Deutsche Luftwaffe: F35 als möglicher Tornado- Ersatz, Eurofighter-Ersatz – zusammen mit Franzosen

Die Luftwaffe braucht neue Kampfflugzeuge. Die Zukunft der europäischen Kampfflugzeughersteller wird gerade neu definiert.

Von Viribus Unitis

Generalleutnant Helmut Schütz, kommandierender General des Luftwaffentruppenkommandos, meinte am 24. Mai im Rahmen des „close air support“-Gipfels in Washington, dass man eine Anforderung über Informationen zum F35 nach Washington gesendet habe. Man will den Tornado ab zirka 2030 ersetzen – mit was, ist noch offen. Der F35 ist aber in der Auswahl. Die Luftwaffe führt an, der Tornado sei schon in einem gewissen Alter und müsse ersetzt werden.

Nun ist Alter für ein Flugzeug nicht unbedingt das Kriterium. Auch alt kann noch gut und brauchbar sein. Vor allem wenn man bedenkt, dass ein durchaus fähiger Tornado durch eine unfähige F35 ersetzt werden sollte. Wie in einem meiner Artikel dargestellt, ist die Qualität des F35 heftig umstritten.

Die „alte“ US-Fairchild A10 ist nach wie vor ohne Konkurrenz und unersetzlich. Mit den „alten“ Su24 zeigte die russische Luftwaffe den sehr modern ausgerüsteten Islam-Terroristen in Syrien wo Gott wohnt. Wie der Tornado auch, ist die Su24 ein Variable-Sweep-Wing-Bomber, also ein Flugzeug das seine Flügel verstellen kann, um es an die jeweiligen aktuellen Flugmuster anzupassen.

Das Variable-Sweep-Wing-Konzept wurde von der NASA entwickelt und von den westlichen und auch östlichen Flugzeugentwicklern aufgegriffen. Die USA haben mittlerweile fast alle ihrer Variable-Sweep-Wing-Flugzeuge wieder außer Dienst gestellt. F111 und F14 sind verschrottet, wobei die F14 im Iran noch geflogen wird. Der B1- Bomber ist der letzte Überlebende in den USA selbst.

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Mit dem nun vorgestellten deutsch- französischen Konzept, gemeinsam ein neues Flugzeug zu entwickeln, dürfte dieser Tornado-Ersatz nichts zu tun haben. Der Tornado-Ersatz soll ab 2030 zur Verfügung stehen, das geht sich mit dem neuen deutsch-französischen Projekt zeitlich nicht.

Lesen Sie auch:  Die israelische Komponente der US-Politik gegenüber dem Iran

Beim deutsch-französischen Ministerrat am 13.7.2017 wurde die Absicht bekannt gegeben, dass Deutschland und Frankreich gemeinsam ein neues Kampfflugzeug entwickeln würden. Dieses neue Flugzeug soll europäische Muster wie Eurofighter, Frankreichs Rafale und Schwedens Gripen ersetzen.

Analysten meinen, dies sei ein Signal an die Briten, dass sie nun draußen seien, aus dem gemeinsamen Verteidigungsprogrammen. Das heißt aber nicht, dass nun dieses neue Programm notwendigerweise ohne Briten stattfindet. Man braucht in Europa die Kompetenz aller, um ein optimales Kampfflugzeug in die Luft zu schicken.

Beim Eurofighter war British Aerospace (BAE) mit dabei, ebenso Airbus und die italienische Leonardo. Nun dürften dieselben Firmen – ergänzt durch die französische Dassault-Aviation zumindest zu den Sondierungen für das neue Konsortium eingeladen werden.

Ob BAE in der endgültigen europäischen Entwicklungsgruppe mit dabei ist, oder sich an US-Partner anschließt wird die Zeit zeigen. Die Zeichen stehen aber für eine Zusammenarbeit der Briten mit den USA. "It is almost inevitable that the UK would consider a new partnership with America for the next generation of fighters," sagte Alexandra Ashbourne-Walmsley, ein Mitglied des Royal United Services Institute, einem Think-Tank in London. "The UK has accepted that it can't build another fighter on its own, both as a natural evolution from the F-35 programme and also because of economies of scale since having a small part of a U.S. project is worth more than a Franco-German programme."

