Martin Schulz: „Kohl hätte Friedensnobelpreis verdient“

Der verstorbene Altkanzler Helmut Kohl hätte nach Ansicht des SPD-Vorsitzenden und Kanzlerkandidaten Martin Schulz den Friedensnobelpreis verdient gehabt.

Von Redaktion

"Er wäre ganz sicher ein würdiger Preisträger gewesen", sagte Schulz in einem Interview mit dem "stern". Als junger Mensch habe er in dem CDU-Politiker nur den politischen Gegner gesehen, so Schulz. "Je älter ich wurde, desto mehr begriff ich, was für ein großer Mann das war." Schulz würdigte Kohl ausdrücklich noch einmal als "Jahrhundertgestalt". Der frühere Präsident des Europaparlaments ist wie Kohl Träger des Karls-Preises.

Er wollte sich zwar nicht direkt als europäischen Erben Kohls bezeichnen. Schulz sagte aber: "Kohl wollte ein europäisiertes Deutschland, kein deutsches Europa. In dieser Tradition sehe ich mich." Mit einem Seitenhieb auf die Euro-Rettungspolitik von Merkel und Finanzminister Schäuble fügte er hinzu: "Niemals hätte er einem kleinen Mitglied wie Griechenland Lektionen erteilt."

Kurz vor dem Parteitag am Sonntag, auf dem die SPD in Dortmund ihr Wahlprogramm verabschieden will, räumte Schulz ein, dass ihm der anfängliche Hype um seine Person unangenehm war. "Ich habe mich damit nicht wohlgefühlt. Manches war mir peinlich", sagte Schulz dem "stern". Unter anderem war der frisch gekürte Kandidat als "Gottkanzler" oder "geile Sau" gefeiert worden. Es sei aber ein Fehler gewesen, sich deswegen zurückzunehmen. Danach sei er weniger sichtbar gewesen. "Ich hätte durchziehen müssen", so Schulz wörtlich.

Vehement verteidigte Schulz dagegen seine Entscheidung, nicht als Außenminister in Angela Merkels Kabinett einzutreten. "Ich kann ihr nicht vormittags dienen und nachmittags über die Dörfer ziehen und sagen, die Kanzlerin muss weg. Nee, nicht mein Ding. Da bin ich für Ehrlichkeit", sagte der SPD-Chef. "Die Wahl wird nicht im Weißen Haus entschieden", fügte er hinzu. "Merkel verwaltet das Land nur, mehr nicht." Das sei "Schlafmützenpolitik". Wie in Frankreich gebe es auch in Deutschland "diese Sehnsucht nach authentischen, glaubwürdigen Politikern", so Schulz weiter. "Ich glaube, dass ich so einer bin. Ich bin leidenschaftlich, ich bin echt. Kein Sprechautomat."

Lesen Sie auch:  Ausreisesperren: Merkels DDR-Erbe

Loading...

Die Lage der SPD nach den verlorenen Landtagswahlen beschrieb Schulz gegenüber dem "stern" so: "Wir sind immer noch in stürmischer See, aber nicht leckgeschlagen. Am Horizont lichten sich die Wolken." Die ersten Monate seiner Kampagne hätten gezeigt, "dass es für die SPD möglich ist, mehr als 30 Prozent zu erreichen". Schulz weiter: "Ich sage den Satz immer noch ganz selbstbewusst: Ich will Bundeskanzler werden. Lächeln Sie nur. Ich kämpfe."

Spread the love

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: [email protected] nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...

25 Kommentare

  1. Blockpartei-Denken. Und wenn man an Friedensnobelpreis Träger wie Obama und Kissinger denkt, kann man die Aussage Schulzs gut zuordnen. Frieden=Krieg

      1. Genauso sieht es aus! Die Regierung Kohl / Genscher war die treibende Kraft zur Anerkennung Sloweniens und dann Kroatiens als eigenständige Staaten. Damit haben sie den Zerfalls Jugoslawien eingeleitet. Besonders Genscher hat dabei eine unrühmliche Rolle gespielt!

        Schröder / Fischer haben dann in den Folgejahrenn den Krieg gegen Jugoslawien mitgeführt, in besonders unterwürfiger Form gegenüber der USA.

        Die Hanseaten wissen schon, warum man keine Preise annehmen sollte…

    1. Blockpartei-Denken

      Nee, Stamme-Brüder unter sich. Die eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus.

      Wenn Schulz Kohl sagt, dann meint er natürlich sich und zwar ganz persönlich:.

