Bisher wurde nur einmal der Direktor des FBI von einem Präsidenten vorzeitig entlassen. Damals, 1972 kam Präsident Nixon ins Straucheln und unternahm den gleichen Schritt. Der Watergate-Skandal brachte Nixon trotzdem zu Fall. Jetzt hoffen viele Menschen weltweit, dass sich die Geschichte wiederholt.

Von Rui Filipe Gutschmidt

Es geht ein Rauschen durch den Blätterwald, nachdem Donald Trump den Direktor des FBI, James Comey, entließ. Die halbe Welt – und auch die Mehrheit der US-Amerikaner –  hofft darauf, dass Donald Trump einen Fehler macht und irgendwie aus dem Amt entfernt werden kann. So war die Entlassung von James Comey ein äußerst schlechter Schachzug, da es so aussieht, als würde Trump etwas vertuschen wollen, auch wenn es gegen die Maßnahme an sich nichts einzuwenden gibt. James Comey hat gleich mehrfach eine Rote Linie übertreten, nämlich als er politisch relevante Informationen über seine Untersuchungen – erst gegen Clinton, dann gegen Trump, öffentlich machte. Doch wie genau lief das ab?

Laut offizieller Begründung des Weißen Hauses, nahm der neue US-Generalstaatsanwalt Rod Rosenstein, direkt nach seinem Amtsantritt, die Vorgehensweise des FBI-Chefs in der Untersuchung von Hillary Clintons E-Mail-Affäre unter die Lupe. Tatsächlich mischte sich das FBI einige Male in die Politik des Landes ein und – was noch schlimmer ist – Comey beeinflusste das Wahlverhalten bei der Präsidentschaftswahl 2016. Dabei kritisierte er öffentlich Clintons „fahrlässigen Umgang mit Regierungskorrespondenz", die sie bekanntlich über ihrem privaten E-mail-Acount abwickelte. 

Doch es dürfte klar sein, dass es um Comeys Untersuchung der angeblichen Schützenhilfe Russlands, beziehungsweise seitens russischer Hacker geht. Trump verhält sich dabei – laut seiner Kritiker – wie jemand der Dreck am Stecken hat. Es ist aber auch kein Wunder, hat der gute Donald doch in einer seiner haarsträubenden Wahlkampfreden Russlands Hacker gebeten, Clintons Korrespondenz zu veröffentlichen und nach mehr E-Mails zu suchen, die Hillary kompromittieren könnten. Auch sein Timing war äußerst schlecht gewählt, entließ er den FBI-Direktor doch knappe 4 Stunden vor dem Besuch des russischen Außenministers Sergej Lawrow in Washington, wo dieser sich mit seinem US-amerikanischen Amtskollegen Rex Tillerson trifft.

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So tritt Donald Trump wieder einmal mehr in ein Fettnäpfchen nach dem anderen und sorgt natürlich auch auf internationaler Ebene für Unwohlsein, gerade jetzt, wo Sergej Lawrow in Washington bemüht ist, die Beziehungen zwischen den Großmächten wieder zu verbessern. Der Vergleich Watergate hingt meiner Meinung nach, auch wenn es hier ebenso darum geht, den politischen Gegner auszuspionieren, um etwas Kompromittierendes zu finden und um es dann im Wahlkampf einzusetzen. So fragt ein Kollege von der portugiesischen Zeitung „Público“, ob es wirklich ein“Watergate 2.0“ ist oder ob Trump einfach nur „er selbst“ ist. Klar, dass es nicht als Kompliment gemeint ist, sondern eher ein „Trump ist einfach der übliche Trampel“, dem Kollegen dabei vorschwebt.

Doch was wäre wenn? Wenn Trump wirklich abgesetzt würde? Clinton zur Wahlsiegerin erklären? Wohl kaum! Neuwahlen? Wäre wünschenswert. Aber tatsächlich würde der Vizepräsident Mike Pence das Amt übernehmen. Ein ultrakonservativer, neoliberaler, religiös verblendeter (Evangelisten) und 100 Prozent systemintegrierter Republikaner. Na dann, Mahlzeit.                                                                                                

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5 thoughts on “Trumps Entlassung von FBI-Chef Comey – ein Watergate 2.0?”

  1. Die Aufregung ist völlig unverständlich, denn der Präsident kann auch ohne Begründung jederzeit nach eigener Ermessenslage ranghohe Beamte entlassen. Wenn nun die Linke versucht etwas daraus zu konstruieren, dann ist es ihr Problem. Was hat den die Führung der Bundesrepublik vor zwei Jahren mit dem Generalstaatsanwalt gemacht? War das auch ungesetzlich oder im Rahmen dessen, was erlaubt ist. Merkwürdigerweise regt sich die ganze Welt über Trump auf, der Regelbruch in den eigenen Ländern wird aber nur zögerlich registriert. Entlassungen, auch in höchsten Ämtern gibt es täglich weltweit hundertfach, die Frage ist nur wird es in zugelassenem Rahmen vollzogen. Alles andere ist nebensächlich.

    1. BRAVO, oder mit dem Bundespräsidenten (Stichwort: Afghanistan)!

      Aber ich kann mich nur wiederholen, nichts von diesen Dingen/Beispielen hört man von den "alternativen Medien", welche die Pflicht hätten genau sowas ganz laut und oft aufzuzeigen und immer wieder den Finger in die Wunde zu legen, bei den verlogenen MSM,den verlogegen Gutmenschen und Politikern.

       

  2.  Der Comey hat sich geweigert den Pizzagate Skandal zu untersuchen.

    Das wäre allemal ein Grund für seine Entlassung. Wenn schon Watergate, dann andersrum.

    1. Da haben die MSM, die das Thema monatelang unterdrückt hatten, ja ein bedeutungsloses "Vergehen" draus gemacht, weil Clinton lediglich einen privaten Server genutzt haben soll. Und aus 1000den Podesta-Mail´s wurden 2 gemacht. Aber keiner stört sich daran, auch nicht die "alternativen Medien", genauso das Verhalten von Comey, kurz vor der Wahl, wo er erst die Ermittlungen wieder eröffnen wollte und dann auf einmal gleich wieder einknickte und daraus wurde dann von den MSM gemacht, dass das FBI/Comey in die Wahl eingegriffen hätte, ohne jede Beweise gegen Clinton.

      Und zur Erinnerung – Es wurden in den USA schon Staatsdiener u.Soldaten hart verurteilt, nur weil z.B. auf einem Foto, für die Familie, im Hintergrund was zu sehen war (ohne jede Bedeutung), aber Frau Clinton steht halt über dem Gesetz.

       

       

       

       

  3. Der jü..sche Oberschurke Henry K. saß gestern demonstrativ neben Trump, im Weißen Haus, das nenne ich mal ein Zeichen!

    Ansonsten sei die Frage gestattet – Die US/Obama Administation, mit dem Obama-Wahlteam, mischt sich aktiv und öffentlich in den franz.Wahlkampf ein, aber keinen stört es (so wie die Bundesregierung auch)! Die Bundesregerung mischt sich aktiv in den US-Wahlkampf ein und das sogar mit deutschen Steuergeldern, für Clinton, aber keinen stört es.

    Wo sind da die Medien, zumindest die "alternativen Medien"?!

    Nicht von denen zu sehen und zu hören, nein ganz im Gegenteil, sie schwimmen mit auf der Populismuswelle, der MSM, ohne echte Fakten zu haben, sondern nur Spekulationen!

     

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