Südeuropas Bankenkrise: Wer fällt als nächstes?

Vor allem italienische und spanische Banken stehen derzeit im Fokus möglicher Insolvenzen. Wen trifft es als nächstes?

Von Marco Maier

Zwar hat die Europäische Zentralbank mit der Nullzinspolitik und den Anleihenkäufen (also faktisch der direkten Marktmanipulation des Anleihenmarktes) zumindest vorübergehend die Krisenstaaten "gerettet", was – trotz des Gejammers mancher Banken – auch gerade die Krisenbanken temporär aus der Gefahrenzone brachte, doch lange kann das nicht mehr gut gehen.

Angesichts dessen, dass es innerhalb der Eurozone laut der EZB immer noch rund 900 Milliarden Euro an "non performing loans", also an nicht einbringbaren Krediten, gibt, wird klar, dass man sich nur Zeit erkauft hat. Zwar sinkt die Quote langsam (von 7,03 Prozent im Q4/15 auf 6,17 Prozent im Q4/16), aber auch die Erlöse im Vergleich zum Eigenkapital (return on equity) sinken – und zwar von 4,41 Prozent im Q4/15 auf 3,23 Prozent im Q4/16.

Das heißt: Infolge der ganzen Abwicklungen von Krisenbanken und der sukzessiven Abschreibungen von faulen Krediten während der letzten Monate sanken zwar die Werte, doch wirklich gebessert hat sich die Lage nicht. Ein Umstand, der immer wieder vergessen wird.

Nachdem nun zwei italienische Pleitebanken abgewickelt werden, stellt man sich die Frage: Wer ist als nächstes an der Reihe? Welche Bank muss bald daran glauben? Vor allem italienische und spanische Banken stehen derzeit im Visier der Beobachter. Doch wenn es eine der Großbanken trifft, wird sich das auch auf die dort stark involvierten französischen und deutschen Banken auswirken. Und dann wirds kritisch.

Loading...

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: [email protected] nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...

4 Kommentare

  1. Mit anderen Worten, den Armutsrentnern und Hartz4-Empfängern erhöht man die Steuern, um die Aktionäre der Banken zu retten.

    In der Bankenrettung steigert sich der Kapitalismus zur Perversion.

  2. Wenn es um Fallen und Gefallene geht: Die Bankster haben längst abkassiert. Die Opfer sind die Unternehmen und die Mitarbeiter, die sich immer öfter totarbeiten für den teueren Tod, den die Kriege der Nordatlantischen Terror-Organisation bereiten.

  3. Erst wenn die Säue alles vom Bürger haben kommt der Finanzgau, Bargeldverbot, Internetsperre, Telefonsperre, Bürgerkrieg, und der 3.WK, gell ihr Pfeifen?

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.