      Allein für diesen sinnigen Spruch ist der Israel-Kapo allerster Anwärter auf den Friedensnobelpreis:

      "Für mich existiert das neue Deutschland nur, um die Existenz des Staates Israel und des jüdischen Volkes sicherzustellen.“ (Im Wortlaut des diplomatischen Gesprächs, das Schulz in Israel führte: „For me, the new Germany exists only in order to ensure the existence of the State of Israel and the Jewish people.“)

  2. Hahahaha…….auf so ne' gequirlte scheiße muss erst mal einer kommen.

    Ich lach mich grade schief.

    Dieses geseiere ist nobelpreis verdächtig…..Hahahaha!

    1. C.M.

      Maas ist erklärterweise nicht mein Freund, aber bei so einem Kommentar aus der untersten Schublade stärkt man den Willen, dieses ungesetzliche Treiben fortzusetzen.

        1. @ C.M.

          Mit dieser Art von Äußerung bringt man die gesamten Kommentatoren in Mißkredit. Man kann gegen vieles sein, andere Auffassungen vertreten, zum Angriff übergehen, auch mal seinen Frust ablassen. Wer aber laufend den Kloaken-Jargon benützt, scheint aus einer Ecke zu kommen, wo vermutlich Hopfen und Malz verloren ist.

          1. ''  chulz:ich bin leidenchaftlich, ich bin echt. Kein Sprechautomat."

            Ich freue mich über jedes Wort wo kein*s* vor dem *ch* drinn is' weil ich deshalb nur *ch* 

            Z.b. Chulz oder chön.

            Für die Geistesgrößen.Im Winter fällt chnee & dabei chneit es.

            Ich ertappe mich auch schon dabei.   😉

          2. Nichts ist so kümmerlich,so kleinlich und so kläglich,

            als das nicht Humor und Witz es machten noch erträglich.

  3. Zumindest wäre es bei Kohl ein Grund gewesen über einen Friedensnobelpreis nachzudenken, bevor man diese Überlegung über Merkel und andere anstellt. Es gibt Personen die große Fähigkeiten haben und menschlich familiär die größten Versager sind. Warum soll es bei Politikern anders sein als bei normalen Bürgern. Gassenengeln und Hausteufeln begegnet man überall, sie sind aber nach außen in vielen Fällen nicht zu erkennen.

    1. … dann erklär mir, wofür Kohn vom Stamm der Stämme, den Preis verdient hätte !

      Für Deutschlands Rechte-Ausverkauf an Brüssel, für seinen unermüdlichen Kampf um den EU-Superstaat und unseren Untergang, oder für seine großartige Rolle als Lügengestalt !?

    1. Hitler wurde für den Friedensnobelpreis nominiert –

      Richtig. Adolf Hitler wurde 1939 von dem schwedischen Abgeordneten E.G.C. Brandt für den Preis nominiert, der «Brüderlichkeit unter den Nationen» und weltweite Abrüstung vorantreiben soll. Brandt zog die Nominierung später zurück und erklärte, sie sei satirisch gemeint gewesen.

      Er hat's verschmerzen können, denn er wurde im gleichen Jahr, vom renommierten Time Magazine als 'Mann des Jahres' auf den Schild gehoben:

      http://www.snopes.com/hitler-time-magazine-1938/

  4.  Destruktivität und Niedertracht hat alle Bereiche des öffentlichen Lebens unterwandert! Daher begibt man sich heutzutage wenn man den Friedensnobelpreis annimmt in die schlechte Gesellschaft von Menschenverachtern und Kriegstreibern. Ich habe immer bedauert, daß ein Mensch wie Hermann Gmeiner (SOS-Kinderdörfer) nie den Friedensnobelpreis bekommen hat. Heute bin ich froh, daß man ihn nicht dieserart verunehrt  hat.

    1. Nachtrag: Der Nobelpreis hat  in der Zwischenzeit die charakterliche "Ausdünstung" der transatlantischen "Wertegemeinschaft" angenommen.

  5. Warum so bescheiden..sicher wird der Pope ihn bald heilig sprechen.

    Die ganze Bande sitzt doch ständig bei ihm und holt sich seinen Segen.

    Kommen sie doch alle aus derselben Innung von..Macht&Geld.

    Von mir würden sie alle miteinander allerdings nur eine Eselsmütze aufgesetzt bekommen..auf Lebenszeit.

    Die mittelalterlichen feudalen Gruften sind geöffnet..und das alte Unwesen ist imgange.

  6. Hab gelesen  der Sch  ..z hat nicht mal  einen  Schulabschluss, keinen abgeschlossene Berufsausbildung und  schon gar kein Studium ! Wenn  das stimmt,  dann kann Deutschland  wirklich  stolz auf sein "politisches Personal "sein  ! Was erlauben  Schu.? 

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.