China wird Nordkorea nicht zusammenbrechen lassen

Auch wenn man in Peking keine Freude mit der nordkoreanischen Regierung hat, so sieht man darin noch das kleinere Übel.

Von Marco Maier

Eigentlich wäre es den Chinesen ja auch recht, wenn Nord- und Südkorea zusammenfänden, zumal man mit dem egozentrischen Führer Nordkoreas, Kim Jong Un, nicht wirklich glücklich ist. Dessen Provokationen sorgen nämlich auch dafür, dass die Amerikaner noch massiver in der Gegend präsent sind.

Aber auch, dass sich der Nordosten Chinas einer potentiellen radioaktiven Wolke gegenüber sieht, die infolge eines missglückten Atomtests entstehen könnte, spielt in den Überlegungen Pekings eine Rolle. Zudem könnte ein von den USA mitorganisierter Coup dazu führen, dass sich die beiden Länder unter deren Führung wiedervereinigen und dann plötzlich US-Truppen direkt an der östlichen chinesischen Grenze stehen.

Ein wiedervereinigtes Korea wäre nur dann mit dem Segen Pekings möglich, wenn sich dieses für neutral erklären würde und die Amerikaner abziehen müssten. Dies würde aber Washington um keinen Preis der Welt zulassen – liegt die Halbinsel strategisch doch zu günstig, um im Falle eines militärischen Konflikts mit China oder mit Russland effektiv agieren zu können.

Kim Jong Un pokert nun hoch. Er weiß, dass ihn Peking nicht so schnell fallenlassen wird. Vor allem dann nicht, wenn er über funktionierende Atomwaffen verfügt. Andererseits könnten die Chinesen selbst einen Regime-Change in Nordkorea durchführen den Amerikanern so zuvor kommen. Zwar hält man in Peking nicht viel von Interventionen im Ausland, doch hier geht es um die vitalen Interessen der Volksrepublik.

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Zudem ist die Unterstützung Pekings hinsichtlich von Sanktionen gegen Pjöngjang halbherzig. Weiß man doch, dass ein wirtschaftlicher Zusammenbruch des Landes Millionen von verhungernden Nordkoreanern nicht nur nach Südkorea aufbrechen lassen würde, sondern eben auch nach China und Russland. Und das liegt absolut nicht im Interesse Pekings.

Und so versuchen China und Russland nun zu vermitteln und eine Entspannung zu erreichen. Wie das russische Außenministerium mitteilte, schlugen beide Länder vor, dass Pjöngjang einerseits seine Tests einstellen soll, im Gegenzug die USA und Südkorea auf ihre militärischen Großmanöver verzichten. "Eine unserer gemeinsamen Prioritäten ist es, eine umfassende Lösung für die Probleme auf der koreanischen Halbinsel zu finden", sagte Russlands Präsident Wladimir Putin bei einem Treffen mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping in Moskau. Beide Länder wollten für langanhaltenden Frieden und Stabilität im Nordosten Asiens sorgen, so der russische Staatschef nach Angaben der Agentur Tass.

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17 Kommentare

  1. jaja, die amis denken nicht weit genug, die sicht der dinge aus der position des anderen viel ihnen immer schon schwer, und deswegen ziehen sie falsche schlüsse.wie oft sie das falsche tun sieht man ja was die so gewonnen haben an ihren kriegen.der einzige sieg nach 45 war doch der irak, alles andre haben sie verkackt.

  2. man kann für die chinesen nur hoffen

    daß sie klüger sind als es die russen bei der deutschen wiedervereinigung waren

    die russen waren halt immer schon etwas naiv

    jetzt haben sie ganz D gegen sich

    hätten sie auf neutralität von D bestanden wär s zumindest für die russen besser gelaufen

    gut die ami s hätten dem natürlich nie zu gestimmt

    was soll s

    egal

    bei einer koreanischen wiedervereinigung würde es wie schon in D ablaufen

    der norden mit seinen billionen dollar schweren rohstoffen würde einfach übernommen und die chinesen hätten dann eben ein " geeintes " korea gegen sich

     

  3. Verständlich, daß die Chinesen einen Pufferstaat erhalten wollen.

    Aber niemand spricht im Kontext der politischen Lage über die vielen Menschen in Nordkorea, denen ein normales Leben verweigert wird.

    Und das ist keine Propaganda, sondern Realität!

    Man kann nicht sein eigenes Unrecht mit einem anderen Unrecht relativieren. Das praktizieren die Alliierten und auch Israel seit Ende des 2. Weltkrieges!

