Angebliche “Fake News” werden überbewertet

Die Menschen heute sind zwar in ihrem Wahlverhalten etwas volatiler als früher, doch nur aufgrund von irgendwelchen Meldungen – ob echt oder falsch – werden die Bundestagswahl nicht beeinflussen.

Von Marco Maier

Spätestens mit der US-Präsidentenwahl und der Hysterie um eine angebliche Einflussnahme Russlands ist ein Begriff in aller Munde: "Fake News". Falschnachrichten also, welche die öffentliche Meinung in eine bestimmte Richtung lenken sollen.

Doch angesichts der medialen Übermacht der klassischen Massenmedien (ob staatlich oder privat), die selbst immer wieder als Propagandaorgan von Geheimdiensten und Interessengruppen dienen und damit auch Verbreiter von "Fake News" sind, ist der Einfluss von Falschmeldungen über Social-Media-Kanäle, Youtube und Webseiten doch recht gering.

Das was massenmedial gerne als "Fake News" klassifiziert wird, sind oftmals nur alternative Sichtweisen zur weitestgehend einheitlichen Linie der großen Medien. Ob nun die Ukraine-Krise samt Krim-Referendum, der Syrien-Krieg und der angebliche "Kampf gegen den Terrorismus" des Westens – wer einen anderen Blickwinkel als die etablierten Medienunternehmen hat, verbreitet "Fake News". So einfach ist das.

Es sind vor allem die etablierten Massenmedien, die einen tatsächlichen Einfluss auf das Wahlverhalten ausüben, nicht die kleinen alternativen Medien, die zumeist ohnehin schon Menschen erreichen, die eine andere Sichtweise auf die Geschehnisse haben. Man erinnere sich nur an den kürzlichen Schulz-Hype in den Medien, der auch gleich zu einem Umfragehoch für die SPD führte, während dieser kurz darauf wieder abflachte und Negativmeldungen auf den sozialdemokratischen Kanzlerkandidaten herunterprasselten, was die SPD wieder in den Keller drückte.

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Und genau so ist es: Die breite Masse der Menschen (und da vor allem jene 60+) sitzt täglich vor der Glotze, sieht Tagesschau und liest unter Umständen auch noch die "Bild" (Print und/oder digital). Und da gilt: Politische Neutralität gibt es nicht. Was bei privaten Medien (ob Mainstream oder alternativ) verständlich ist, sollte zumindest beim Staatsfunk jedoch ein wenig anders sein, zumal dieser eine Informationsaufgabe hat.

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Es sind nicht die sogenannten "Fake-News" (nach Mainstreammedien-Definition), die die Wahl beeinflussen. Vielmehr ist es die allgemeine mediale Berichterstattung der klassischen Massenmedien, welche vor allem (je nach Gusto) Union, SPD, Grüne und FDP bevorzugen, Parteien wie die Linke, die AfD oder auch Kleinparteien bzw. regionale Parteien wie die Freien Wähler benachteiligen.

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5 Kommentare

  1. Sagen wir mal so: Die Fake-News dominieren die heutige Berichterstattung der Mainstream-Medien in TV und Presse.

    Der Bevölkerung werden von der Regierung im Minutentakt die dreistesten Fake-News  aufgetisch, wie z.B.:

    – Die Migranten sind talentierte Facharbeiter, die den hiesigen Facharbeitermangel beheben.

    – Migranten erarbeiten den Deutschen ihre Rente.

    – Migranten sind nicht krimineller als Deutsche.

    – Terror hat nichts mit dem Islam zu tun.

    – Deutschland geht es so gut wie noch nie.

    – Die Arbeitslosigkeit ist gesunken.

    – Freihandel schafft Wohlstand im Land.

    – Banken sind systemimmanent und müssen daher gerettet werden.

    Was heute von der Regierung als Fake-News verteufelt wird, dürfte vielmehr die Wahrheit sein.

  2. Ich verwehre mich gegen diese Pauschalierung gegenüber den Menschen 60+. Man hat ja den Eindruck, bei diesen Personen setzt ab 60 die spontane Verblödung ein. Ich habe die 60 noch nicht ganz erreicht. Aber ich sitze weder vor der Glotze, lese wirklich nicht die Bild oder schaue  mir die Tagesschau an. Und ich kenne niemanden in meinem Bekanntenkreis, der über 60 ist und dies alles macht. Die grösseren Idoten sind diejenigen, die der jüngeren Generation angehören. Können kaum richtig schreiben und verbringen ihre Zeit mit dem Whatsup und Facebook-Schwachsinn. Über eine Allgemeinbildung verfügen die wenigsten dieser Leute. Ich habe noch ein Abitur gemacht, dass diesen Namen verdient und die Uni mit einem deutschen Diplom abgeschlossen. Und zur Zeit lerne ich eine Progarmmiersprache ( Swift ). Und das mit fast 60. Eigentlich müsste ich ja sabbernd in eine Ecke sitzen. Also bitte vorher überlegen, was man so schreibt.

    1. Diese Antwort spricht mir "alten" Sechsundsechziger voll aus dem Herzen. Ich verbringe täglich über 4 Stunden mit dem Studium vieler Zeitungen.

      Sorgen machen mir, zB. meine Kinder und deren Freunde, die ganz offensichtlich von den Mainstreammedien, in Verbindung mit ihrem zweiten Gehirn Marke I-Phone und Co überhaupt nicht wahrhaben wollen, was politisch hier passiert!

      Einzig eine gemeinsame Teilnahme am TTIP- Protest war mir bis dato vergönnt!

      Viele Jugentliche laufen, gleich den Schafen, gutwillig in die Arme ihrer Schlächter!

  3. Hier wird der Begriff "Fake-News" zu wenig definiert. So wie der Artikel ihn zu verstehen gibt, ist er auf politische, wirtschaftliche, gesellschaftliche und terroristisch-militärische Sensations-Neuigkeiten (sog. Break News) beschränkt. So wird er auch im Mainstream schwergewichtig verwendet. Nur, rein vom Definitions-Verständnis her kann er auch ohne weiteres auf die täglichen Nachrichten im Minstream übertragen werden – hier spricht man generell eher von Informations-Manipulation, bei der Tatsachen ursächlich verdreht werden und Schuldige als Ankläger auftreten lässt, während die Beschuldigten sich mit dem Fingerzeig auf jegliches fehlende Beweismaterial verteidigen müssen. Falsch sind solche Behauptungen allemal, gelogen sind sie auch, also durch und durch falsch – fake news.

    Und diese verlogene Pressen-Informationen können nicht ernst genug genommen werden. Da gibt es überhaupt nichts zu beschönigen, die Lügner gehören vor Gericht, sie zetteln Kriege an, morden und schlachten ab. Hier wird nicht überbewertet, sondern immer noch krass unterbewertet.

     

  4. Koalitionsverträge vor der Wahl, erklären noch vor der Wahl, die Wahl für ungültig.

    Schon  mal drüber nach gedacht das der Wähler die Koalitionsverträge vor der Wahl und nach der Wahl vielleicht gar nicht will?

    Wie ich doch unsere Demokratie liebe.

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