Ungleichheit bei Gehältern im portugiesischen PSI 20 hält an

Der portugiesische PSI 20 steht für die 20 stärksten börsennotierten Unternehmen in Portugal. Dort kann ein Manager bis zu 100 mal mehr verdienen als ein normaler Arbeiter. Somit steht Portugal an vierte Stelle innerhalb der EU bei der Ungleichheit der Gehälter.

Von Edgar Schülter

Vergleicht man die Zahlen, die im Jahr 2016 für 14 Unternehmen veröffentlicht wurden, stellt man schnell fest, dass die Ungleichheit der Gehälter innerhalb der Unternehmen weit davon entfernt ist, wieder faire Zustände zu erreichen. So gibt es Manager, die hundert mal mehr verdienen als ihre eigenen Angestellten.

Es finden sich zum Beispiel Manager die sich auf einen Gehaltsanstieg von bis zu 11 Prozent im Jahr 2016 freuen konnten und zum Jahresende zwei Millionen Euro mehr verdienten. Laut Angaben von „esquerda net“ hat ein Ex-Minister der Partei PSD, der den Vorschlag gebracht hat solche Gehaltsunterschiede zu begrenzen, beim staatlichen Stromversorger EDP selbst 41 mal mehr verdient, als das durchschnittliche Gehalt bei den Angestellten.

Im Ranking von Eurostat über die Diskrepanz der Gehälter innerhalb der EU erschien Portugal im Jahr 2014 an erster Stelle bei der Gehaltseinteilung zwischen den besser und schlechter Verdienenden. Derzeit steht das Land an vierter Stelle hinter Polen, Rumänien und Zypern.

Präsident verteidigt eine offene Debatte über ungleiche Gehälter

Für den Präsidenten Portugals, Marcelo Rebelo de Souza, ist eine solche Debatte sehr wichtig um soziale Gerechtigkeit wieder herzustellen. Es muss jedoch hier zwischen den ganz großen aus dem PSI 20 (wo solche Diskrepanzen eher auffallen) und den kleinen mittelständischen Unternehmen die bis zu 90 Prozent der Wirtschaftsleistung ausmachen, klar unterschieden werden. So meinte de Sousa: „Die großen multinationalen Unternehmen besitzen auch Kapital aus dem Ausland und dessen Manager verdienen schockierende Summen, verglichen mit dem durchschnittlichen Gehalt der Mitarbeiter.“

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Eine Studie zeigte, dass in den 1970ern in Deutschland ein Reicher im Durchschnitt bis zu 10 mal mehr verdiente als die durchschnittliche Mittelklasse. Heute sind es um die 100 mal mehr. In den 70er-Jahren hatten die Deutschen viel mehr Geld, mehr Kaufkraft und die Wirtschaft lief auch wesentlich besser als es heute der Fall ist. Auch die Renten waren besser und die Krankenkassen funktionierten noch sehr gut.

Vielleicht sollten unsere „neoliberalen“ Politiker sich mal Gedanken machen ob es nicht an der Zeit ist die Geldkonzentration zurück zur Mittelklasse fließen zu lassen, bevor es eines Tages keine Mittelklasse mehr gibt, die ja eigentlich die tragende Säule jedes Wirtschaftssystems ist.

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Ein Kommentar

  1. So richtige Gerechtigkeit wird es erst geben, wenn Kommunisten an der Macht sind. Aus solchen Ländern kommen kaum Klagen.
    Die Europäer müssen sich noch etwas gedulden. Aber die Leute hinter der gerade entstehenden Schönen Neuen Welt reden und schreiben laufend über Gerechtigkeit. Wir dürfen hoffen.

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