    Nur weil Nordkorea aus überaus dubiosen Zielen heraus auf der Abschußliste der kriminellen USA stehen, darf man nicht die rosarote Brille aufsetzen und die Menschenrechtsverletzungen in Nordkorea negieren.

    Die sind niemals, egal wo verhandelbar, und es gibt nicht bessere oder schlimmere Menschenrechtsverletzungen!

    Daß die USA aus Korea hinausgeschmissen geören, ist fakt!

    Aber man denke auch an die Menschen in Nordkorea, die seit dem zweiten Weltkrieg unter einem Familiendiktat leiden, das einzigartig ist!

    Aber die Nomenklatura dort wird durch die globale Elite weiter gehalten werden, um einen möglichen und beabsichtigten Konflikt mit China, sollte es sich weiterhin der unipolaren Weltordnung gemeinsam mit Russland widersetzen, anzuzetteln und so die beiden Länder zur "Raison" zu bringen!

    Ob es gelingt, steht auf einem anderen Blatt, aber die globale Elite schreckt nicht vor einem globalen Desaster zurück, wenn sie mit dem Rücken ander Wand steht.

    Sie werden uns in ihren Untergang mitnehmen!

     

    1. "darf man nicht die rosarote Brille aufsetzen und die Menschenrechtsverletzungen in Nordkorea negieren…"

      Menschenrechtsverletzungen??? Wir reden darüber und erteilen Lektionen? Wir hier in der BRD GmbH, wo alle Art von tödlichsten Waffen hergestellt und exportiert werden?  Ja, wir verletzen nicht die Rechte des Menschen, wir eliminieren sie!

       

      1. Korrekt! Aber dort gibt es Arbeitslager und Gefängnisse mit Kinder, unvorstellbare Zustände, egal wo, man muß sie ansprechen, und sie dürfen nirgends, wirklich nirgends im Lärm politischer Auseinandersetzungen untergehen!

        Ich bin einer der schärfsten Kritiker hier, was die Verbrechen des Westens angeht, aber man darf nicht in den Reflex verfallen, nur weil Nordkorea das Ziel, wie geagt, aus imperialistischen Eigennutz der USA, geworden ist, automatisch unkritisch Partei ergreifen.

        Ich halte beide für eine Plage, die USA für die Welt insgesamt, und da kann man getrost die EU mit ihren führenden Staaten wie Frankreich und Deutschland dazu zählen, die nordkoreanische Führung sehe ich als Folterknecht für die dort lebenden Menschen!

        Den Kampf gegen den Imperialismus des Westens kann man nicht auf dem Rücken der Menschen austragen.

        Es ist stalinistisch ausgerichtet, mit einer kriminellen Nomenklatura.

        Wer sich bescheidet und seinen Mund haltet und brav weint wie vorgeschrieben, wenn ein Familienmitglied der Kims stirbt, kann dort sein Leben irgendwie fristen, aber andernfalls verwandelt sich sein Leben in eine Hölle!!!!

        Die Verbrechen des Westens sind globaler Natur, keine Frage, aber das relativiert nicht die Verbrechen, die seitens der herrschenden Familie dort gegen die Bevölkerung begangen wurden!

        Relativierung ist  der moralische Trick, um Verbrechen zu legitimieren!

        Das macht auch Amerika bei seinen unverzeihlichen und zynischen Verbrechen und Kriegen, indem es unter dem Titel der Demokratisierung ein Land nach dem anderen besetzt und ausbeutet.

        Und damit die Menschen dort enteignet!

        1. Ich glaube den Medien kein Wort mehr. Solange ich selber kein Bild von drüben machen kann, bleibe dabei; die Nordkoreaner leben kein Stück unglücklicher als wir. Warschenlich das Gegenteil ist wahr. Geldjagd, Reichtum, Konsumüberfluss, … heissen nicht gleich frohes Leben.

        2. Nochmals… Der Deutsche ist sehr geneigt seine Nase, selbstverständlich medienkonform, überall reinzustecken! Beispiele sind überflüssig. Sehne mich nach dem Tag wo er in eigenem Haus für Ordnung sorgt.

          1. Gehe mal  nach Nordkorea um selber ein Bild über Zustand dort zu erfahren, wenn du an Medien nicht glaubst.

          2. Joseph 681

            Sind es wirklich die Deutschen die Ihre Nase überall renistecken oder sind es die Politiker der BRD GmbH die mehrheitlich vom auserwähltem Volk stammen??????

            Die Interessen der Deutschen vertreten sie auf jeden Fall nicht.

             

             

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