Angst vor einem Anschlag auf das Stromnetz

Das US-amerikanische Stromnetz ist extrem anfällig für Terroranschläge. Unter Umständen könnte man auch die Netze in Europa einfach lahmlegen.

Von Marco Maier

Im Dezember 2015 kam es in der Westukraine zu einem mysteriösen Ausfall des Stromnetzes. Rund 230.000 Menschen waren damals davon betroffen. Entgegen den Annahmen der Bevölkerung selbst, dass es sich um einen harmlosen einfachen Stromausfall handelte, stellte es sich bald schon heraus, dass es ein gezielter Anschlag war.

Eine Untersuchung ergab, dass das westukrainische Stromnetz einer Cyberattacke zum Opfer fiel, indem ein Schadprogramm (Malware) in das System eingeschleust wurde. Es war übrigens auch das erste Mal, dass so ein Angriff auf das Energiesystem erfolgreich durchgezogen wurde.

Eine Computer-Sicherheitsfirma untersuchte diese Anschläge fand die Malware, die zum Herunterfahren des gesamten Elektrizitätsnetzes verwendet wurde und untersuchte diese. Dabei stellte es sich heraus, dass das Ganze eigentlich beängstigend ist. Denn: Diese Schadsoftware ist noch gefährlicher und einfacher zu nutzen, als man ursprünglich gedacht hatte.

So heißt es: Die Gefahr die von dieser Malware ausgeht ist, dass sie die Bremsen im System automatisch entriegeln kann, welche das elektrische Netz vor einer Überladung schützen. Wenn eine der "Bremsen" entriegelt ist, geht die hohe Ladung zu einem anderen Teil des Stromnetzes weiter. Wenn genügend davon an den richtigen Stellen entriegelt wurden, ist es möglich, einen Kaskadeneffekt zu erzielen, mit dem unter Umständen das gesamte Stromnetz überladen werden kann.

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Experten zufolge kann ein solcher Cyberangriff sogar dazu führen, dass es mehrere Tage braucht, bis das gesamte System wieder neu gestartet und die Stromversorgung wiederhergestellt ist. Zudem geht man davon aus, dass der Vorfall in der Ukraine nur dazu gedacht war, einen Testlauf zu starten.

Vor allem das veraltete Stromnetz der Vereinigten Staaten und Kanadas, welches im Jahr 2003 einen solchen massiven Blackout durch einen "cascading failure" im Nordosten der USA und dem östlichen Kanada mit rund 55 Millionen Betroffenen erlebte, wäre für Cyberterroristen demnach ein leichtes Ziel. In Europa sind die Stromnetze zwar miteinander verbunden, werden allerdings von unterschiedlichen Systemen bedient, was wirklich großflächige mehrtägige Blackouts zwar erschwert, jedoch nicht unmöglich macht.

Die industriellen Kontrollnetzwerke, die von den Stromkonzernen verwendet werden, sind deutlich weniger sicher als jene, die beispielsweise Banken, Versicherungen oder Einzelhandelskonzerne nutzen. Als sie vor vielen Jahren entwickelt wurden, kam noch niemand auf die Idee, dass jemand mittels Schadsoftware einen Anschlag auf die Energiesicherheit durchführen würde. Mit dem Ergebnis, dass das ganze System heute extrem anfällig ist.

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6 Kommentare

  1. Das ist in Europa absolut möglich. Ich habe mich immer gefragt, warum "Terroristen" nicht diesen Weg gehen?

    Und die Antwort darauf ist die, daß es eben keine echten Terroristen sind, sondern die terroristische "Elite", die sich eine Rechtfertigung vor der Bevölkerung basteln will, um einen faschistoiden Überwachungsstaat zu basteln und nicht ihre eigene Grundlage zerstören will.

    Denn ohne Strom, fällt alles zusammen, auch ihre Infrastruktur, die sie benötigt, um ihre Pläne auszuführen.

    Welcher Terrorist plant einen Überfall auf eine hervorragend bewachten Flughafen? Mit Ausweis und Plan usw in der Jacke? Kein echter Terrorist!

    Vielleicht haben die Terroristen bisher von der Zerstörung des Stromnetzes Abstand genommen, weil sie selbst mittellos sind, sich kein Auto leisten können und die Flucht nicht antreten können, und dann kein Zug oder keine Straßenbahn mehr verkehrt!  Und damit eine Flucht nicht möglich ist 🙂

    Es gibt Masten in Österreich, da liegen Bundesländer am Boden, wenn ein Irrer es auf sie abgesehen hat!

    Normale Leute tun so etwas nicht, weil sie niemand anderen schaden wollen, und, wie gesagt, die "Elite" tut es auch nicht, weil sie sich selbst nicht schaden will.

    Deshalb sehe ich in Amerika die Lage ähnlich, wenn es passiert, dann wurde eine Erneuerung ins Auge gefaßt und man hat zwei Fliegen auf einen Schlag erlegt.

    Jemand bekommt einen Auftrag, milliardenschwer, und die Überwachung oder der Patriot act bekommt eine Erweiterung, deren Begründung dann "auf der Hand" liegt!

  2. Grad die USA, in den Stadten gehts ja aber ausserhalb am Land, ein Schrott an Stromversorgung der da rumsteht und hängt ist unglaublich. Sie tun nichts bis alles zusammenbricht aber für Rüstung ist Geld ohne Ende da.

  3. Das ist seit Jahren bekannt das Cyberattacken stetig zunehmen. Viele Großkonzerne wie z.B. VW erleben das bis zu 1000 mal am Tag.

    Aber merkwürdigerweise schützen sie sich nicht entsprechend und nehmen es inkauf.

    Anders dagegen ist natürlich wenn Krankenhäuser, Stromnetze, etc. von Cyberangriffe attackiert werden die dann  auch nicht so geschützt sind wie sie eigentlich sein sollten, aber auch das ist BERLIN bekannt.

     

  4. Nachtrag: und da die Politik viel zu lange weggeschaut hat, sind wir sehr anfällig bei Cyberattacken auf Stromnetze……

    Von daher heißt es auch aus Berlin : Leute schafft euch Vorräte an – weil wir euch nicht vor Cyberattacken ( und vor der Islamisierung)  schützen können (?!) oder besser gesagt – nicht schützen wollen  !?

  5. Wer eine genehmigte Grundwasserentnahme besitzt, einen Dieselgenerator zur Stromgewinnung hat und mit einem 2-Jahresproviant versorgt ist, den können solche Ereignisse nicht sonderlich stören. Das einzige Problem wären Plünderungen bei längeren Ausfällen von Versorgungsgütern. Aber auch da kann man sich helfen. solange es in einem anzahlmäßig überschaubarem Rahmen bleibt. Wer hat Angst vor dem bösen Wolf, mit dieser Devise haben auch unsere Altvorderen ihr Revier erfolgreich verteidigt. Vielleicht zwingen die Regierenden mit ihrem fahrlässigen Verhalten die Bevölkerung zu besonderen Maßnahmen, denn wenn`s den Deutschen an den Kragen geht, können die durchaus erfindungsreich werden.

  6. Fähige Hacker können ohne Probleme, z.B. das Licht (Straßenbeleuchtung), ein und ausschalten!

    Unabhängig davon müßte man doch eigentl. davon ausgehen, das zumindest Hausbesitzer eine gewissen Vorsorge getroffen haben und Notstromaggregate haben und z.B. auch Wasserfilter, welche man natürlich jetzt schon, unabhängig von bevorstehenden Notlagen, betreibt, bei dem Dreck welche man durch die Leitung jagt und uns als "sauberes Wasser" verkauft.

     

     

     

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