Die türkischen Staatsschulden wachsen und der Privatwirtschaft werden die Dollar-Schulden zu Mühlsteinen um ihren Hälsen. Das könnte auch europäische Banken in Bedrängnis bringen.

Von Marco Maier

Auch wenn sich die Türkische Lira trotz der schlechten Konjunkturdaten wieder ein wenig stabilisierte, so hängt der Kurs doch wie ein Damoklesschwert über vielen türkischen Privatunternehmen. Diese haben sich in den letzten Jahren immer stärker in Dollar (und teilweise in Euro) verschuldet, weil dort die Zinsen niedriger sind - doch der Wertverfall der Lira sorgt für Probleme.

Lag die Auslandsverschuldung im Jahr 2009 noch bei rund 70 Milliarden Dollar, so sind es heute schon 210 Milliarden. Das Problem hierbei: Der Dollar kostet heute doppelt so viel wie damals, wodurch sich in Lira gerechnet nicht eine Verdreifachung, sondern gar eine Versechsfachung der Auslandsverschuldung ergibt. Gibt die Lira weiter nach, können die türkischen Unternehmen dem Druck nicht mehr standhalten und müssen in die Insolvenz.

Bedenkt man, dass die gesamte Auslandsverschuldung der Türkei (v.A. Dollar- und Eurokredite) von Staat, Unternehmen und Privathaushalten bei mehr als 400 Milliarden Dollar liegt und die spanischen Banken mit (umgerechnet) 87 Milliarden Dollar und die französischen Kreditinstitute immerhin noch mit 42 Milliarden Dollar beteiligt sind, kann man sich vorstellen, was dies auch für die ohnehin stark angeschlagene europäische Bankenlandschaft bedeuten würde.

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4 thoughts on “Türkei: Der Schuldensumpf wird tiefer”

  1. Die autoritäre Grossklappe Erdowahn hat somit keinen politischen Aktionsspielraum mehr. Will er mit dem Westen packeln, dann schickt ihm dieser den IWF. Mit diesem darf er sich noch mehr verschulden und sein Land gleich privatisieren - zugunsten der westlichen Usurpatoren im Sinne der Wallstreet. Will er das nicht, so muss er mit den Russen verhandeln und seine Wirtschaft auf Eurasien und Asien ausrichten, damit sein Land finanztechnisch wieder auf die Beine kommt. So wie es aussieht, hat er die letzte Version gewählt, weil sie letztlich alternativlos ist. Er muss so handeln, will er nicht sang- und klanglos untergehen. Allah wird ihm in diesen Dingen sicher nicht beistehen.

  2. ..und so kann man davon ausgehen das von politischer Seite nichts wesentliches gegen die Türkei aka Erdowahn unternommen wird..zu tief sitzt man zusammen in der S.cheiße.

    Kapital vor Moral.

    Bleibt dem kleinen Touri noch seinen Urlaub an anderen Stränden zu verbringen.

     

  3. Nun kenne ich natürlich nicht die Bedingungen der laufenden Kredite, insbesondere der gegenüber Banken im Euro-Raum.

    Rein finanztechnisch bleibt den Türken das legitime Mittel der Lira-Abwertung.

    Wie im Artikel dargelegt, würde das insbesondere französische Banken böse treffen, aber auch die anderen. So könnte man den Ruf von Macron nach Eurobonds noch besser einordnen. Er möchte wohl gern die Verluste in Richtung Deutschland verschieben.

    Andererseits bleibt Erdogan so die Androhung einer drastische Lira-Abwertung , als respektables Druckmittel in Richtung EU.

    Wie @Brutus schreibt, es bleibt so wie es ist. Die EU, auch dank Merkel, ist zu stark mit der Türkei verbandelt und die Schwäche der EU ist Erdogans Stärke.

  4. Er wird handeln und zwar wie folgt, Illegale aus Asien, Nahost und den Rest der Welt für den Schuldenerlass…, ist eigentlich simple aber wirkungsvoll

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