Gaddafis Sohn: Kann Saif al-Islam neuer Staatspräsident Libyens werden?

Nach der überraschenden Freilassung von Saif al-Islam, gilt dieser – trotz möglichem Prozess vor den internationalen Strafgerichtshof – als Hoffnungsträger im gebeutelten Libyen. Das einstige Vorzeigeland Afrikas ist nach dem Sturz seines Vaters, Muammar al-Gaddafi, durch diverse Machtkämpfe der Clans und Terroristen, ein zerissenes Land.

Von Christian Saarländer

Saif al-Islam äußerte, nach Angaben des libyschen Militärs, den Wunsch in die Politik zurückzukehren, schreibt die russische Tageszeitung „Iswestija“, die mit dem Verbandssprecher der libyschen Stämme, Basem al Sol, sprach. Dieser wünscht sich den Sohn des ehemaligen libyschen Staatsführers, Muamar Gaddafi, als Präsidenten. Saif al-Islam selbst war selbst nicht aktiv in der lybischen Politik beteiligt, aber beeinflusste diese von außen doch enorm. 

Allerdings forderte die Staatsanwaltschaft des Internationalen Strafgerichtshofes in Den Haag die Verhaftung und Auslieferung von Saif al-Islam, weil man ihm für die Vorkommnisse im Jahre 2011 Mord und gewaltsame Unterdrückung von „friedlichen“ Protesten vorwirft. 2011 wurde Libyen von einer NATO-Koalition niedergebombt, Staatsführer Gaddafi wurde unter CIA-Mitwirkung gestürzt und vor der Handykamera kaltblütig ermordet. 

Saif al-Islam wurde am 9. Juni überraschend durch eine Amnestie aus der Haft in Libyen entlassen, nachdem man auch ihn im Jahre 2011 inhaftierte und wegen Kriegsverbrechen bereits zum Tode verurteilte. Dieses Urteil wurde allerdings nicht vollstreckt.

Nach dem Sturz von Muamar Gaddaffi rutschte das Land nach und nach in die Instabilität ab und ist unter anderem ein Rückzugsort für militante Dschihadisten geworden. Derzeit regiert offiziell eine Übergangsregierung in Tripolis, welche ebenfalls als instabil gilt. Viele Regionen werden von dschihadistischen Terroristen dominiert.

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5 Kommentare

  1. Der internationale Strafgerichtshof in DenHaag ist ein "privates" Machtinstrument jener die Libyen niedergebombt und seine Politiker bestialisch massakrieren haben lassen. Internationale Institutionen dieserart haben mit zivilisierter Rechtsprechung absolut nichts zu tun. Sie sind Vehikel der NWO-Faschisten!

    1. Der sogenannte "internationale Strafgerichtshof" ist ein Krieg-Werkzeug der NATO. Urteile dieser Institution haben keine völkerrechtliche Gültigkeit.

       

  2. Absolut richtig und das kann man schon daran erkennen, daß einige andere dort schon lange auf der Anklagebank sitzen müßten, aber auf der angeblich wahren Seite stehen und deshalb nichts zu befürchten haben.

  3. Vielleicht gelingt es ja nach der Wende in Europa, einen Strafgerichtshof mit deutlich besserer Legitimation und dem Völkerrecht als Grundlage zu installieren. So etwa 30-200 Kandidaten für eine Verurteilung können problemlos aufgestellt werden. Gaddafis Einbindung in den Wiederaufbau Libyens wären das Eingeständnis dieser unsäglichen NATO-Aggression, und ein winziger Teil einer größeren Wiedergutmachung. Von der FDP kann man nicht viele positive Taten auflisten, die Verweigerung des Mitmachens durch Westerwelle gehört aber dazu! Und wie leider nicht immer: Die Verursacher haben den Großteil des Schadens zu tragen!

  4. Immer,  und  immer  das selbe  ! Alle die  sich  gegen den Fed Dollar wenden , werden  massakriert  ! Ein dreifach  Hoch  auf die  Globalisierung  ! 

    (Bis  Paraguay  ists halt verhallt  ) Wir Deutschen  haben den Anfang  erleben  dürfen  !

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