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13 Kommentare

  1. Wenn Europa sein Geld aus dem Fenster werfen will, soll es ruhig den F 35 kaufen.

    Ist ja nur das Geld von Steuerzahlern, die dafür hart arbeiten mußten, ihnen dabei wenig übrig blieb und täglich zuschauen müssen, wie Politiker ihr sauer verdientes Geld im Auftrag der globalen "Elite"und ihrer Konzerne locker aus der Hüfte ausgeben.

     

  2. es mußwieder geld verbrannt werden , und die amis schrein nach nem neuen arschleckschleck von ihren untergebenen, also lecken wir und kaufen deren schrott. die mähne lang das hirn ganz klein der vorschlag kann nur leyens sein.

  3. US Kriegsgerät kaufen, was für eine fortschrittliche Idee. Vor allem weil man sich peinliche Befehlsketten spart, da wird die Maschine einfach mal deaktiviert wenn es der permanenten US Regierung nicht passt.

    Schlechter Verteidigungswert, auch ja ich Idiot, werden ja eh nur für völkerrechtswidrige Angriffskriege eingesetzt werden.

  4. Nach den jüngsten "erfolgreichen" Investmentprojekten in Deutschland (Elbphilharmonie, BER, Stuttgart 21) oder auch im Militärbereich (Eurofighter, Marinehubschrauber, A400M – einer von acht ist einsatzfähig!, usw.) und den geplant erfolgreich sein sollenden Großumstrukturierungen in FR (Wirtschaft, Finanzen, Gesellschaft, Gesamtstaat) wäre ein Innehalten bezüglich größenwahnsinniger Vorhaben dringend angeraten! Eine dringend nötige Kurskorrektur wieder hin zu einem friedlichen Miteinander der Völker wäre preiswerter, konstruktiver und zielführender hinsichtlich der Interessen der Völker. Gut, die US-Rüstungsindustrie wäre unglücklich, aber unser Geld sollte sinnvoller verwendet werden. Außerdem hat uns Madame Misserfolg da noch so ein kostenintensives Kuckucksei (neben den bereits vorhandenen)  in's Nest gelegt, das reicht für 10-15 Jahre!

  5. Durch die Kompetenz der Kanzlerette bekommt Lockheed Martin Geld und Deutschland Schrott, aber das sind wir ja so gewohnt.

    Sollen sich mal bei Suchoi umtun.

  6. Wenn man unbedingt für den "unsichtbaren" Feind oder zur Erhaltung des Feindbildes Rußland neue Kampfflugzeuge braucht, dann kann man nur noch Schizophrenie bei den "Wünsch dir was – Politikern" und Kriegs-Militärs vermuten. Aber die können planen und Geld verbrennen wie sie wollen, an die russische Militärtechnik kommen die nie ran. Es wäre natürlich sehr sparsam, man kauft einfach bei den Russen ein. Die DDR war damals viel schlauer, da gab es solide Waffentechnik aus der Sowjetunion. Die Technik war robust, zuverlässig, wartungsarm und treffsicher. Die alten MIG`s z.B. funktionieren heute noch und die AK`s (47/74) sind auch unverwüstlich. Nur wo ist der Feind ?

