Marionetten“ heißt das neue Lied der Söhne Mannheims, das derzeit die Wogen hochgehen lässt. Sänger Xavier Naidoo wendet sich im Text direkt an die „Volks-in-die-Fresse-Treter“, wie er sie nennt, und wirft ihnen vor, nur Marionetten und Steigbügelhalter zu sein. Politik und Medien reagieren geradezu hysterisch auf dieses harmlose Liedchen …

Von Marcello Dallapiccola

Xavier Naidoo at sich in den vergangenen Jahren schon öfter exponiert. So bezweifelte der Sänger mehrmals Deutschlands Status als freies und souveränes Land, was ihm immer wieder Attribute wie „Verschörungstheoretiker“ oder „Reichsbürger-Sympathisant“, einbrachte. Gegen die Verantwortlichen der Bundesregierung zur Zeit des Ausbruchs der Finanzkrise brachte er eine Strafanzeige wegen Hochverrats ein, die natürlich abgeschmettert wurde; viele seiner Texte richten sich auch gegen Pädophilie und satanische Rituale, die angeblich von der herrschenden Klasse praktiziert werden.

Das alles hat Naidoo zwar sukzessive aus dem Fernsehen verschwinden lassen und die Teilnahme am Eurovisions-Sogcontest gekostet – endgültig zum Verstummen bringen kann man ihn jedoch nicht so leicht. Zu groß ist die Bekanntheit seiner „Söhne Mannheims“, zu viele Menschen hat Naidoo bereits mit seiner Musik erreicht – denn auch abseits seiner kritischen Texte gibt es genug Menschen, die ihm zuhören weil sie einfach nur die Musik und den Gesang mögen.

Doch mit der Veröffentlichung des neuen Liedes „Marionetten“ scheint Naidoo den Bogen endgültig überspannt zu haben – oder aber den Finger genau in die Wunde gelegt zu haben. Denn nur getroffene Hunde bellen, und das Gekläff des medial/politischen Mainstreams steigert sich seit der Veröffentlichung von „Marionetten“ täglich weiter zu einer ohrenbetäubenden Kakophonie.

Sogar Jan Böhmermann, seines Zeichens politisch korrekter Hofnarr des Merkel-Regimes, schüttelt aus der sicheren Distanz seines zwangsgebühren-finanzierten Elfenbeinturms heraus den Kalauer von den „Hurensöhnen Mannheims“ aus dem Ärmel und beweist damit einmal mehr nicht nur die komplette Einfallslosigkeit und Banalität linksdrehender Systemlinge, sondern demonstriert zugleich deren abgrundtiefe Gehässigkeit. Auch die Grünen sahen sich veranlasst, nach vor zu preschen und verlangen in ihrer toleranten und verständnisvollen Art Auftrittsverbote für Naidoo sowie Ausschlüsse seiner Band von bereits gebuchten Veranstaltungen.

Doch was regt der Regime derart auf am Text von „Marionetten“? Wenn man sich den Text des Liedes hier durchliest, findet man eigentlich nur einen „Knackpunkt“, nämlich die Stelle mit der „Pizza auf der Rechnung“. Diese Anspielung auf den „Pizzagate“-Pädo-Skandal verstehen allerdings nur die wenigsten, da dieser Themenkomplex ja von den Mainstream-Medien eisern totgeschwiegen wird und demzufolge kaum bekannt ist. Ansonsten beschreibt der Text lediglich reale Zustände, und das auch noch auf eine ziemlich unverfängliche Art, also ohne derbe Worte oder übertriebene Polemik.

Regelmäßige Konsumenten von Alternativ-Medien werden hierin jedenfalls nichts revolutionär Neues finden; Naidoo spricht lediglich aus, was sich viele bereits schon lange denken, aber nur die wenigsten zu sagen wagen. Wie dieser Text jedoch als „echt hetzend“ wahrgenommen werden kann, wie die „Blöd“ kürzlich schrieb, erschließt sich einem trotz mehrmaligem Durchlesen von Naidoos Lyrik nicht. Das „gefährliche“ an dem Lied mag wohl einzig der Umstand sein, dass es durch Naidoos Bekanntheit viele Leute erreicht.

Jedoch: Galten kritische Künstler mit einer unangepassten Meinung nicht noch bis vor Kurzem als sichere Indikatoren für Pluralismus in einer offenen Gesellschaft? Hieß das nicht einmal „Rückgrat“ und wurde bewundert, wenn sich ein Künstler mit den Mächtigen anlegt? Wie muss es um diese Demokratie bestellt sein, wenn sie nicht einmal mehr die Worte eines kleinen Sängers aus Mannheim aushält? – Diese, von Xavier Naidoo persönlich in den Raum gestellte Frage harrt einer Beantwortung durch offizielle Stellen.

