Der Gab-Frosch. (Bild: gab.ai)

Seit einigen Tagen findet eine digitale Massenmigration statt. Deutschsprachige User verlassen zu Tausenden (!) das Nachrichtenportal twitter und löschen sowohl ihre Timelines als auch ihre Accounts. Exzessive Zensur scheint dem einst so beliebten blauen Vögelchen den Garaus zu machen – die verheißungsvolle Alternative heißt gab.ai

Von Marcello Dallapiccola

Der Abend des 30. Mai scheint zu einem Wendepunkt in der Nutzung sozialer Netzwerke zu werden. An diesem Abend wurde nämlich der beliebte Account @BonkeKolja bereits zum zweiten Mal auf Twitter gesperrt; das war der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Denn Bonke ist nicht irgendwer, sondern ein bei eher konservativen Nutzern sehr beliebter Meinungsführer.

Kritische Denke = Hass

Sein „Verbrechen“ war, dass er Meldungen über Migrantengewalt, Islamisierung und alles damit in Zusammenhang stehende sammelte und dann mit zynisch-sarkastischen Kommentaren versehen verbreitete. Dabei bediente Bonke sich ausschließlich offizieller Quellen, Verweise auf alternative Plattformen (die vom politisch-medialen Komplex gern als „Fake-News“ verunglimpft werden) wird man bei ihm vergeblich suchen. Doch das focht die Zensoren nicht an, die enorme Reichweite von Bonkes kritischem Content wurde offenbar als Bedrohung empfunden, die es abzustellen galt.

Welle der Solidarität

Doch nachdem bereits seit geraumer Zeit immer wieder Accounts eingeschränkt, „Withheld in Germany“ oder einfach komplett gesperrt wurden, löste die erneute Sperre Bonkes nun endgültig einen kompletten Bewusstseinswandel bei sehr vielen Twitterern aus. Was zuviel ist, ist zuviel. Tausende Nutzer schmückten ihr Profilbild solidarisch mit dem Konterfei des Geächteten, der Hashtag #FreeKolja führte schnell die Liste der „Trends“ an.

Vorauseilende Selbstzensur

Dennoch war die Situation höchst unbefriedigend; denn wer frank und frei seine Meinung kund tut, kann sich schon seit geraumer Zeit nicht mehr sicher sein, seinen Twitter-Account auch am folgenden Tag noch uneingeschränkt benutzen zu können. Längst hatten viele User eine Schere im Kopf und überlegten genau, wie sie ihre Tweets unverfänglich formulieren, um der exzessiven Zensur durch Maas‘ Online-Stasi zu entgehen.

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Trigger-Punkt: Der falsche Bonke

Dann erlaubte sich ein vermutlich linksextremer Troll auch noch den Spaß, ein Fake-Profil von Bonke anzulegen. Schnell machte daraufhin ein Screenshot von Bonkes gab-Profil die Runde, in dem er klarstellte, dass dieser neue Twitter-Account nicht von ihm stammte und daher ein Fake sein musste. Womit der linksextreme Troll wohl nicht rechnete, war die überwältigende Reaktion der Merkel-kritischen Online-Gemeinde: Seit dem 31. Mai schießen nämlich die Anmeldezahlen deutschsprachiger User auf gab.ai durch die Decke, von einigen hundert im Monat auf mehrere tausend pro Tag!

Was ist Gab?

Technisch gesehen ist Gab eine Mischung aus Twitter und Reddit mit einer Spur Facebook, eine Nachrichten- und Diskussionsplattform mit den Funktionen eines sozialen Netzwerkes. Man hat 300 Zeichen für einen „gab“ zur Verfügung und kann wie gewohnt Links und Bilder mit hochladen. Viel interessanter ist jedoch die ideologische Ausrichtung: Gab steht dezidiert für Meinungsfreiheit und verweigert jede Form der Zensur von Inhalten. Es gilt US-Gesetz, und nach diesem ist beispielsweise weder der Tatbestand der „Holocaust-Leugnung“ gegeben, noch zählt das Hakenkreuz zu den verbotenen Symbolen. Die einzigen Einschränkungen beziehen sich auf Pornographie und terroristische Aktivitäten, was wohl nachvollziehbar ist.

Plattform für Rechtsextreme?

Das heißt natürlich nicht, dass auf Gab im Takt des Horst-Wessel-Liedes Ausländerfeindliche Hassparolen gepostet werden – im Gegenteil. Der Umgangston ist wesentlich moderater und zuvorkommender als auf Twitter und Facebook, sogar die üblichen Schimpfwörter werden eher spärlich eingesetzt. Rechtsextreme sind überhaupt nicht auszumachen, sehr wohl jedoch liberal-konservative, libertäre und bürgerlich-rechte, kurz alle, die mit der linksdrehenden Politik in dem meisten Ländern des Westens schon lange nichts mehr anfangen können.

Nette Amis

Dazu kommt, dass die Amis sich wirklich alle Mühe geben, die deutschsprachigen Twitter-Exilanten willkommen zu heißen (man fühlt sich beinahe ein wenig Bahnhofs-beklatscht). Gab-Chef Andrew Torba (Enkel eines deutschen Großvaters, wie er in radebrechendem Deutsch verkündete) begrüßt die Neuankömmlinge persönlich, schnell wurde ein eigener Kanal #DeutschFam eingerichtet sowie eine Übersetzungsfunktion implementiert. Auch die amerikanischen User freuen sich über den Zulauf und lassen einen das auch wissen, zusätzlich stehen sie gerne mit Rat und Tat zur Seite, was die Funktionen auf Gab betrifft.