    1. "Die F-35 ist ein durch und durch schreckliches Flugzeug. Es ist zu nichts gut", meint der Flugzeugdesigner Pierre Sprey in einem TV-Interview. Sprey war an vielen maßgeblichen Kampfjetprojekten in den USA beteiligt und gilt als der "Vater" der F-16 und der A-10. Seiner Einschätzung nach ist ein Multi-Missions-Flugzeug für jeden Einsatzzweck im Nachteil gegenüber spezialisierten Flugzeugen. Im Luftkampf räumt er der F-35 nur geringe Chancen ein: "Flugzeuge aus den 50ern wie eine MiG-21 oder eine Mirage würden die F-35 hoffnungslos fertigmachen. Auch die Wirksamkeit der Stealth-Technologie, mit der die F-35 ausgestattet ist, zweifelt Sprey an: "Stealth ist ein Betrug. Es funktioniert nicht. Radars, die 1942 gebaut wurden, können jedes Stealth-Flugzeug entdecken, weil sie eine lange Wellenlänge verwenden. Russland baut genau diese Radars seit dem zweiten Weltkrieg gebaut und verkauft sie an jeden, der Geld hat." Auch Lockheed-Konkurrent Boeing zweifelt an der Effektivität von Stealth angesichts der in China und Russland vorhandenen Technologien."

       

      Zu der Waffentechnologie aus russischer und DDR-Produktion – Die wollte die BW unbedingt haben/behalten, nur hatte die westl.Rüstungsindustrie natürlich was dagegen, denn dann hätten sie ihren Schrott nicht verkaufen können und es hätte zudem die subventionierten Arbeitsplätze, in der westl.Rüstungsindustrie, gefährdet. Somit war es klar, das die Lobby-Politiker, unter dem Vorwand von zu hohen Kosten (was für eine Posse), die Ostblok-Waffen für viel Geld verhökerten und zudem der Westen diese Waffen (heimlich) für seine Kriege einsetzte. Auch war der Amis, nach dem Mauerfall, ganz scharf drauf, sich von der BRD die russischen/DDR-Waffentechnologie geben zu lassen.

       

       

      1. Die AK`s und Makarow aus DDR-Produktion hatten eine hervoragende Qualität, mit der die "Originalen" Fertigungen aus der SU nicht mithalten konnten. Die Hochglanzbrünierungen der Makarow`s sind heute bei Behördenwaffen nicht mehr zu finden. Und die AK`s wie z.B. die KmS-72 waren ein "Traum". Etliche Waffen wurden damals auch sinnlos vernichtet und damit symbolisch der Untergang der DDR gefeiert.

  7. Allerdings ist es gut für die Russen, wenn die Europäer den Schrott kaufen, denn sie wissen genau, daß es Schrott ist und man damit nicht in den Krieg ziehen kann!

    Alsomacht es Russland sicherer!

    Vielleicht will man gar keinen Krieg gegen Russland oder China führen, sondern nur abcashen!

    Alles schlechtes Bauerntheater, mit drittklassigen Laienschauspielern, die Waffen dienen nur noch zur Disziplinierung NWO unwilliger Regierungen!

    Und dafür reicht es!

  8. Wie kann man den Euroschrott und Dassault Rafale (welche kein Land freiwillig haben will) in einem Atemzug mit der Saab Gripen nennen? Sowas macht nur jemand, der keine Ahnung hat.

    Im Gegensatz zu den dummen Deutschen, Franzosen und Amis, machen die Schweden es den Russen nach und bauen auf (gute) bestehende Konzepte auf und entwickeln diese weiter – Evolution, statt (schrottige)Revolution. Das spart nicht nur massiv Kosten, sondern schützt einen auch vor Desastern, wie z.B. bei der F35, dem teuersten Rüstungs-Desaster aller Zeiten! Die Entwicklung der F35 hat schon mehr Geld vernichtet, wie es gekostet hätte 3 unterschiedliche Kampfflugzeuge zu entwickeln und zu bauen, für die jeweiligen Anforderungen.

    Das die dummen Deutschen jetzt wieder ihre Steuergeldern Richtung USA transferieren sollen, um die Milliarden Dollar Vernichtung und Veruntreuungen etwas zu kompensieren, verwundert einen gar nicht! Global Hawk läßt grüßen, sage ich da nur, da "durften" die Deutschen auch den Amis den Northrop Grumman Schrott abkaufen.

     

    Hier mal ein weiteres F35-Schmankerl:

    "US-Pannenjet kann nur nach Vollbremsung schießen

    Die F-35 – der neue Standardjet der US-Luftwaffe – fällt in einem neuen Pentagon-Bericht durch. Kämpfen kann der teure Vogel nur, wenn andere Jets ihn beschützen.

