Gysi: Wiederwahl der Großen Koalition würde Demokratie gefährden

Gysi will einen Regierungswechsel. Eine erneute Auflage der großen Koalition würde nicht nur die Demokratie gefährden, sondern auch die politische Rechte stärken. Seine Aufgabe ist, die Europäische Linke erfolgreich zu machen, sodass sie gegen die Rechte bestehen kann.

Von Redaktion

Für Gregor Gysi (Die Linke) ist im Bundestagswahlkampf nicht nur die Frage "Regierung oder Opposition" entscheidend, sondern der Blick auf das große Ganze. Um wichtige demokratische Strukturen zu retten, seien gesellschaftliche Veränderungen nötig. "Wir brauchen in Deutschland dringend einen Regierungswechsel. Wenn wir wieder eine Große Koalition bekommen, gefährdet das nicht nur die Demokratie, es schwächt die Europäische Union, es bleibt bei der prekären Beschäftigung im Niedriglohnsektor – das geht nicht gut. Das Interesse, die AfD zu wählen, wird immer größer", sagte Gysi dem TV-Sender "phoenix" beim Bundesparteitag der Linken in Hannover.

Als Präsident der europäischen Linken wolle er versuchen, die Linke so zu stärken, dass sie der immer erfolgreicher werdenden europäischen Rechten gegenüber stehen könne: "Im Augenblick sind wir dafür zu schwach. Wenn sich das ändert, wird uns auch die Mitte schätzen, denn sie will die Rechtsentwicklung auch nicht." Alle, die mit Europa zu tun hätten, müssten begreifen, dass der Sozialabbau im Süden die EU zerstöre und die Rechte immer stärker werden lasse. "Diese Entwicklung bereitet mir richtig große Sorgen. Deshalb müssen wir vielleicht mal alle neu nachdenken, auch die Vertreter von Medien, Kunst, Kultur, Gewerkschaften, Wirtschaft, Wissenschaft, Kirchen und Politik. Was können wir gegen bestimmte Entwicklungen tun? Dann können wir uns ja alle wieder streiten wie die Kesselflicker, aber bestimmte Sachen müssen wir versuchen zu verhindern", sagte er.

Der Ausgang der Neuwahlen in Großbritannien und die Niederlage der Konservativen mache ihm dagegen wieder ein wenig Hoffnung. Für ihn zeige die Wahl zudem, dass es eigentlich eine Mehrheit gegen den Brexit gebe. Gysi warf jedoch ein: "Aber nun ist es entschieden, und nun dürfen wir einen Fehler nicht machen: Wenn wir zu viele Zugeständnisse an Großbritannien machen, dann laden wir zum Austritt aus der EU ein. Das können wir uns überhaupt nicht leisten. Wenn sie raus wollen, dann müssen sie auch raus gehen. Großbritannien ist ein anderes Land als Frankreich. Wenn Frankreich die EU verließe, ist sie tot. Bei Großbritannien nicht, aber ein harter Schlag ist es schon."

Bezogen auf seine eigene Partei stellte er einen Generationswechsel fest: "Im geschäftsführenden Parteivorstand befindet sich überhaupt kein ehemaliges SED-Mitglied mehr. In der Fraktion ist es auch nur noch ein kleines Häufchen. Das ist eine neue Generation, vor allem in den alten Bundesländern, aber zunehmend auch in den neuen Bundesländern." Die Geschichte und Entwicklung der Partei dürfe man hingegen nicht vergessen. "Es ist uns schon etwas gelungen, aus der SED die PDS zu machen und dann zusammen mit der WASG daraus eine Linke zu machen, die jetzt eine bundesweite Bedeutung hat. Das war harte Arbeit, das ist auch ein Wert und wir dürfen es auf gar keinen Fall leichtfertig verspielen", so Gysi weiter.

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18 Kommentare

  1. Hörr Gysi, Sie falscher Fuffziger, in unserem Fall, IST die EUropäische "Linke" die "Rechte" !

    Wenn sie nicht umhin können, den Kommunismus zu lieben, dann gehen sie doch nach China oder versuchen Sie es nochmal in Russland !

