Türkische Soldaten. Bild: Youtube

Erdogan ist Muslimbruder, die Kataris sind auch welche. Zum Schutz der Bruderschaft schickt die Türkei nun Truppen nach Katar. Sollte Saudi-Arabien dann einen Angriff wagen, könnte die muslimische Welt in Flammen stehen.

Von Marco Maier

Die Türkei (als Nachfolgestaat des alten Osmanischen Reichs) und Saudi-Arabien (als Öl-Supermacht) sind ohnehin Rivalen, wenn es um die politische Vorherrschaft im sunnitisch-islamischen Raum geht. Angesichts der aktuellen Blockade Katars – einem Hauptfinancier der Muslimbruderschaft weltweit – kann die türkische Führung nicht anders und zeigt alle Entschlossenheit, um die Brüder in Katar zu unterstützen.

Deshalb verwundert es nicht, dass das türkische Parlament nun die Stationierung von Truppen in Katar beschlossen hat, sowie ein Verteidigungsabkommen mit dem Golf-Emirat billigte. Schon bisher waren in einer Militärbasis in dem Land achzig türkische Soldaten stationiert. Theoretisch könnte die Mannschaftsstärke auf 3.000 erhöht werden.

Offenbar will Ankara mit diesem Schritt eine militärische Invasion der Saudis in Katar verhindern. Riad wird es wahrscheinlich nicht darauf anlegen wollen, einen Krieg mit der Türkei zu führen. Immerhin könnte sich dies zu einem veritablen Krieg innerhalb der muslimischen Welt ausweiten, in dem sich auch der "Erzfeind" Iran (der ebenso gute Beziehungen zur Türkei unterhält) mit an die Seite der (sunnitischen) Muslimbrüder stellt und gegen Saudi-Arabien und dessen Verbündeten vorgeht.

Bereits im Vorfeld sagte Präsident Erdogan, er halte die Blockade gegen Katar für "nicht gut" und betonte, dass man weiterhin an guten Beziehungen zum Emirat arbeiten und diese ausbauen werde. Ein deutliches Zeichen dafür, dass die Muslimbruderschaft zusammenhält.

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5 KOMMENTARE

  1. Ja, da kann mich jetzt jeder für inhuman halten, ich fände es außerordentlich begrüßenswert, wenn sich die Musels gegenseitig dezimierten !

  2. Scheint nicht zu reichen, was der Sultan hat.
    Am Samstag ist der Außenminister von Katar in Moskau.
    Schreibt ZH.

  3. Katar ist zu unabhängig, eigenständig und erfolgreich geworden. Das passt den USA überhaupt nicht, wo sie doch die gesamte Region destabilisieren wollen. Also schaffen sie einen Vorwand und nutzen ihre Vasallen wie den Putischisten Sisi oder das rückratlose Saudi Arabien und die Länder die an deren Tropf hängen, um Katar zu destabiliseren. Vielleicht wurde Katar den Saudis sogar als Geschenk versprochen, damit diese auf etwas verzichten. 

    Eine Stationierung türkischer Truppen macht/würde dem Ganzen ein Strich durch die Rechnung machen. 

  4. Vielleicht muss das auch einfach immer nur deshalb sein, um Munition und Kriegsgerät zu vernichten. Die Weltweiten Produktionen laufen täglich auf Hochtouren und irgendwer muss den Dreck schließlich kaufen, was er aber nicht macht, wenn er schon genug davon hat.

    Hatten die Glaser früher keine Aufträge mehr, schickten sie Nachts den Jockel zum fröhlichen Fensterscheiben einwerfen aus. Der Zimmermann ließ Heuschuppen anzünden und Milchbauer A sägte auch schon mal an Michbauer B's Achse rum, um eine Milchknappheit auszulösen.

    Man moderne Welt spricht von "Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen" und "Marktregularien".

     

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