Darum wird ein globales Klimaregime nicht funktionieren

Vor allem im westlichen Kulturkreis wird der Ruf nach mehr Umwelt- und Klimaschutz lauter. Nachhaltigkeit wird gefordert. Doch das wird gerade an den tropischen Entwicklungsländern scheitern.

Von Marco Maier

Umweltschutz, Nachhaltigkeit, Klimaschutz – Schlagworte, die seit mehreren Jahren die Schlagzeilen und die politischen Diskussionen dominieren. Mit ein Grund dafür, warum solche Positionen gerade bei den Europäern bzw. Weißen (aber auch zunehmend bei den nördlichen Asiaten) an Popularität gewinnen, dürfte die Evolutionsgeschichte sein. Über Generationen hinweg angeeignete Verhaltensmuster lassen sich nicht einfach so ändern. Früher warf man die Bananenblätter, in denen das Essen eingepackt war, einfach weg – heute sind es die Plastikverpackungen, die jedoch nicht verrotten.

Wer schon einmal in Afrika oder in tropischen asiatischen Ländern unterwegs war, wird feststellen, dass die Menschen dort überwiegend ein völlig anderes Verhalten in Sachen Umwelt an den Tag legen und sich auch in Bezug auf Zeitbegriffe deutlich von den Europäern unterscheiden. Denn historisch betrachtet mussten sich die Menschen in diesen Gebieten (bevor sich die Überbevölkerung breit machte) weitestgehend nicht mit lästigen Dingen wie Vorräte oder Heizmaterial für den Winter sammeln abmühen. Wer hungrig war, konnte sich Fische fangen, ein Tier erlegen oder sich einfach an der reichen Pflanzenwelt bedienen.

Und heute? Da sind die Flüsse, Seen und Meere überfischt, die Wälder überjagt und die Felder und Äcker für den Eigenbedarf wichen Pflanzen für den Export – um Geld zu haben, mit dem man sich dann (teils industriell zubereitetes) Essen kaufen konnte. Doch so etwas wie in die weitere Zukunft zu denken liegt den meisten Menschen dort weiterhin fern, auch wenn es – vor allem Dank europäischer Hilfe – immer mehr Menschen dort gibt, die sich tatsächlich Gedanken darüber machen, wie sich dieser Raubbau an der Natur für die kommenden Generationen auswirken wird. Aber diese Menschen sind in der Minderheit.

Doch dieser Kulturkreis, in dem für Jahrtausende eine "All you can eat"-Kultur vorherrschte und Hungersnöte nur durch Umweltkatastrophen hervorgerufen wurden, wird es schwierig haben, sich umzustellen. Und was noch schwerwiegender ist: Diese "in den Tag hinein leben"-Kultur weist die höchsten Bevölkerungswachstumsraten auf. Alleine in Afrika wird sich die Bevölkerung von derzeit 1,3 Milliarden Menschen bis zum Jahr 2060 verdoppeln – und mit ihr wird sich der Ressourcenverbrauch massiv erhöhen.

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Zu glauben, dass sich das Verhalten der Menschen dort in den nächsten Jahrzehnten nachhaltig ändert, nachdem man hunderte Generationen lang faktisch von einem Tag in den anderen leben konnte, ist illusorisch. All die Ressourcen, die die Industriestaaten einsparen, all die Abgase und Schadstoffe die vom "Westen" nicht mehr in die Luft geblasen werden – sie werden von den Zuwachsraten in den noch armen, tropischen Ländern weitestgehend übertroffen. Davon kann man ausgehen.

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10 Kommentare

  1. Zu diesem Thema habe ich schon sehr viel geschrieben und kann deshalb auch diesen Aufsatz gedanklich nur unterstützen. Die Menschheit rast mit Vollgas in den Untergang und die erste Maßnahme der Bevölkerungsreduktion, wäre schon vor 50 Jahren fällig gewesen. Es ist ein Irrglaube, die Menschen ab einem gewissen Quantum noch versorgen zu können und solange Vernunft und Kommerz im krassen Gegensatz stehen, wird sich auch nichts ändern und das bedeuted, ohne es zeitlich genau quantifizieren zu können, für Milliarden ein qualvolles Ende. Die Population bei gleichzeitigem Resourcenverbrauch, gepaart mit Umweltgiften jeglicher Art multipliziert sich von Tag zu Tag und wird immer schneller, sodaß aus heutiger Sicht nichts mehr zu retten ist.

