Sigmar Gabriel ist gerne der „Kellner“ von SPD-Kanzlerkandidat Schulz

Der frühere SPD-Vorsitzende und jetzige Außenminister Sigmar Gabriel akzeptiert es, wenn man ihn als den neuen Kellner von SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz bezeichnet. Die SPD müsse es wieder schaffen, die Begeisterungsfähigkeit ihrer Mitglieder zu wecken, dann habe sie bei der Bundestagswahl eine Chance.

Von Redaktion

1998, bei Bildung der ersten rot-grünen Koalition, hatten Gerhard Schröder und Joschka Fischer das Bild vom Koch und Kellner im Umgang zweier politischer Partner geprägt. „Er ist der Vorsitzende, deshalb hat er Anspruch darauf, dass ihm alle anderen zuarbeiten. Auch ich“, sagte Gabriel in einem Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). 

„Wenn Sie das als Kellner bezeichnen wollen – ich halte Kellner für einen ehrenwerten Beruf.“ Gegenüber seiner Rolle als Vizekanzler von Kanzlerin Merkel akzeptiert Gabriel diese Aufgabenteilung aber nicht. „Politik ist kein Restaurant. Ich bin auch nicht der Kellner von Frau Merkel – wir Sozialdemokraten haben in der Großen Koalition mehr durchgesetzt als die Union, obwohl wir der kleinere Partner waren“, meinte Gabriel. 

In Wahrheit sei Angela Merkel „immer nur dann eine gute Kanzlerin gewesen, wenn wir Sozialdemokraten gut auf sie aufgepasst haben“. So sei Merkel in der Regierung mit der FDP mitverantwortlich gewesen „für Stillstand, für frechen Lobbyismus, für Steuergeschenke an Großspender, für gebrochene Wahlgeschenke zuhauf“. Als Vizekanzler könne er der Öffentlichkeit jetzt sagen: „Es ist auf Dauer anstrengend, immer auf Frau Merkel aufzupassen und sie vor der eigenen Partei zu schützen.“

Begeisterungsfähigkeit wecken

„Natürlich muss man die Begeisterungsfähigkeit der Mitglieder wecken. Jetzt geht es um die Wählerinnen und Wähler. Und da gibt es viele, die sich vorstellen können, SPD zu wählen – aber nicht in einer großen Koalition mit der CDU“, so Gabriel gegenüber dem RND. Man brauche dafür „Klarheit“ „auch zwischen Angela Merkel und mir oder zwischen ihr und Martin Schulz“. Aber es gehe nicht um einen Schönheitswettbewerb der Kandidaten. Die SPD könne gewinnen, wenn sie den Streit um die besseren Ideen für die Zukunft Deutschlands wage. „Es gilt der alte Satz von Willy Brandt: Wer morgen sicher leben will, muss heute für Reformen sorgen.“

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Wenn man sich dagegen die Wahlkämpfe der CDU unter ihrer Vorsitzenden Merkel ansehe, „liegt der Verdacht nahe“, dass man an die These glaube, im Schlafwagen an die Macht zu gelangen. In der Großen Koalition habe die SPD viel erreicht. „Aber es gibt eben auch Dinge, die mit der CDU und CSU nicht gehen, die aber wichtig sind.“ Dazu zählt Gabriel eine ordentliche Bürgerversicherung, Investitionen in die Bildung statt Steuergeschenken an Leute, die es nicht nötig hätten.

„Und statt über Abrüstung und Rüstungskontrolle das Leben in Europa sicherer zu machen, reden sich manche in der Union regelrecht in eine Aufrüstungsspirale hinein, nur um Herrn Trump in den USA einen Dienst zu erweisen.“ Deshalb sei 2017 Martin Schulz der richtige Kanzlerkandidat. Über seinen eigenen Angriffsmodus könne sich ja „wohl niemand beklagen“, meint Gabriel.  Martin Schulz stehe für Aufbruch, Optimismus und Zukunft. Und hinter Schulz stünden viele Männer und noch mehr gute Frauen.

Gabriel rät seiner Partei deshalb die Wiederbelebung eines alten Wahlkampfmottos: „Wir haben die besseren Köpfe.“

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17 Kommentare

  1. ''  chulz:ich bin leidenchaftlich, ich bin echt. Kein Sprechautomat."

    Ich freue mich über jedes Wort wo kein*s* vor dem *ch* drinn is' weil ich deshalb nur *ch* 

    Z.b. Chulz oder chön.

