Türkische Regimegegner können auf Asyl in Deutschland hoffen

Türkische Soldaten samt Familien, die in ihrer Heimat als Putschunterstützer gelten, erhielten in Deutschland Asyl. Das öffnet neue Schleusen und wird die Spannungen zwischen Berlin und Ankara weiter wachsen lassen.

Von Michael Steiner

Die Berliner Politik setzt ein Zeichen: Laut der "Süddeutschen Zeitung" erhielten mehrere türkische Soldaten samt ihren Familien politisches Asyl in Deutschland. Damit geht eine offizielle Anerkennung von türkischen Regimegegnern als "Flüchtlinge" einher, die diverse Folgen mit sich bringen wird.

Denn einerseits drohte die Türkei bereits seit einiger Zeit, dass ein solcher Schritt diplomatische und politische Konsequenzen mit sich bringen würde. Das heißt: die politischen Spannungen zwischen Ankara und Berlin werden weiter steigen. Unter Umständen könnte dieser Schritt sogar dazu führen, dass die türkische Führung den Flüchtlingsdeal nun nach so vielen Drohungen zuvor doch noch aufkündigt.

Andererseits ist das faktisch eine Einladung an Millionen türkischer Staatsbürger, die als Gegner von Präsident Erdogan und dessen AKP gelten. Ob nun Kurden, Kemalisten oder Gülenisten – es reicht wohl aus zu belegen, dass man im Fokus von staatlichen Ermittlungen steht, um in der Bundesrepublik auch Asyl zu erhalten. Spricht sich dies herum, wird die Zahl der Asylanträge von türkischen Staatsbürgern wohl noch weiter wachsen.

Zwar suchten bereits im letzten Jahr rund 5.000 Türken in Deutschland um Asyl an, doch die meisten davon waren Zivilisten. Die Soldaten hingegen waren vor ihrer Entlassung Teil der türkischen NATO-Streitkräfte und damit auch Teil des türkischen Staatsapparates. Bei einer Rückkehr in die Türkei drohen ihnen Verhaftung und Folter.

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5 Kommentare

  1. "Die als Gegener Erdogans gelten". Wie wird das konkretisiert, definiert? Heißt das nicht auch bald, "Erdogan allein zu Haus?"

    Nun haben wir die "Friends of Sorros", die "Friends of ISUSSA". Kurz, IS., und nun sammeln sich hier auch noch die türkischen Regierungsanhänger, mit den Regierungsgegnern, der PKK und was weiß ich noch alles. Wie viele Millionen werden das wohl sein? Der Letzte, macht in der Türkei dann das Licht aus. Vielleicht, wäre es besser, wenn die BRvD., wieder auf den Teppich kommt. Mit Asyl, hat das nicts mehr zu tun, das ist eine Springflut.

  2. Deutschland will "seine" türkischen Putschisten retten und wie schon gegen Syrien geplant in Deutschland auch vermutlich eine Kampftruppe gegen die Türkei aufbauen.

    Die deutsche Politik handelt nur noch in den Kriterien von Krieg.

  3. Endlich ist es soweit, jetzt werden auch wir Türken. Diesen Trick hätten die Türken schon vor Wien anwenden können. Kreuzberg und die anderen Rattenviertel Deutschlands werden jetzt waffentechnisch geschult. Nachwachsendes Soldatenmaterial bringen die mit. Geschaaaaaft!!!

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