Wen interessiert schon, was die EZB sagt? In Rom offenbar niemanden. Die Regierung gibt 17 Milliarden Euro für die Rettung zweier bankrotter Banken aus.

Von Marco Maier

Anstatt wie von der EZB angeordnet die beiden Banken Veneto Banca und Popolare Vicenza Banca nach italienischem Insolvenzrecht abzuwickeln, gibt es aus Rom nun bis zu 17 Milliarden Euro aus der (ohnehin leeren) Staatskasse – möglich gemacht durch ein "Schlupfloch". Das teilte Italiens Finanzminister Pier Carlo Padoan am Sonntag nach einer Sondersitzung des Kabinetts mit.

Die noch überlebensfähigen Teile soll die Großbank Intesa Sanpaolo übernehmen, der Rest soll in einer sogenannten "Bad Bank" landen – und das Ganze womöglich schon in der kommenden Woche. In den 17 Milliarden Euro, die die Zerschlagung der beiden Banken den Steuerzahler kosten könnte, sind allein zwölf Milliarden Euro für Staatsgarantien einkalkuliert, mit denen mögliche Verluste durch faule Kredite abgedeckt werden sollen.

Damit zeigt es sich wieder einmal deutlich, dass die EU-Verträge nicht das Papier wert sind, auf dem sie gedruckt wurden. Schlussendlich macht ohnehin jeder das, was er will und für richtig hält. Strafen von Brüssel hat Rom ohnehin nicht zu befürchten, zumal man doch zu große Angst davor hat, dass dies den EU-Gegnern bei den nächsten Wahlen noch mehr Zulauf beschert.

Wie man es auch dreht und wendet: Die europäische Finanzindustrie ist völlig im Eimer und darf sich weiterhin der Gunst idiotischer Politiker erfreuen, die zu feige dazu sind, die gierigen Banker und Spekulanten auf die Schnauze fallen zu lassen. Leidtragende sind dann wieder einmal die normalen Bürger, die anstelle einer Neuordnung des Systems nur Pseudoreformen und neue Probleme bekommen.

3 COMMENTS

  1. Die "normalen Bürger" sind z.T. auch die Verursacher, weil sie sich auf großkapitale, globale und staatliche Banken einlassen. In Deutschland sind immerhin rund ein Fünftel der Bürger Mitglieder von Genossenschaftsbanken. Diese Betriebsart hat die sog. Krise von 2007 gut überstanden. Das liegt auch daran, dass fremde Interessen wegen des besonderen Stimmrechts keine Chance haben: Egal, wieviel jemand Anteile hat, er/sie hat in der Jahresversammlung genau eine einzige Stimme. Wünschen wir den Italienern, dass es ihnen gelingen möge, ein demokratisches Bankwesen zu initiieren und aufzubauen!

  2. Mit freundichen Grüssen von der italienischen Mafia an die globale Mafia. Wer interessiert sich von den beiden Seiten denn überhaupt noch für Gesetze??? Schliesslich sind solche da, um sie zu brechen.

  3. In den 17 Milliarden Euro, die die Zerschlagung der beiden Banken den Steuerzahler kosten könnte, sind allein zwölf Milliarden Euro für Staatsgarantien einkalkuliert, mit denen mögliche Verluste durch faule Kredite abgedeckt werden sollen.

    ———

    Macht doch nix, der deutsche Steuerzahler haftet letztendlich ohnehin und dann werden wir einfach die Target 2 Salden noch ein bischen weiter anheben, zu den zinslosen 450 Mrd., die Italien der Bundesbank (also dem deutschen Steuerzahler) schuldet. 

    Wenn die Goldman/Sucks-EZB allerdings sagt: Insolvenzverfahren einleiten, dann kann man sicher sein, daß Herr Baron Rothschild & Konsorten keinerlei Einlagen in diesen beiden maroden Banken (mehr) haben. 

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