    Für die Geistesgröße. Im Winter fällt chnee & dabei chneit es.

    *Und statt über Abrüstung und Rüstungskontrolle das Leben in Europa sicherer zu machen, reden sich manche in der Union regelrecht in eine Aufrüstungsspirale hinein, nur um Herrn Trump in den USA einen Dienst zu erweisen.*

    Liest sich so grün.

     

    1. Gabi als korpulenter Kellner..da wird noch viel Porzellan in die Brüche gehn..aber sollen Scherben nich Glück bringen..?

      Stan&Olli waren besser.

  2. Redaktion, ich find das nicht witzig !

    Ich such jetzt seit einer halben Stunde nach dem Artikel unter dem ich kommentierte, mich unterhielt und die Antwort lesen wollte.

    Ihr scheint völlig willkürlich Kommentare aus Unterhaltungen zu löschen, nur damit lange danach gesucht wird und eine ordentliche Anzahl Klicks zusammenkommt, mit der ihr eure vermeintlich fulminant hohe Leserschaft nachweist und entsprechende Werbeverträge an Land zieht.

    Was eine Sauerei !!!

    1. so, jetzt hab ich ihn zufällig gefunden, weil er zufällig rechts eingeblendet wurde.

      Aber wo wurde er abgelegt ????????????????????????

      Der Artikel : "EU-Bürger wollen keine neuen Muslime mehr" ist in den Rupriken : Contra Spezial – Politik D/A/CH – Politik-Europa – Gesellschaft – Meinung … usw. nicht zu finden !

      Was habt ihr denn für eine merkwürdige Themenzuordnung, sollte ich den unter "Wissenschaft" suchen oder was !?

      Also, wo isser ???

       

        1. … dann such mal und Du wirst nicht finden – jedendalls noch nicht um 13:14 !

          Unter dem Aufmacher steht : "in Politik / Politik D/A/CH" – da isser oder war er aber nicht !

  3. Ich bin schon restlos "begeistert", wenn ich die beiden NULLEN so nebeneinander sitzen sehe. Mein Begeisterungstaumel wird aber nicht dazu ausreichen, diese spd zu wählen.

  4. Das Wort Reform empfinde ich schon als eine geistige Vergewaltigung der Herrschenden, die damit den Eindruck erwecken wollen, sie würden etwas leisten. Jeder Reform geht ein vernünftiges Handeln voraus, das man dann im einen oder anderen Fall ergänzen oder der Sachlage anpassen kann. Davon ist aber, von wenigen Ausnahmen abgesehen, nicht viel zu erkennen und deswegen wäre es sinnvoller sie würden erst mal richtige und durchdachte Dinge anleiern und sollte dann Reformbedarf bestehen, dann wäre es als Nebenakt erlaubt und verständlich. Die machen aber den Nebenakt zur Hauptsache, weil sie sonst nicht viel aufweisen können und rühmen sich permanent ihrer klugen Gesetzgebung, die ehedem kein vernünftiger Mensch mehr ernst nimmt.

    1. Bezogen auf den Satz von W. Brandt, wer morgen sicher leben will, muß heute für Reformen sorgen. Und wenn dann einer wirklich mal was wichtiges macht, wie Schröder, dann wird er auch verteufelt, obwohl seine Sozialagenta mehr als notwendig war.

      1. Ja für's Großkapital war's wichtig..für's Teile&Herrsche und für die Sicherstellung feudaler Kreise..was der Boss der Bosse da implementiert hat.Aber der Pöbel klatscht noch Beifall..Intelligenz sieht anders aus.

        Das Wort Reform ist in der Politik übrigens nichts anderes..als ein Tritt nach unten.

  5. "Bessere Köpfe sind eine Gefahr wenn sie für Fremdinvasion, Überfremdung, Internationalisierung, Subversion der Staatsordnung, Spaltung der Gesellschaft, Veruntreuung und Plünderung der Arbeitnehmerrücklagen in den Sozialkassen, Abschaffung des Landes und Volkes etc. etc. eingesetzt werden. Soviel an neuen Sozialleistungen kann Schulz den Arbeitnehmern gar nicht versprechen, daß das aufgehoben wird was an Volksvermögen in alle möglichen Kanäle abgeleitet wird. Von der drastischen Verschlechterung des Lebensumfeldes gar nicht zu sprechen. Darüber hört man aber keinen Ton von Herrn Schulz.

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