Twitter: Selbstmord durch Zensur?

Inzwischen sind wohl sämtliche der Regime-kritischen Meinungsführer „konvertiert“. Viele werden vermutlich noch einige Zeit lang beide Accounts parallel betreiben, doch wenn Gab weiterhin so großartig performt wie momentan, wird es wohl nur eine Frage der Zeit sein, bis die kritischen Stimmen auf Twitter nach und nach verstummen. Wie groß der wirtschaftliche Schaden für Twitter wohl sein wird? Klar ist, dass diese digitale Massenmigration für die seit langem unter finanziellen Schwierigkeiten leidende Plattform wohl kaum zum Vorteil gereichen wird. Twitter hat den Fehler gemacht, einen großen Teil ehemals enthusiastischer Nutzer durch Zensur zu vergraulen. Facebook konnte die Abwanderung zu vk.com noch verkraften – ob das blaue Vögelchen den Gab-Frosch lange überleben wird, darf hingegen in Zweifel gezogen werden.

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13 KOMMENTARE

  1. Völlig unrelevant, was mit diesem Dreck ala Twitter & Facebook künftig passiert. Der Menschheit wäre eine ihrer größten Plagen genommen, wenn dieser Unfug möglichst bald in der Kloake verschwindet.

    Jeder, der noch halbwegs bei Verstand ist, aber trotzdem irgendwo so einen "Sozial-Account" hat, sollte diesen (als Beitrag zur Rettung der Welt) sofort löschen !!!

    • Man kann aber den Accound nutzen um Dinge in die Öffentlichkeit bringen was die GEZmedien verschweigen.

       

      • …"Dinge in die Öffentlichkeit bringen"… Wieviele Bratwürste Du gestern gegessen hast? Oder meinst Du eher Dinge, wie die beste fußläufige Reiseroute nach Deutschland verläuft? Schlauchbootfahrpläne? Oder Tipps, wie man den deutschen Sozialstaat effizient und kostenlos verklagen kann?

        99,99% der sogenannten "Informationen" sind Giftmüll !!!

        • Andererseits kann ich mit so einem Account Dinge unter die Leute bringen, die sie gewöhnlich nicht erfahren. Zum Beispiel das System der „social credits“ in China, wo dann öffentlich, im Netz, jeder Volksgenosse Plus- oder Minuspunkte für sein Verhalten als Bürger erhält.
          Google „nachdenkseiten freiwillige digitale knechtschaft“.

    • Kommt drauf an wie man Twitter und Co. benutzt

      Es verlangt ja zum Beispiel keiner von einem sein ganzes Privatleben der Öffentlichkeit zur Schau zu stellen und dennoch machen es welche freiwillig

      Bei sowas ist jeder sein eigener Herr, da kann Twitter direkt nix dafür

      • Twitter kann nichts dafür ???

        Natürlich !!! Die beugen sich Pseudo-Gesetze die gegen die Meinungsfreiheit verstoßen. Obwohl viele Meinungen nicht Beleidigend und Aggresiv sind, werden die dennoch Gesperrt aus verdrehter und kranker Politischer-Korrektheit.

    • @GEZwungener, hab ich gemacht; aber Twitter bringt sich inmer wieder in 

      Erinnerung. Wie kriegt man Twitter  g a n z  weg?

  2. Niemand wird gezwungen, sich bei FB oder Twitter anzumelden. Alle Trump- Gegner dürften schon aus Überzeugung diese Plattformen nicht nutzen. Und machen sie das? Nein!

  3. Auch "Facebook" ist mit Vorsicht zu genießen, vor allem von Genießern prozentgeistiger Tröpfchen: Schon jetzt wird "Facebook", geleitet von zwei BRDigungsfunktionären, dem Mitglied von "SPD" und "Römischem Katholizisms" (< kata holon, ganz und gar, totalitär) Anti-Rechts-Rechtsminister Heiko Maas und der einen jüdischen Priesterkastennamen tragenden Anetta Kahane (< Cohen), überwacht und zensiert; Kritiker sprechen von elektronischer Gesichts-Bücherverbrennung.  Nun werden zudem private Vorlieben der Teilnehmer werbewirtschaftlich ermittelt, so etwa der Alkoholkonsum. Der "BR" (sei es ein angeblich bayerischer Rundfunk oder ein Beitrags-Räuber) warnt: http://www.br.de/nachrichten/facebook-alkohol-100.html

    Schon länger hört man, dass manche Personalbüros fleißig in "Facebook" schnüffeln, was je nach Eintrag Arbeitsverträge erleichtert oder verunmöglicht. Auch archive.org hat zwei Seiten: Man findet wertvolle Kulturgüter (ältere Fachbücher, Literatur und Musikaufnahmen), doch es werden ebenso Internetpräsenzen mindestens auf viele Jahre hinaus öffentlich abrufbar gespeichert.

  4. Hallo,

    hier ist der Twitter Troll von Bonkes Account. Natürlich habe ich mit nichts anderem gerechnet, als das die Bonke Fans getriggert reagieren.

    Pech für Sie, denn einen Gab.ai Account hatte ich schon 2016 im Rahmen der Betaphase beantragt. Wers nicht glaubt, schaut in meine Timeline.

     

    Linksextreme Grüße,

    BasementBoi aka _BonkeKoija

  5. Auf gab.ai gibt es jetzt auch den dissenter. Damit kann man auf jeder Seite im Internet kommentieren und diskutieren, gewohnt zensurfrei. Äußerst aufschlussreich, was man zu so manchen Seiten lesen kann. Siehe https://dissenter.com

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