Griechenlands Präsident fordert von Schäuble Schuldenerleichterungen ein

Prokopis Pavlopoulos, der Präsident Griechenlands, forderte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble dazu auf, die Versprechen einzuhalten. Athen habe die Forderungen der Geldgeber erfüllt. Nun seien diese am Zug.

Von Redaktion

Griechenland habe Rentenkürzungen und geringere Steuerfreibeträge beschlossen. Damit habe das Land seine Verpflichtungen gegenüber den Geldgebern erfüllt. "Ich bitte Wolfgang Schäuble darum, sich bei seiner Entscheidung nicht vom deutschen Wahlkampf beeinflussen zu lassen. Es geht hier um Größeres, es geht um Europa", sagte Pavlopoulos zur "Welt". Er forderte "Wolfgang Schäuble und das Bundesfinanzministerium" dazu auf, "ihre Versprechen" einzuhalten.

Auf ihrem Treffen am 15. Juni will die Euro-Gruppe erneut nach einer Lösung für die Freigabe einer weiteren Hilfstranche für Griechenland suchen. Im Juli braucht Athen sieben Milliarden Euro, um alte Schulden zu begleichen. Schäuble möchte dafür den Internationalen Währungsfonds (IWF) an Bord haben. Dieser verlangt aber, dass Griechenland konkret Schuldenerleichterungen in Aussicht gestellt werden, wie etwa verlängerte Laufzeiten oder verringerte Zinszahlungen. Schäuble ist dagegen.

Er habe vier Jahre mit Schäuble zusammengearbeitet, als sie beide Innenminister waren. "Er hat immer von den anderen gefordert, sich an die Abmachungen zu halten. Jetzt ist meine Chance gekommen, vom deutschen Finanzministerium zu fordern, dass es sich an die Regeln halten muss. Wolfgang Schäuble ist streng, aber gerecht, und deshalb wird er die Formel finden, die uns erlauben wird, diesen Schuldenberg tatsächlich abbauen zu können", sagte Pavlopoulos.

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11 Kommentare

  1. Völlig verrückte Situation.

    Schäuble erpresst Griechenland im Auftrag der Bankster und der griechische Politiker fordert im Gegenzug offen eine Zechprellerei.

    Griechenland hat unfähige Politiker und Deutschland Verbrecher an der Regierung.

    Die gehören beide ins Gefängnis gesperrt – auf Lebenzeit!

    1. Korrektur: es ist kein Verbrechen, wenn man sich eventuell aus Unfähigkeit oder Unwissen unverhältnismässig verschuldet, allenfalls ein Vergehen! Der griechische Staatspräsident gehört nicht ins Gefängnis, er hat die Pflicht sich für sein Land einzusetzen und Schäuble an seine Pflicht die Abmachungen einzuhalten zu erinnern. Genau das macht Schäuble ja bei jeder Gelegenheit mit Griechenland! Wie man in den Wald hineinruft…

      Nur nebenbei: Griechenland steht finanztechnisch gesehen unter dem Protektorat der EU! Frage, was sollen die Griechen denn noch tun, um Herrn Schäuble genehm zu sein? Griechenland wird das Insolvenzverfahren ja gerade durch die EU verweigert, sonst wäre der Karren längst aus dem Dreck! Die Insolvenzverschlepper sitzen in Berlin und Brüssel, weil sie genau wissen, geht Griechenland aus dem Euro, müssen es auch Italien und Frankreich dürfen. Dies wäre nicht nur das Ende des Euro, sondern wahrscheinlich auch das Ende der EU!

      1. Das Verbrechen der griechischen Politiker liegt darin, dass sie deutsche Steuergelder verbrauchen wollen – ohne Gegenleistung und Rückzahlung. Über den EU-Beitrag tun sie das schon seit langem.

        Die griechischen Politiker sollten nicht fragen, ob sie eine Insolvenz machen dürfen, sondern sie wie Argentinien eigenhändig durchführen.

        Sie sollten mit Rußland bzgl. der Förderung der Kohlenwasserstoffe in der Ägäis ein Joint-Venture unter dem Schutz russischer Kriegsschiffe abschließen. Dazu ist wahrscheinlich ein russischer Militärstützpunkt auf einer griechischen Insel nötig.

        Mit den Erträgen aus der Ölförderung sollten sie ihre Schulden bei Deutschland zurückzahlen und ihre Binnenproduktion wieder neu aufbauen. Parallel dazu sollten sie ihre Grenzen für Dumpinglohnprodukte schließen und eine protektionistische Wirtschaftspolitik zum Aufbau des Landes durchführen.

