Bild: Flickr / BullionVault CC BY-ND 2.0

Erst der Trouble mit den Banknoten, nun auch noch Steuern auf Gold. Indiens Regierung will die Menschen mit Gewalt zur bargeldlosen Gesellschaft umbauen.

Von Marco Maier

Vor einem halben Jahr sorgte die indische Regierung mit einer Nacht-und-Nebel-Aktion für Furore: Alte große Banknoten waren faktisch wertlos und mussten bei den Banken auf Konten eingezahlt werden, während neue Banknoten als Ersatz nur schleppend ausgegeben werden. So will die Führung des Landes den (besser kontrollierbaren) bargeldlosen Zahlungsverkehr stärken.

Das Ergebnis: Totales Chaos und ein massiver Schaden für die eigene Volkswirtschaft, die nun einmal stark auf Bargeld (86 Prozent der wirtschaftlichen Aktivitäten werden in Bar abgewickelt) aufgebaut ist, weil sich die meisten Inder kein teures Smartphone samt Internetzugang leisten können, und angesichts der geringen Einkommen auch keine Bankkonten brauchen. Das Geld das hereinkommt, geht auch ebenso schnell wieder raus.

Nun folgt der nächste Schlag: In dem Land, in dem Gold historisch und kulturell einen enormen Stellenwert besitzt, wird das beliebte Edelmetall nun in den Fokus genommen. Angesichts dessen, dass Indien ein großer Goldimporteur ist, will man nun eine Importsteuer von zehn Prozent auf Gold erheben, wobei auch ein geringerer Prozentsatz denkbar ist, um den Schmuggel nicht zu attraktiv zu machen.

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Doch das ist noch nicht alles. Nun wurde eine Umsatzsteuer in Höhe von drei Prozent auf Gold eingeführt. Eine gute neue Einnahmequelle für die indische Regierung. Immerhin gilt Goldschmuck in Indien gerade bei Hochzeiten und bei Festivals als beliebtes Geschenk.

Vor allem jedoch will man damit mehr Kontrolle über den Goldhandel erreichen und auch eine eigene Bank für die nationale Juweliersbranche etablieren, wie der Finanzdienstleister "Bloomberg" mitteilt. Offiziell geht es darum, "Qualitätsstandards" garantieren zu können. Auch möchte man die Lieferenten so besser kontrollieren.

Alles in allem kann man sagen: Der Frontalangriff auf Bargeld und Gold (womöglich auch bald schon Silber) geht weltweit in die nächste Runde. Es soll keine ökonomischen Aktivitäten mehr jenseits der staatlichen Kontrolle geben.

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9 KOMMENTARE

  1. Die Machtgeilen weltweit haben Blut geleckt.

    Die Unterwerfung und totale Kontrolle und Ausbeutung der Massen zur Vermehrung der Macht der Machthaber.

  2. In einer Globalen Wirtschaft gibt es auch ein Globale Inflation.Steuern auf Gold ist der wahre Goldpreis und der wahre Goldpreis ist die wahre Inflation. Man muss nur sehen, wem das zu Gute kommt und es kommt immer den leeren Staatskassen zu Gute und das heißt immer Inflation.

    "Das unglaubliche scheint wahr zu werden, denn der Internationale Währungsfonds (IWF) hat in aller Öffentlichkeit gefordert, dass eine höhere Inflationsrate über einen „anhaltenden Zeitraum akzeptiert“ werden müsse – und zwar gemeinsam mit „Nullzinsen“

     Bitte nicht vergessen, in einer globalisierten Wirtschaft, wird auch die Inflation global sein. Ja das hatten wir ja ganz vergessen – nicht wahr?

     

    Das Spiel ist aus!

     

     

  3. Indiern hat die zurückliegenden 10 Jahre jährlich ca. 1000 To. Gold importiert, was allerdings im Privatbesitz verblieben ist ( Hochzeiten werden in Indien üblicherweise mit Gold finanziert). Hinzu kommt, dass Indien auch ohne die genannten importe bereits seit Jahrzehnten als das Land mit den größten Goldreserven ( in Privatbesitz) galt, geschätzt zwischen 18.000 und 20.000 Tonnen.                                                                                Wenn ich zudem davon ausgehe, dass Rothschild und Co. Asien als zukünftiges "Betätigungsfeld" auserkoren haben, erscheint vorstellbar, dass nicht nur seitens der indischen Zentralbank Begehrlichkeiten aufgekommen sind.

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