Varoufakis: Schweiz soll der EU nicht beitreten

Für die Schweiz wäre ein EU-Beitritt erst dann sinnvoll, wenn diese politisch und strukturell der Eidgenossenschaft gleiche. So wie es jetzt ist, gebe es keine Vorteile für das kleine Land.

Von Marco Maier

In einem Interview mit der Zeitschrift "Schweizer Illustrierte" empfiehlt der frühere griechische Finanzminister Yanis Varoufakis der Schweiz, nicht der EU beizutreten, so lange diese der Eidgenossenschaft nicht mit ihrem Föderalismus gleiche. So fehle der Europäischen Union auch eine gemeinsame Identität, die Menschen hätten das Gefühl, dass eine Einigkeit unmöglich sei und dass sich die kulturellen Unterschiede nicht überbrücken ließen.

Allerdings zeige die "kleine, so diverse Schweiz" als "Paradebeispiel, dass es doch funktioniert", so der Ökonom. Der starke schweizerische Föderalismus, die direkte Demokratie und der "einzigartige Sinn für eine geeinte Diversität" der Schweiz seien etwas, was die EU von dem kleinen Land lernen könne. Immerhin leben Deutsche, Franzosen, Italiener, Rätoromanen usw. recht friedlich zusammen.

Für den ehemaligen griechischen Finanzminister ist es "Wunschdenken, zu glauben, durch einen Beitritt würde die Schweiz" in der EU "an Einfluss gewinnen". Faktisch würde sie vielmehr ihre Demokratie ausdünnen und Rechte aufgeben, betonte er weiter. Ein Umstand, der angesichts der weitestgehend undemokratischen Strukturen der Europäischen Union berücksichtigt werden muss.

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5 Kommentare

  1. Man darf niemals einem Verein beitreten, aus dem man lebend nicht mehr rauskommt!

    Außer den Briten wird es wohl kein kontinentaleuropäisches Land schaffen aus der EU auszutreten ohne ruiniert zu werden. Man darf zwar freiwillig eintreten, aber austreten wird als Verrat angesehen. Daher ähnelt die Union eher der Mafia, als einer zivilisatorischen Errungenschaft.

    Jeder, der noch einigermaßen bei Verstand ist, darf daher nicht in die EU eintreten. Die Schweiz ist aufgrund ihrer verschiedenen Landsmannschaften kein Vorbild für die Struktur der EU. Das wäre sonst so, wenn Deutschland, Frankreich und Italien ein Staat wären. Was soll das bringen? Diese Staaten können jeder für sich und in freundschaftlicher Zusammenarbeit bestens für sich selbst sorgen!

    Die Schweiz kann aber in demokratischer Hinsicht (Volksabstimmungen) und bei gewissen sozialstaatlichen Strukturen (Rente) Vorbild für Europa sein.

    Kleine Interna am Rande, Schäuble zu Varoufakis: "Sie sind der einizige der verstanden hat, dass der Euro nicht lebensfähig ist" Quelle Yanis Varoufakis, während eines persönlichen Gesprächs auf einem der vielen Euro-Gipfel der EU. Bezeichnend ist doch, dass dies dem europäischen Völkern nicht gesagt ist!

     

    1. Die Schweizer sollten sich keinesfalls der EU anbiedern oder den Beitritt in Erwägung ziehen!

      Der EU ist wohl eher daran gelegen, die renitenten Schweizer endlich in die Union zu integrieren und die Insel der Freiheit mitten in Europa zu beseitigen!

      Dabei bräuchten sich die Schweizer einfach nur zurücklehen und beobachten, wie die EU auseinanderfällt. Sie müßten verrückt sein, einem zerfallenen Gebilde beizutreten!

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