    1. Sehe das aehnlich. Wenn ich die Menschen um mich herum betrachte, ein einziger Egoismus, kein Schamgefuehl, Zugreifen, an sich Reissen, so sich die Gelegenheitsekunde bietet. Viele finden an Mord, Diebstahl, Betrügereien, Lügen und Seitensprüngen nichts verkehrt. Im Deutschen Sprachraum grassiert der politische Schwachsiin in den Koepfen.

  2. Skizzieren wir mal eine optimistischere Zukunft:

    Schritt 1:

    Patriotische Parteien führen Europa aus der Nato und in eine Partnerschaft mit Rußland. Dadurch sinkt die Macht der USA, die Globalisierung wird durch eine humane, soziale Marktwirtschaft ersetzt.

    Schritt 2:

    In Deutschland wird man die Technik der Synchronisation Braunscher Molekularbewegung entdecken, die der Menschheit unerschöpfliche Energie zum Nulltarif verschafft. Erdöl, Erdölkriege und AKWs werden überflüssig.

    Das Perpetuum Mobile 2. Art ersetzt herkömmliche Energiegewinnungstechniken.  Autos, Schiffe und Flugzeuge bewegen sich nun ohne Erdöl, allein durch die Energie der Molekularbewegung.

    Energie wird kostenlos.

    Schritt 3:

    In Deutschland werden neuartige Meerwasserentsalzungsanlagen entwickelt, die mit dem Perpetuum Mobile 2. Art betrieben werden.

    Jetzt kann Meerwasser im großen Stil entsalzt werden und das Süßwasser bewässert Sahelzone und Australien. Die so gewonnenen Agrarflächen können die Menschheit noch viele Jahrhunderte ernähren.

    Der Hunger der Welt hört auf.

    ———————————————

    Wie man sieht, bedarf es nur eines Kreuzes auf dem Wahlzettel bei einer patriotischen Partei – der Rest ergibt sich dann schon.

        1. Die ganze Chose geht ohnehin den Bach runter. Da brauchts keine Revolution, die meisten sind sowiso so Gehirngewaschen, dass sie nicht mehr wissen worums eigentlich geht. Kannst ruhig um Zuuuugaaaabeeee betteln gehen, ich jedenfalls will nicht vom Staat um 50% meines Einkommens beraubt werden, was diese [*] Steuern nennen.

  3. Machen wir uns nichts vor, ein "Klimaregime" agiert doch bereits . Wir BRD-Steuerzahler müssen als Folge von Regelwerken und Gesetzen, entworfen von einem "globalen klimaregime" jährlich ca. 30 Milliarden aufbringen.                                                                                                                                                    @Richard, wenngleich ich Ihre "Skizzen für eine optimistischere Zukunft" durchaus lobenswert nennen könnte, so bleiben sie lediglich Fiktion, Träumerei. Vor allem dann, wenn Sie annehmen, mit einem Kreuz auf dem Wahlzettel solche systemverändernden Vorgänge bewirken zu können.                                                                                                                                                                                                                        Die Situation der menschlichen Gesellschaft auf Planet Erde ist dermaßen festgefahren, dass ein grundlegender (systemverändernder) Wandel unmöglich erscheint. Die Menschen in den dominierenden Industrienationen sind durch Materialismus, Besitzstreben, Körperkult, Unterhaltungsmedien abgestumpft; das Fehlen ethischer Grundsätze und moralischer Barrieren hat das "normale Rechtsempfinden" verkümmern lassen. Wir (Menschen in den Industrienationen) haben zugelassen, dass die Ökonomie sämtliche Bereiche des gesellschaftlichen Lebens dominiert, "Geld regiert die Welt" wird "bereits mit der Muttermilch" verinnerlicht. Ohne einen Bewußtseinswechsel wird diese Gesellschaft nur sehr geringe Überlebenschancen haben.

    1. Und einen Wandel erreicht man mit Sicherheit nicht dadurch, dass man drei Buchstaben am Wahlzettel ankreuzt und damit laut nach "Zuuugaaaabeee!" schreit.

        1. einige, die dich einfach ignorieren, sind um einiges schlauer, als ich. aber gegen dich unkraut hilft selbst das nicht. 

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