gesetze kämen gleichermaßen zur Anwendung. Wer das noch glaubt scheint dieser Welt bereits entrückt zu sein und überläßt sein Schicksal selbsternannten gottähnlichen Regierungslenkern mit vermeintlich unfehlbaren Eigenschaften.

    • Dfafür kommt jetzt das japanische TTIP dank der F-EU!!

       

      Guter radiaktiver REIS und toller grüner TEE made in Fukushima—mmmhhhh so gut.

      • Mit dem Handelsabkommen JEFTA droht ein TTIP mit Japan. Geleakte Dokumente zeigen: Konzerne sollen eine Paralleljustiz erhalten. Sie können Staaten verklagen, wenn Gesetze ihre Profite schmälern. Das Vorsorgeprinzip, mit dem Hormonfleisch und Gentechnik verboten werden kann, würde ausgehebelt. JEFTA wird völlig intransparent verhandelt – entgegen aller Versprechen der EU-Kommission. 

        Und der Atommüll und die Atomnahrung kommt dann endlich nach Europa!

  2. wie kann das mit Tritium kontaminierte Wasser gereinigt werden? warscheinlich nur durch jahrhunderte lange Lagerung und das natuerliche abklingen der strahlung also mit in den Tee ruehren is nix 

    • da kann man nur noch hoffen und beten, dass sich das als ente erweist. wenn nicht, hat man nur noch die möglichkeit eine aus nicht japanischen produkten bestehende japanische küche zu geniessen. 

      • Wenn man bedenkt, was alles in der japanischen Küche aus dem Meer ist, wie Fische, Algen, Meeresfrüchte etc. kann einem mulmig werden.

        Kurz nach Fukushima sind auch in Deutschland schon radioaktive Algen im japanischen Einzelhandel entdeckt worden. Man kann auch vermuten, dass kontaminiertes Zeug gezielt exportiert wird.

        Demnächst heißt es, mit dem Geigerzähler japanisch essen gehen…

        • sich in südosteuropa befindende japanischerastaurants und restaurantketten haben so einige der produkte aus dem menu genommen und sie durch andere ersetzt.selbst der (m.W. süsswasserfisch) unagi ist unheimlich schwer zu bekommen. 

          dem aus äpfeln hergestellten pektin wird nachgesagt, dass er sowohl die radioaktivität als auch eine vielfalt von toxischen stoffen aus dem menschlichen körper entfernen kann. ich bilde mir ein, mir damit – http://www.aquapectin.com – etwas gutes zu tun.

          leider gibt es diese seite bislang nur auf bulgarisch und ich habe bislang nach nichts anderem gesucht aber wer gewillt ist, findet u.U. ein analog dazu im mitteleuropäischen raum. zumindest die gewinnung des pektin ist nicht besonders kompliziert. 

          • Pektine als lösliche Ballaststoffe haben eine relativ lange Verweildauer im menschlichen Dickdarm, es entstehen kurzkettige Fettsäuren .In Anbetracht dieses Sachverhalt erscheint mir die Methode recht fragwürdig.                   Zeolith wäre nach meinem Informationsstand die effektivere Lösung.

          • In der Eile des Morgens waren meine Anmerkungen zur Anwendung von (Apfel)Pektin etwa knapp geraten. Noch einmal, aber deutlicher: Mit Apfelpektin wird KEIN bereits im Körper angelagertes Cäsium (vor allem Cä#sium 134 und Cäsium 137) ausgeschieden, sondern lediglich die Neuaufnahme über Nahrungsmittel unterbunden.                                                                                                          Das Hauptproblem bei Cäsiuim 137 ist seine hohe Wasserlöslichkeit. Da es in Form von Salzen vorliegt, wird es leicht vom Körper aufgenommen,  es reichert sich in Körperzellen an, zerstört den Energiehaushalt der Zellen, so befallene Zellen sterben ab. Mit seiner biologischen Halbwertzeit von 110 Tagen ( was bedeutet, dass der Organismus binnen 110 Tagen die Hälfte ausscheiden kann) ist es bedeutend "langlebiger" als Jod 131 u. 133. Das Ausscheiden erfolgt über Leber bzw. Galle, wodurch es zu erneuter Resorption über den Darm kommt. Von daher auch mein Einwand gegen Apfelpektine, wenn es gilt, Cäsium dauerhaft zu entfernen.

  3.  Sollte der Japaner sich wirklich dieses gewaltige Verbrecherstück wagen, dann müssen alle Nationen zusammenstehen und dem Japs den Garaus machen. Die Natur gehört nicht diesen Schlitzaugen allein. Die sind ja noch schlimmer als die Banken – Juden.

    • Ich würde drauf wetten, dass die Eliten dieser Welt schon länger nur noch Süßwasserfische oder Salzwasser-Zuchtfische verspeisen.

      • @ ML , die Wette hast du schon halb verloren, denn deine sgn. "Salzwasser Zuchtfische" kommen aus dem Meer. Und nicht nur die!

        Schon mal was von Aquakulturen gehört. ?

  4. Es wäre nicht das erste Mal, das vom GAU kontaminierte Wasser "verklappt" wird, nur versucht TEPCO es dieses Mal auf offiziellem Weg, da die Mengen gewaltig sind und eine zusätzliche "Verstrahlung" des Meeres nicht unbemerkt bleiben würde. Die japanischen Fischer haben in den zurückliegenden Jahren größte Sorgen, ihren Fang noch auf dem Markt anbieten zu können und schauen nicht unbeteiligt zu.                                                                                                    Was die neue Methode der Reinigung radioaktiv kontaminierten Wassers angeht, so sollte nicht angenommen werden, dass Strontium oder Cäsium vollends entfernt werden kann. Die neuartigen OMC-Filter (oxidativ modifizierter Kohlenstoff = OMC) konnten unter Laborbedingungen bestenfalls gut 90% der radioaktiven Substanzen tilgen. (da wurde mit Litermengen gearbeitet). Die in der Horrorbrühe verbleibenden Reste stellen immer noch eine inakzeptable Belastung dar.                  Aber die EU-Verbraucher kümmert's kaum.

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