Die weltweit gehandelten Anleihen belaufen sich auf 54 Billionen Dollar. Bereits ein Drittel davon wird von den Zentralbanken gehalten. Hält dieser Trend an, werden es bald schon 50 Prozent sein.

Von Marco Maier

Die Staatsfinanzierung durch die Druckerpresse ist längst schon Realität. Ein Blick auf den globalen Bond-Markt zeigt dies eindrücklich auf. Doch die inflationären Tendenzen machen sich – aufgrund des bestehenden Wirtschafts- und Finanzsystems – kaum auf den Realgütermärkten bemerkbar, sondern eben auf den Aktien- und Immobilienmärkten, wo sich neue Blasen bilden.

Zum Vergleich (siehe Grafik unten): Noch im Jahr 2002 hielten Geschäftsbanken und Zentralbanken zusammen rund 40 Prozent aller Anleihen, davon die Zentralbanken selbst rund 15 Prozentpunkte, die Geschäftsbanken 25 Prozentpunkte. Inzwischen (April 2017) halten beide zusammen bereits rund 50 Prozent aller Bonds. Doch der Anteil der Zentralbanken nahm hierbei auf rund ein Drittel (also rund 18 Billionen Dollar) zu, während die Geschäftsbanken viele Anleihen abstießen.

Geht diese Entwicklung so weiter, werden die Zentralbanken bereits in fünfzehn Jahren rund die Hälfte aller frei handelbaren Anleihen weltweit halten. Ein Umstand, den manche Menschen gerade bei den Unternehmensanleihen als "schleichende Verstaatlichung" ansehen und bei den Staatsanleihen als unzulässiges anwerfen der Druckerpresse.

5 KOMMENTARE

  1. Würden sich Staaten durch die Druckerpresse selbst finanzieren, wäre das nicht mal ein Problem, denn dann müßten sie nicht Zinsen für die Staatsverschuldung bei den Wallstreet- bzw. FED-Banken zahlen und das Geld könnte für den Aufbau der Binnenkonjunktur eingesetzt werden.

    Tatsächlich werden mit Anleihen südeuropäische Pleitestaaten finanziert, die der EZB die wertlosen Anleihen andrehen. Diese Geldvermehrung senkt den Wert des Euros und damit die Kaufkraft der Bürger der nordeuropäischen Staaten.

    Vereinfacht gesagt: Die südeuropäischen Pleitestaaten konsumieren über Anleihen die Wertschöpfung der nordeuropäischen Staaten. Ein gewaltiger Umverteilungsmechansimus, kurz Betrug.

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    Der einzige mir bekannte Staat, der sich über die Druckerpresse selbst finanziert ist die USA, wobei da noch FED-Banken zwischen Druckerpresse und Staat geschaltet sind. Mit diesem Spiel kaufen die USA über die Druckerpresse in China und Europa ein, ohne die Schulden je begleichen zu können. Im Prinzip Zechprellerei.

    Das US-Militär ist nur durch diese Zechprellerei finanzierbar.

    Größere Inflation verhindern die USA trotz Geldvermehrung, indem sie die anderen Staaten der Welt mit ihrem Militär zwingen, Öl nur in Dollar zu handeln. Mit Ölpreiserhöhung und Ölverknappung läßt sich so indirekt der Dollarkurs stützen.

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    Staatsfinanzierung über die Druckerpresse – die große Chance

    Entgegen der Propaganda in den kapitalistischen Ländern kann die Selbstgeldschöpfung eines Staates eine hervorragende Sache sein – wenn sie vernünftig angewendet wird.

    Nämlich dann, wenn der Staat Geld für Investitionen in die Wirtschaft des Landes schöpft und dieses Geld zinslos an Bürger und Unternehmen verleiht. Dabei muß er darauf achten, dass er die Geldschöpfung auf ein gesundes Maß bregrenzt, damit keine Inflation eintritt. Dies funktioniert so, dass die Kreditmenge mit der Neu-Wertschöpfung in den Unternehmen korreliert.

    Die Wirtschaft eines Landes läßt sich ohne Zinslasten bedeutend besser aufbauen als mit.

    • "Die Wirtschaft eines Landes läßt sich ohne Zinslasten bedeutend besser aufbauen als mit."

       

      is nich wahr, ich bin schockiert

  2. "Also, was ist eine Zentralbank?
    Eine Zentralbank ist eine Institution, die die Währung einer gesamten Nation herstellt. Basierend auf historischer Präzedenz gehen zur Ausübung des Zentralbankwesens zwei spezielle Befugnisse einher: Die Kontrolle über die Zinsraten und die Kontrolle über die Geldversorgung oder die Inflation.

