Frankreich: Macrons LREM wie erwartet Sieger

Wie erwartet konnte Macrons Partei eine satte Mehrheit der Abgeordneten im Parlamente für sich gewinnen. Die zweite Runde brachte Gewissheit.

Von Marco Maier

Der Sieg von Emmanuel Macrons "La République en Marche" (LREM) und die extrem niedrige Wahlbeteiligung von 44 Prozent sind ein Weckruf für die französische Politik. Denn viele Wahlberechtigte sind den Wahlurnen aus Protest ferngeblieben und beim Rest stimmten viele für die Partei des Präsidenten, der auch nur von der Inkompetenz der Altparteien profitierte.

Zwar konnte Macrons Partei die Prognosen von über 400 Sitzen in der 577 Abgeordnete umfassenden Nationalversammlung nicht erfüllen, dennoch konnte die LREM ihre Mehrheit ausbauen. Demnach kannn die Partei wohl ersten Ergebnissen zufolge 311 Abgeordnete ins Parlament entsenden, der zentristische Koalitionspartner MoDem darf auf 44 Abgeordnete hoffen. Vielleicht gehen sich auch bis zu 365 Sitze für die Koalition aus.

Inzwischen regt sich jedoch auch immer größer werdender Protest gegen das bestehende Mehrheitswahlrecht, welches von den etablierten Parteien vor allem deshalb eingeführt wurde, um den Front National klein zu halten. Doch dieses mal hat dieses Wahlsystem dazu geführt, dass auch die stimmenmäßig recht starken Republikaner mit 125-133 Abgeordneten deutlich unterrepräsentiert sind.

Der Front National von Marine Le Pen kann den vorläufigen Ergebnissen zufolge trotz des ungünstigen Wahlrechts mit insgesamt sechs bis acht Abgeordneten ins Parlament einziehen. Bislang hatte die Rechtspartei nur zwei Vertreter in der Nationalversammlung. Für die bislang regierenden Sozialisten, die nur noch mit 41-49 Sitzen rechnen können, ist diese Wahl ein Debakel. Mélenchons Linkspartei kann hingegen immerhin 23-29 Sitze ergattern.

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7 Kommentare

  1. Hat nicht die Merkel schon vor Jahren gesagt, dass die Demokratie ein Auslaufmodell ist ?

    Die 44% Wahlbeteiligung sind Ergebnis der systematischen Unterminierung von Demokratie. Eine Blockpartei und jede Alternative wird durch die konzertierten Medien bis hin zu den staatichen Protest- und Schlägertrupps unmöglich gemacht.

    Wenn wir feststellen können, dass wir keine Demokratie haben, wird es den Machthabern nicht mehr möglich sein, Verantwortung auf "den Wählerwillen" abzuwälzen. Die Politiker alleine haben Verantwortung und werden für ihre Politik zur Verantwortung gezogen .

  2. Wer Frankreich wieder nach oben bringen will, woran man eher zweifeln muß, dem bleibt unter anderem garnichts anderes übrig, als zur Besitzstandswahrung sich auch mit Deutschland anzulegen. Da die EU ehedem auseinanderbricht, und zwar mangels Masse und Inkompetenz, wird jetzt noch jeder intelligente Präsident vom Rahm abschöpfen, solange es noch möglich ist, denn fällt Deutschland erst in ein tiefes Loch ist ehedem alles zu spät und dann beginnt wie üblich die Fledderei für`s eigene Überleben und das wird noch grausamer als alles zuvor, denn jedes Land hat dann nicht nur den Feind von außen, sondern durch die neue Vielschichtigkeit auch von innen. Das alles kann ja heiter werden.

  3. Je mehr er expandiert, der Neoliberailismus, desto mehr Unheil bringt er für das Fundament Volk .Der nächste Bankencrash wird diesem ganzen Spiel ein Ende machen.( Dafür füllt sich der ganze Abschaum jetzt noch eiligst  die Taschen.)  Dann sieht man die "Ratten" wie sie panisch das sinkende Schiff verlassen -, für das sie ja  eigentlich verantwortlich waren. Bisher wurde das französische Volk von seinen Machthabern relativ gut behandelt. Jetzt kommt der Goldmann Sachs Mann (" jetzt kommt Schröder auch zu Euch ihr Franzosen .") Das einzige Mittel was für die verborten Gehirne gilt : "Die Reichen müssen aus den Nähten platzen und die Mageren dünner werden".

  4. In einer Demokratie regiert die Mehrheit über die Minderheit. Die Mehrheit hat kundgetan, mit diesem System nicht zufrieden zu sein, weil sie nicht mit Blankovollmacht (Wahlkreuz) um Zugabe gebettelt hat. Somit werden die Franzosen nicht mehr demokratisch regiert. Sie haben ohnehin schon seit Jahren den Ausnahmezustand. (Kriegsrecht) Bin gespannt, wie lange sie sich noch unterdrücken lassen, weil nun die Regimegegner wissen, dass sie in der Mehrzahl sind.

  5. Jene die in Frankreich  den bisherigen politischen Kurs bestimmt haben nämlich Konservative und Sozialisten, haben bei den Wahlen ein nie dagewesenes Debakel   erlitten und befinden sich bereits am Weg in den politischen Orkus. Es ist eher nicht anzunehmen, daß Macron eine Politik fahren wird die ihn in die selbe Situation bringt. Wenn bei den deutschen und österreichischen Wahlen Sozialisten und Konservative die ebenfalls Protagonisten des in Frankreich abgestraften politischen Kurses sind, ähnlich auf den Weg geschickt werden, findet in Europa ein politischer Paradigmentwechsel statt der durchaus auch das Ende der EU in ihrer bisherigen Form bedeuten kann. Die Entwicklung Europas liegt also im hohen Maß an den Wählern. Es  m ü s s e n  die Protagonisten einer Politik die bisher ausschließlich Schaden für Länder und Völker angerichtet hat  k o n s e q u e n t   von der Macht entfernt werden. 

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