    1. Sehr aufschlußreich der Link. Damit haben Sie Gysi wieder ins richtige Licht gerückt. Weiter Worte über ihn werden damit hinfällig.

    2. Man sieht schon wie er redet..das der Typ 'ne Vollklatsche hat..wie kommt so eine Ratte in die Politik.

      Is der nich auch Anwalt…na ja darunter gibt es auch ganz viele Wixer.

  2. Die Demokratie wurde schon lange zu Grabe getragen! Und die von Gysi ist erst recht keine.

    Tja, der Gysi ist halt der Fahnenträger der Interessenvereinigung: 

    "Akademische Bildung schützt nicht vor Blödheit"

  3. ……der Sozialabbau im Süden die EU zerstöre………:  Genau das Gegenteil (wie fast immer) ist wahr! Der überbordende "Sozial a u f bau" hat die Wirtschaft zerstört und die Verschuldung über das verkraftbare Maß (zu Gunsten der internationalen "Geldverleiher") steigen lassen!! Die Folge sind Millionen und aber Millionen Arbeitslose im einstigen hochprosperierenden Europa! Damit nicht genug wird Europa auch noch von seinen linken Drahtziehern von Millionen und aber Millionen kulturfremden, ungebildeten (großteils analphabetischen) terroristischen Invasoren überschwemmt und die von den Arbeitnehmern angesparten Rücklagen in den Sozialkassen zur Plünderung freigegeben. Das sind nur einige Methoden mit den der Sozialist bzw. Kommunist seine Armutsgesellschaft politisch umsetzt. Der Sozialist bzw.Kommunist enteignet nicht die Millionäre sondern die Gesellschaft. Frau Merkel wird von allen Linken der transatlantischen selbsternannten "Wertegesellschaft" hoffiert weil sie eine von der DDR gefärbte Kommunistin  ist! Sie ist eine Gefahr für die Demokratie wie alle Linksfaschisten.

  4. Von was für einer Demokratie quatscht der Gysi überhaupt? Wir haben jetzt schon keine oder gab es etwa schon Volksabstimmungen auf Bundesebene? Im übrigen, mehr Demokratie wird es mit den Linken auch nicht geben und dann noch weniger als heute, die Linken sind mit Sicherheit noch brutaler und radikaler. Die intoleranten roten Schlägertrupps bei Demos und linksextreme Schmierereien mit erheblichen Sachbeschädigungen beweisen das zum einen schon. Für eine Partei, für die die Menschen (mit Nationalbewußtsein) rundherum alle "Nazis" sind, solch "absurde" Partei-Wesen brauchen wir sicher nicht.

  5. Schade, ich fand Gysi mal als einer der wenigsten guten Politiker.

    Das war aber einmal……..Seit 2015 wird das wahre Gesicht gezeigt – und das trifft fast auf  alle Politiker/innen zu.

     

  6. Demokratie, welche ?

    In Deutschland arbeiten alle etablierten Parteien daran sie abzubauen, und wie man bemerkt – geht es ihnen nicht schnell genug ! 

    Heute ist es ein Linker, morgen ein Schwarzer, übermorgen ein Grüner und danach ein Roter  – ach ja, Und dann kommt auch noch ein Gelber wieder um die Ecke …….Und alle zusammen freuen sich das sie es soweit gebracht haben, nicht wahr – Fr. MERKEL ?! 

    1. Die Demokratie benötigt eben auch ein Volk das bereit ist seine demokratischen Rechte mit Klauen und Zähnen zu verteidigen! Für die Wahrung der Demokratiem ist nicht allein die Politik verantwortlich sondern auch das Volk!

  7. Richtig Herr Stasi ähm Gysi, auf keinen Fall die gefühlte große Koaliation aus Schwarz-Rot-Grün und Linken wählen. Und wie verhurt die FDP ist, sieht man in Schleswig-Holstein.

    Bis auf Schwarz-Links hatten wir schon alle Konstellationen.

    Übrigens ist Kohl heute von uns gegangen. Wenigstens darauf ein Prosit! Schließlich hatte er uns die immer nickende Merkel angeschleppt.

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