    Im letzten Jahr musste die F-35 im Kampftraining gegen alte Jets der US-Luftwaffe antreten. Das Urteil des Test-Piloten war  vernichtend. Weil man schon ahnte, dass die F-35 ein lahmer Vogel sei, bekam die alte F-16 Abwurftanks unter die Flügel – das hat ungefähr die Wirkung, als müsste der gegnerische Stürmer beim Fußball 20 Kilogramm schwere Hanteln tragen. Trotzdem war die brandneue F-35 kein Gegner für den Oldtimer. Schlechte Flugeigenschaften und mangelnde Leistung der Triebwerke führten dazu, dass die alte F-16 in allen Standardsituationen die neue F-35 vom Himmel holte.

    8 Seiten zerlegen die F-35

    Nun liegt der Aviation Week ein 48-seitiger Bericht des Pentagons über die Block-2B-Version der F-35 für das Marine Corps vor. Das Resümee von Michael Gilmore, dem Direktor des Pentagonprogramms für Test und Erprobung, ist vernichtend: "Die F-35B Block 2B muss die Begegnung mit Feindkräften in jedem denkbaren Szenario vermeiden und wird stets Unterstützung von anderen befreundeten Kräften benötigen."

    Abwehrfähig nur mit niedrigem Tempo

    Die meisten Probleme des Jets sind seit Jahren bekannt, konnten aber noch nicht abgestellt werden. Elf von 12 Waffensystemen versagten im Test, meist wegen Softwareproblemen. Dass die Software bei so komplexen Systemen nicht funktioniert, ist nichts Besonderes. Zum Skandal wird die Bug-Seuche, weil die F-35 bereits an die Streitkräfte ausgeliefert wird und in diesem Zustand kaum fliegen kann. Einem Gegner könnte sie sich erst recht nicht stellen.  

    Diese Bugs können im Prinzip in den nächsten Jahren in mühsamer Kleinarbeit noch behoben werden, anders sieht es mit den kontruktionsbedingten Problemen aus. Und mit diesen ist die F-35 reichlich gesegnet. Der Pilot kann in der Kanzel den Kopf nicht wenden, der Schleudersitz hat die Eigenschaft, dem Piloten das Genick zu brechen – der übrigens nicht weniger als 62 kg wiegen darf.

    Besonders tragisch und nicht mehr zu ändern sind die lahmen Flugeigenschaften und die Überhitzung der Waffenkammern. Der Aufbau von Hitze, beim Öffnen der Kammer, führt dazu, dass die F-35 in voller Geschwindigkeit weder offensive noch defensive Waffen auslösen kann.

    Um sich zu verteidigen oder um angreifen zu können, muss der Pilot zuvor je nach Flughöhe auf 1,6 bzw. 1,2-fache Schallgeschwindigkeit runterbremsen. Im Luftkampf wäre das ein selbstmörderisches Manöver, zumal die F-35 große Probleme hat, verloren gegangene Dynamik erneut wieder aufzubauen.

    F-35 erträgt nur geringe Querbeschleunigung

    Vollgetankt erträgt die F-35 nur Beschleunigungswerte von 3,8 G, den – bescheidenen –  Maximalwert von 7 G erreicht der Jet nur mit halbleeren Tanks. Das sind Werte, wie sie die F-4 Phantom – ein Jet aus den sechziger Jahren – schon erreicht hat. In der Praxis wird die F-35 einen mindesten vier Mal größeren Wendekreis benötigen als eine französische Rafale. Überhaupt konnten die Test nur unter geschönten Bedingungen durchgeführt werden. Ein Kontroll-Team musste die stets auftretenden Softwarebugs lösen beziehungsweise umgehen, bevor ein Test fortgesetzt werden konnte. Im Ernstfall sind derartige Auszeiten zum Bug-Fixen nicht möglich. … "

     

     

     

     

     

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