München bald Diesel-frei

Weil die Abgas-Messwerte zu hoch sind, erwägt der Münchner Oberbürgermeister ein Fahrverbot für Diesel-Fahrzeuge.

Von Marco Maier

Der sozialdemokratische Oberbürgermeister Münchens, Dieter Reiter, sieht in den jüngst bekannt gewordenen Abgaswerten ein Alarm-Zeichen. Nun will er laut der "Süddeutschen Zeitung" ein flächendeckendes Fahrverbot für Diesel-Fahrzeuge einführen.

Alleine in der bayerischen Landeshauptstadt wären schon mehr als 100.000 Fahrzeuge davon betroffen – plus jene, die von Pendlern und Durchreisenden benutzt werden. Je nach der angewendeten Abgas-Norm wären dies zwischen 133.000 und 170.000 Fahrzeuge – von insgesamt 295.000 Diesel-Fahrzeugen, die in München zugelassen sind.

Viele Besitzer von Diesel-Autos würden so faktisch mit nicht mehr nutzbaren Fahrzeugen konfrontiert. Auch für den Verkauf sind diese dann faktisch unbrauchbar, da noch mehr Städte wegen der Abgasproblematik Fahrverbote für Diesel-Fahrzeuge erlassen wollen. Somit bleibt den Fahrzeughaltern wohl nur noch die Verschrottung dieser Autos.

Vor allem die Stickstoffdioxid-Werte liegen hierbei im Fokus der Politiker. Nicht nur an den großen Ring- und Einfallstraßen Münchens werden diese regelmäßig überschritten, sondern zunehmend auch in weit davon entfernten Gegenden. Das sei nicht hinzunehmen.

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15 Kommentare

  1. Das ist Deutschland.

    Das sollte z.B mal ein französischer oder amerikanischer Präsident versuchen. Undenkbar.

    Herr Trump dürfte dann höchstens noch den Rasen um´s weisse Haus mähen. Und Paris würde brennen.

    Ich bin gespannt, ob es wirklich dazu kommt. Und wenn, erst nach der Wahl. Da warten noch einige andere Überraschungen auf uns.

    Aber wie ich meine Landsleute kenne, werden sie sich auch dies gefallen lassen. Das gehört sich auch so für ein völlig verblödetes Volk.

    1. Auch hier wird wieder über die altbewährte Schiene Angst und schlechtes Gewissen..dem Bürger ein moderner Ablaßhandel untergejubelt.

      Unmündige Bürger sind die idealen Knechte&Mägde.

      Der deutsche Obrigkeitsstaat ist ein unersättlicher Wasserkopf.

  2. Oh je und die schönen Dieselsteuern die x-mal höher sind als auf Benziner. München oder Berlin waren schon immer Drecklöcher in denen ich niemehr wohnen würde, aber irgendeine Sau muss man ja durchs Dorf treiben. Ändern wird sich dennoch nichts.

    1. Die Lieferungen können eingestellt werden. Wer soll in den Geschäften denn noch einkaufen, ohne PKW. Glaubt man denn, die Leute schleppen die Einkaufstüten durch die Gegend. Oder sie benutzen die öffentlichen Verkehrsmittel, wo sie dann " bereichert " werden. Insbesondere für altere Mitbürger eine Zumutung. Und es gibt auch Menschen mit einer Behinderung. Soll es da " Ausnahmeregeln " geben? Dann aber sofort zum Versorgungsamt und wenn möglich, einen Behindertenausweis beantragen. So würde ich es machen.

      Nein, in Zukunft wird man vor der Stadt einkaufen. Auf der grünen Wiese. Zumindest diejenigen, die nicht direkt in der Innenstadt Münchens wohnen. Die haben natürlich die Ar…karte gezogen.

      1. Was für ein Unsinn ! Gerade ältere Mitbürger fahren weniger mit einem Diesel Pkw in die Innenstadt, eher mit dem öffentlichen Nahverkehr. Meist sind es doch Familien mit Kindern die mit dem Auto am liebsten bis ins Geschäft hinein fahren würden.

        Behinderte Menschen werden sicher bedacht werden, ob nun mit einer Ausnahmegenehmigung oder wie auch immer. Wenn Sie aber meinen so ohne weiteres einen Behindertenausweis zu bekommen, sollten sie Ihren Blödsinn nochmals überdenken, den Sie hier schreiben.