        1. Ein Verbrechen ist Mord, Vergewaltigung, schwere Körperverletzung, nicht das pochen auf Vereinbarungen! Die Gegenleistungen leisten die Griechen in Form von drakonischen Sparmaßnahmen, nur so kann der griechische Staat ja die Schulden bedienen. Die Gegenleistung ist somit mehr als gegeben!

          Die Griechen bewegen sich in dem ihnen vorgegebenen Rahmen, das kann man ihnen nicht vorwerfen. Natürlich sollten sie ihre Bodenschätze nutzen, ob dass mit dem Schutz Russlands zu bewerkstelligen wäre, wage ich zu bezweifeln. Wir hätten wahrscheinlich die nächste Ost-West-Konfrontation, dann aber in der Ägäis.

          Griechenland braucht nicht nach einer starken Macht zu rufen, weder in in Ost noch in West. Sie sollten ihre Bodenschätze in Eigenregie holen und vermarkten, dann bleibt bei ihnen auch am meisten davon hängen und sie könnten sich schleunigst entschulden.

          1. Zumindestens meiner Auffassung nach ist Zechprellerei ein Verbrechen. Und das machten die Griechen in der Vergangenheit und wollen es auch weiter so machen – auf unsere Kosten.

            Eine entsprechende Gegenleistung/Rückzahlung leisten die Griechen nicht, höchstens bedienen sie teilweise die Zinsen und das mitunter mit deutschem Geld.

            Die Griechen brauchen die Russen, um sich vor dem türkischem Aggressor zu schützen, denn der will die Bodenschätze für sich allein und drohte den Griechen schon mit Krieg.

          2. Scheinbar habt ihr beide nicht korrekt gelesen!

            Griechenland habe Rentenkürzungen und geringere Steuerfreibeträge beschlossen.

             "Beschlossen" !!! Also guten Willen bekundet und noch keine Taten vollbracht. Durch Beschluss ist nicht ein Cent eingespart! Und ob diese Beschlüsse umgesetzt werden und letztlich wirkungsvoll die Kasse sanieren, bleibt abzuwarten. Daher ist Schäubles Mißtrauen mehr als gerechtfertigt. Denn: Wer einmal lügt, dem traut man nicht

  2. Schäuble weiß, dass er liefern muß. Er wird dies aber so verklausulieren, dass der CDU-Wähler meint, der Finanzminister bleibt knallhart! So läuft das Spiel!

    Griechenland ist doch nur das kleinste Problem für die EU! Italien, Frankreich, Spanien sind wesentlich schwierigere Fälle! Der Euro-Karren steckt so tief fest, dass die Währungsbetrüger in EU und EZB noch ganz andere Wundertüten erfinden müssen! Das hätte sich wohl kein Romaschreiber schriller ausdenken können…

     

  3. Laufzeitverlängerungen und Zinserleichterungen sind auf alle Fälle besser als komplett in die Röhre zu gucken. Aber vielleicht ist das ja genau Schäubles Plan für Deutschland – unsre Kohle soll ja weg weg weg !

    Und wenn man bedenkt, dass die grieschichen Banken auch nur ein Abzockermodell sind und die Niemand zur Rechenschaft oder Rückzahlung verdonnern würde, und das Volk diese Summen niemals erwirtschaften kann, dann geht der Plan doch auf : Schäuble besteht auf die alten Konditionen, Griechenland muss endlich die Pleite anmelden und die deutsche Kohle ist weg weg weg !

  4. Fordern ist ein Unterwerfen und der erste Schritt in den Untergang. Der souveräne Mensch handelt ohne Rechtfertigung souverän und erschafft somit Souveränität. Diese Weisheiten stammen aus der griechischen Antike und waren gegen den verewigten Gläubigeradel und sogar gegen die scheinbar militärisch weit überlegenen Perser erfolgreich.

    Ein griechischer Präsident sollte sein Ahnenerbe anzuwenden wissen. Und das germanische Ahnenerbe sollte die Deutschen bewegen, einen papistisch-imperialistischen Schäuble auch als ihren Feind zu erkennen.

  5. @GEZwungener

    Wenn dir die 23. Rentenkürzung der Griechen seit 2009 nicht reicht und die 24. noch nicht erfolgt ist, könnte man dir korinthenkakerisch gesehen recht geben, aber inhaltlich begibst du dich mich solchen Äußerungen auf die Ebene einer Jugendgang, die den am Boden liegenden Opfer noch mal kräftig gegen den Kopf tritt! Du hast keine Ahnung von der Situation vor Ort, daher lässt du dich zu solchen dämlichen Kommentaren hinreißen!

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