DGB-Demonstration. Bild: Flickr / Bündnis 90 / Die Grünen CC-BY 2.0

Der Deutsche Gewerkschaftsbund dämpft die Erwartungen an das Treffen der G20-Staats- und Regierungschefs in Hamburg. Merkel werde große Schwierigkeiten haben, die Gemeinschaft zusammenzuhalten, sagt Reiner Hoffmann vom DGB. 

Von Redaktion

"Nach gegenwärtigem Stand der Dinge müssen wir froh sein, wenn es überhaupt greifbare Gipfelergebnisse gibt. Angela Merkel wird große Schwierigkeiten haben, die Gemeinschaft zusammenzuhalten", sagte der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann in einem Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Die zentrifugalen Kräfte nehmen zu, die den bisher in den G20 erzielten Konsens in Frage stellen", sagte Hoffmann. So stehe der "Zickzackkurs der US-Handelspolitik, der nicht nur den USA Schaden zufügen könnte, und die Hinwendung zu Protektionismus und America first dem Kurs der G20 diametral entgegen."

Nach Ansicht des DGB-Chefs könnten "neben außen- und handelspolitischen Unwägbarkeiten weitere Themen von globaler Bedeutung, die die Bundesregierung auf die Agenda gesetzt hat, schärfere Auseinandersetzungen mit sich bringen." Ausdrücklich nannte Hoffmann dabei "den Klimawandel, die Entwicklungspolitik, die Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik."

Für überholt hält der Chefgewerkschafter das Gesprächsformat G20 trotz aller drohenden Schwierigkeiten nicht. "Die Wahl von Donald Trump und dessen Kehrtwende in der Handels- und Weltwirtschaftspolitik hat der zuletzt vor sich hin dümpelnden G20 eine neue Bedeutung verliehen. Die G20 sind aufgrund ihrer ökonomischen und politischen Bedeutung in der Verantwortung, zu verbindlichen, nachhaltigen Lösungen zu kommen." Hoffmann sieht jedoch die Gefahr einer inhaltlichen Überfrachtung. "Die G20 erweitern von Gipfel zu Gipfel ihre Tagesordnung, ohne dass konkrete und überprüfbare Ergebnisse dabei herauskämen", sagte Hoffmann.

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Demonstrationen anlässlich des G20-Gipfels hält der DGB-Chef für angebracht. "Natürlich sind friedliche Proteste legitim und gerechtfertigt. Der DGB beteiligt sich an Aktionen und Demonstrationen, die für eine faire Globalisierung eintreten. Krawall oder gar Gewalt lehnen wir aber ganz entschieden ab", sagte Hoffmann. Es lohne sich immer, "für eine gerechte Verteilung von Einkommen und Vermögen eine klare Haltung einzunehmen und dafür zu demonstrieren". Arbeitnehmerrechte dürfen nicht zur Verfügungsmasse von Konzern- und Profitinteressen im weltweiten Wettbewerb werden.

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5 KOMMENTARE

  1. Dafür bin ich auch- wenn es denn friedlich bleibt.

    Aber wenn der von den Gewerkschaften, Kirchen, Linken, Grünlingen aufgestachelte und von dem Staat finanzierten linksfaschistischen Mob Polizisten krankenhausreif verprügelt, Autos anzündet und ganze Strassenzüge verwüstet, dann möchte ich am liebsten dazwischenfahren und die neuen rotzgrün-roten Faschisten "erziehen, das es ihnen bis an ihr Ende vergeht sich so aufzuführen!!!

  2. Die Gewerkschaftsbosse sind gekauft – deshalb versagen sie auch.

    So wurde z.B. der windelweiche Verdi-Chef Bsirske zum Bilderberger-Treffen eingeladen, was seine Käuflichkeit und Unterwürfigkeit gegenüber der Finanzmafia aufzeigt.

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    Wären die Gewerkschaftsbosse noch echte Arbeitervertreter, so hätten sie längst zum Generalstreik gegen die Hartz4-Gesetze und gegen Zeitarbeit aufgerufen.

    Theoretisch könnten die Gewerkschaften Deutschland mit Flächenstreiks lahm legen, doch die Bosse sind längst vom Kapital bestochen worden, deswegen kommt von deren Seite nur windelweiches Gewinsel.

  3. Das ist aber sehr nett, daß er seinen Mitgliedern noch einen Protest gegen den G20-Gipfel zugesteht, den anderen hat er ja ehedem nichts zu sagen. Ein Karrierist wie aus dem Bilderbuch, aufgestiegen im wörtlichen Sinne wie Phönix aus der Asche, linientreu mit den Sozis verbunden und durch diese auch protegiert und dann über alles rausgewachsen, in Selbstherrlichkeit die Wunder des Sozialismus preisend, aber dennoch nicht so unbescheiden um persönlich im Beruf und mit den Großen dieser Republik eifrig mitzumischen, natürlich gegen das Kapital, aber nur für die anderen, nicht im eigenen Sinne, das ist ja nur was für Plebeier, sondern im Kontext mit der Macht und demzufolge den Mächtigen. Diese Typen haben schon seit Jahrzehnten, zusammen mit den Sozialisten ihre angestammte Klientel verraten und erdreisten sich immer noch irgendwelche Ratschläge oder Meinungen zu verbreiten. Das sind in meinen Augen Verräter an der Arbeitnehmerschaft und genau diese Spezies kungelt noch mit vielen Verbrechern auf der Arbeitnehmerseite. In Amerika werden von dieser Sorte mittlerweile viele per Haftbefehlt gesucht, während man mit diesen hier im Lande noch Bussi-Bussi-Politik betreibt. Das ist glatter Wahnsinn und und ein Schlag ins Gesicht jedes anständigen Mitgliedes.

  4. Total unsinnige Gipfel und von den Kosten und Aufwand ganz zu schweigen.

    Diese Gipfel haben eh noch nie was gebracht!

    Außer Spesen nichts gewesen.

    Und merkwürdigerweise ist es jetzt auf einmal machbar unsere Grenzen zu schützen !!!

  5. Der ehemalige Innenminister Zimmermann sagte über friedliche Kundgebungen: "Die demonstrieren, wir regieren." Frankreich hat sich mit absoluter Mehrheit geweigert, für Scheinwahlen gültige Wahlscheine abzugeben, weil sie ohnehin nur die Machtergreifung volksfeindlicher und völkerfeindlicher Zimmermann-Typen legitimieren. Die Franzosen wissen aus Erfahrung: Wenn der sog. Staat unerträglich geworden ist, braucht es angemessene Methoden der Demokratie, wie sie der Maler Delacroix in einem Gemälde dargestellt hat, worin die Freiheit das Volk anleitet.

    Wenn ein Gewerkschaftboss etwas für die Arbeitnehmer tun wollte, würde er zum Streik gegen grundgesetzwidrige Angriffskriege der Nord-Atlantischen Terror-Organisation aufrufen. Aber das traut er sich nicht. Dafür wird er nicht bezahlt. Also ruft er zu einer "friedlichen" Kundgebung auf, die in solchen Fällen erfahrungsgemäß nutzlos ist; noch schlimmer: Er erlaubt sie großzügigerweise. Ach wie lieb! Gegen Krieg wirksam etwas zu tun wäre nicht lieb?

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