  3. Das ist doch mal eine erneut durchdachte und sinnvolle Entscheidung. Da haben Millionen Autofahrer in den letzten Jahren im Vertrauen auf einigermaßen umweltgerechte und sparsame Dieselfahrzeuge gesetzt und nun wird ihnen mit dieser Maßnahme erklärt, daß sie Umweltverschmutzer sind. Mal ganz abgesehen von dem Wertverlust, den der Einzelne durch diese gesamte Bagage erleiden muß. Wählen die nun trotzdem die Regierungsparteien, so dämlich kann doch kein Mensch sein. Im übrigen habe ich mich dieserhalb schon vor einem Jahr mit einem Fachanwalt in`s Benehmen gesetzt, bezüglich einer Schadensersatzklage gegen den Hersteller und den Verkäufer, mit dem Ziel auf Erstattung des vollen Kaufpreises gegen Rücknahme des Fahrzeuges. Die Auskunft war niederschmetternd. Mit der Behebung des Übels durch nachträgliche Korrektur am Fahrzeug entgeht die Industrie in Deutschland genau diesen Forderungen, denn wer einen Schaden behebt, kann anschließend nicht mehr belangt werden. Was den Wertverlust des Fahrzeuges anbelangt, so liegt das im Risiko des Käufers und selbst wenn dieser ermittelbar wäre, dann ginge es ehedem im besten Fall auf einen Vergleich hinaus und das wäre dann als Gewinn für den Käufer ohne Bedeutung, denn wenn man die Kosten in Bezug auf den Streitwert hinzurechnet, dann ist das in jedem Fall ein Minusgeschäft, auch wenn das Urteil zu eigenen Gunsten ausfällt. Mit anderen Worten, wer einen Diesel fährt ist selber schuld und die Verursacher kommen im Prinzip ungeschoren davon.

    1. Richtig..wie wär's mit Eselskarren..Ochsen-und Pferdegespannen…für den Pöbel..und mittelalterlichen Mummenschanz…vorwärts..in die Vergangenheit.

  4. Ich glaub das Sommerloch schlägt wieder zu.Was sollen denn Leute mit relativ neuem Euro5 Auto machen?Verschrotten? Wohl kaum.Entweder sollen hier die Leute mit sanftem Druck in die,völlig überteuerten,Elektro-Schrottkisten gezwungen werden oder der Herr Bürgermoaster braucht Aufmerksamkeit.Gerade in einem Bundesland wie Bayern,wo Autoindustrie reichlich vorhanden ist,und die Käufer von dieser Autoindustrie bzw.deren Produkten jahrelang massiv verarscht wurden kommt dieser Vorstoß.Massig Arbeitsplätze würden in Bayern verloren gehen,massig Steuern würden verloren gehen,die Innenstadt würde verweisen.Tolle Aussichten oder?Zumal der Autoindustrie jahrelang und auch im jetzigen Abgasskandal, von ganz oben die Hand vor den Arsch gehalten wurde und wird.Alle haben es gewußt.Hier wurde der Kunde massivst betrogen und genau der soll es jetzt ausbaden.Ich persönlich werde,sollte es zu Fahrverboten für Diesel kommen,sämtliche Automarken boykottieren die in diese Skandale verwickelt sind.Auf Lebenszeit.Ebenso sämtliche Städte die diese Verbote aussprechen.Diese feinen Herren in ihren Anzügen sind nur über den Faktor GELD zu bekommen.

  5. Für diesen "Feinstaub-Holocaust" werden den Deutschen noch sehr viele Wiedergutmachungsleistungen abgepresst werden.

    Diese Methode hat sich ja in der Vergangenheit bewährt. Wieso sollten die damit aufhören?!

  6. Und jetzt kommts.Wie sauber ist der Euro6 Diesel?.Warum soll der nicht auch verboten werden.Ist auch eine Dreckschleuder.Erst den Leuten die Kohle aus der Tasche ziehen und dann das Fahren verbieten.Ich frag mich ernshaft ob in Politik und Wirtschaft wirklich soviele Vollpfosten sitzen wie ich befürchte.Die Antwort dürfte nicht schwer zu erraten sein…

  7. Ich glaube, "die Aufregung kommt zu früh", denn, sicherlich sind die Diesel- Ablasszettel schon im Druck und jeder Diesefahrzeugbesitzer darf dann einen "Emissionsschein" gegen eine gewaschene, monatliche Gebühr beim Bürgeramt erbetteln – und – er wird erleichtert aufatmen, weil er dafür sein (noch nicht abgezahltes?) zugelassenes, versteuertes Diesel- Vehikel nicht verschrotten muss.

    Der Ablasserlös wandert dann in die Fahrzeugindustrie, damit sie Abhilfe "erforschen" kann.

    (siehe hierzu Klimaverbesserung durch CO2 Ablasshandel)

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