    Die Zentralbank versorgt die Regierungen nicht einfach mit Geld, sondern sie leiht es ihnen gegen Zinsen. Durch die Erhöhung und Verminderung der Geldmenge reguliert die Zentralbank dann den Wert der ausgegebenen Währung. Es ist von entscheidender Bedeutung zu verstehen, dass die gesamte Struktur dieses Systems auf Dauer nur eins produzieren kann: Schulden!

    Es bedarf keines sonderlichen Scharfsinns, diesen Schwindel zu verstehen. Jeder einzelne durch die Zentralbank produzierte Dollar wird gegen Zinsen verliehen. Das heißt, dass jeder einzelne produzierte Dollar in Wirklichkeit der Dollar zuzüglich eines gewissen Prozentsatzes an Schulden basierend auf diesem Dollar ist. Und da die Zentralbank ein Monopol auf die Währungsproduktion eines gesamten Landes hat und sie jeden Dollar mit einer angehängten indirekten Zinsrate verleiht, stellt sich die Frage: Woher kommt das Geld, um die Schulden zu bezahlen?

    Es kann wieder nur von der Zentralbank kommen, was bedeutet, dass die Zentralbank ständig ihre Geldmenge erhöhen muss, um die erschaffene zu bezahlende Zinsschuld temporär abzudecken, was wiederum – da dieses neue Geld auch wieder mit Zinsen verliehen wird – noch mehr Schulden generiert.

    Das Endergebnis, sofern dieses System nicht scheitert, ist Sklaverei. Denn es ist für die Regierung und folglich die Bürger unmöglich, jemals aus den selbst erschaffenen Schulden herauszukommen.

    Jetzt ist die Kontrolle der Wirtschaft und der permanente Raub des Wohlstands nur eine Seite des Zauberwürfels, den die Bank in ihrer Hand hält. Das nächste Werkzeug für Profit und zur Kontrolle ist Krieg.

    Es ist wichtig zu verstehen, dass das lukrativste was den internationalen Bankern passieren kann Krieg ist. Denn der zwingt die Länder, sich noch mehr Geld gegen Zinsen von der Zentralbank zu leihen…"
    https://youtu.be/gmk8L0_U888

    • @ Zeitgeschichte

      Mir ist ein Rätsel wie nach dem 'QE' nun das ''OMF' der EZB funktionieren soll?

      Der direkten Übernahme der Staatsschulden durch die Notenbanken dürfte das Ende dieser Pleiteunione eingeleitet haben, wobei man sich die Transferunion, bei der den Kreditnehmern sogar die Zinsen erstattet werden, eigentlich sparen kann. Eine Idee die unter dem Namen 'OMF' – 'Overt Monetary Finance' inzwischen immer häufiger diskutiert wird. Bislang kaufen die Notenbanken nur beretis emittierte Anleihen über den Sekundärmarkt und haben diese Maßnahmen als 'temporär' bezeichnet?  Im Rahmen von OMF aber würden neu emittierte Staatsanleihen gar nicht mehr an den Markt kommen, sondern direkt von der Notenbank übernommen werden? Das wäre der Einstieg in eine neue Dimension monetäre Verwässerung und steigender Kaufkraftaushöhlung, sowie steigender Inflation in diesem EUROsions-System.

      Irgendwo müssen doch Gläubiger sitzen, die dieses Spiel der Beihilfen zu den Insolvenz verschleppungen für Pleitestaaten und Pleitebanken nicht mehr mitmachen werden und aufgrund der Herabstufung durch die Ratingagenturen auf ein Ramschniveau der EIUROsions-Zone dieser den Geldhahn zudrehen werden, zumal es sich herausgestellt hat, daß dieser 'EU' weder der Wille noch Ideen noch die Kraft für echte Finanzreformen fehlen und man sich mit den verschiedensten Varianten der EZB angefangen von STEP – EFS – EIB -TLTRO – SMP – OMT  – ELA – ESM – Target II – ABS – CSPP – QE und jetzt OMF, die nichts gebracht haben und man sich weiterhin auf Kosten der Steuerzahler mit Spekulationen auf Pump durchzuwursteln versucht? Sowas nennt man in der Fachsprache den Weg in den betrügerischen Bankrott, oder?

  3. "Schleichende Verstaatlichung" stimmt nur bedingt, denn die Zentralbanken rund um den Globus sind Privat-Banken, kontrolliert von den Geschäftsbanken. Was wir also sehen, ist eine schleichende Total-Privatisierung: bald wird alles (und jeder…) den Zentralbanken gehören. Sie drucken Geld und kaufen damit die Realwirtschaft auf. So sieht's leider aus.

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