Wie absurd die Hexenjagd auf den kritischen Künstler ist, zeigt allein schon ein kurzer Vergleich mit einem Text der Band „Feine Sahne Fischfilet“, den man hier nachlesen kann. Da geht’s lyrisch ganz anders zu Werke, der in letzter Zeit so viel zitierte „Hass“ wird hier offen hinausgebrüllt und zwischen den Zeilen kann man, ohne groß seine Phantasie bemühen zu müssen, leicht Aufforderungen zur Gewalt gegen Polizisten herauslesen.

Das ficht jedoch die Hate-Speech-Zensoren der Maas/Kahane-Brigade nicht an, im Gegenteil: „Feine Sahne Fischfilet“ bekamen bereits einen „Courage“-Preis verliehen und wurden von Bundesjustizminister Heiko Maas persönlich via Tweet gelobt für ihr „Engagement“.

Verstehen muss das alles längst niemand mehr – eine mögliche Erklärung für diesen ganzen Irrsinn liefert Xavier Naidoo im Text von „Marionetten“. In den sozialen Netzwerken läuft im Moment übrigens eine Kampagne des Widerstands die zum Ziel hat, den Song auf Platz 1 der Download-Charts zu hieven. Aktion-Reaktion; das System scheint sich jedenfalls keinen Gefallen damit getan zu haben, so einen Aufstand um dieses Lied eines kleinen Sängers aus Mannheim anzuzetteln.

12 KOMMENTARE

  1. Na wenn so viele Hunde aufjaulen..muß ja was getroffen haben.

    Es ist schwer gegen den Zeitgeist zu kämpfen.

    Da haben's folgende schon leichter:

     

    Wer heucheln kann

    und schmeicheln kann,

    der ist heut ein gemachter Mann.

    Der Heuchler gleißt

    ohne Geist.

    A.Santa Clara

  2. Man sollte aber auch versuchen, seine Kritiker zu verstehen. Jahrhunderte voller rassistischer Vorurteile sind nicht so leicht aus den Köpfen zu bekommen. Vielleicht sollte man sie alle nach Auschwitz bringen. Angeblich ein einmaliges Bildungserlebnis.

  3. Wenn Naidoo ein Weißer wäre, wäre seine Karriere schon längst am Ende. Aber so kann ihn unsere pluralistische Gesellschaft schwer stigmatisieren.

    • Das System hat auch bei Akif Pirinccic zugeschlagen.

      Da schützen auf Dauer keine ausländischen Wurzeln.

      Wer den Schleier lüftet und die Wahrheit an den Tag bringt, der muss mit Zerstörung rechnen.

      Kennen wir schon von der Inquisition her, hat sich nichts geändert.

  4. ich kann den sein gesang nicht hören, da krieg ich darmverschluss.

    aber trotzdem find ich gut was er sich wagt.

    • ..gegen Darmverschluß hilft manchmal die Murksel-Schallplatte./grins

      ..aber höchstens zehn minuten laufen lassen..sonst bekommt man intergalaktische Blähungen…

  5. Die Kolaborateure reagieren aktuell hysterisch, weil die Stimmung langsam aber sicher kippt.

    Ken Jebsen, Christoph Hörstel, Willy Wimmer, Eva Hermann, Erika Steinbach, jetzt Naidoo – die Kolaborateure müssen immer mehr Personen ausgrenzen, weil die Kritik an der Hochverratspolitik lauter wird.

    Und dann taucht da noch eine AfD auf, zu der sogar SPD-Politiker überwechseln und die in manchen Landtagen schon über 20% hat.

    Den Hochverrätern geht schlicht die Muffe auf Grundeis.

    Richtig spannend wird das noch, wenn die AfD in den Bundestag einzieht und Beatrix von Storch den "Untersuchungsausschuß Merkel" ins Leben ruft. Dann geht die Post ab.

    • Das ist sicherlich gut gemeint, mit dem Untersuchungsausschuß gegen Merkel, aber aus realer Sicht nahezu aussichtslos, denn die Hürden für eine kleine Partei sind einfach zu hoch. Zuerst müßte die AFD ein Viertel der Bundestagsabgeordneten hinter sich scharen, was bei den derzeitigen Mehrheitsverhältnissen und den gegebenen Aversionen nahezu unmöglich ist. Sollte dieses Viertel dennoch erreicht werden, dann setzt sich der Ausschuß entsprechend der Größe der Parteien zusammen und dann kann man sich schnell ausmalen, zu welcher Entscheidung der Ausschuß kommt. Im Prinzip chancenlos, allenfalls etwas publicity.

  6. Der Mann hat Rückrad! Das gefällt mir. Wer die Wahrheit ausspricht wird verfolgt! Das wird immer schlimmer hier in unseren Land. Furchtbar ist das.

  7. Ja, der Xavier ist schon nicht schlecht.

    Sehr interessant wäre es, wenn er die wirkliche Legislative mal beim Namen nennt.

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