Südländer schließen sich zusammen um Pharmapreise zu reduzieren

Die Gesundheitsminister von sechs Südeuropäischen Ländern unterschrieben einen Vertrag mit um an neue Medikamente heranzukommen und gleichzeitig Nachhaltigkeit durch reduzierte Preise zu erlangen.

Von Edgar Schülter

Der Kooperationsvertrag wurde am Montag zwischen den amtierenden Gesundheitsministern von Zypern, Malta, Griechenland, Portugal, Spanien und Italien, unterzeichnet. Dabei geht es im Wesentlichen um Mechanismen für Preisverhandlungen und somit um einen gemeinsamen Einkauf von Arzneimitteln.

In der unterschriebenen Erklärung verpflichten sich die beteiligten Länder eine technische Kommission zu bilden. Diese soll die Aufgabe bekommen, diverse Strategien für freiwillige Kooperationen zu entwickeln und Informationen auszutauschen. Damit könne man besser die Vorteile neuer Medikamente beurteilen und vor allem bessere Preise bei der gemeinsamen Anschaffung aushandeln. Dieses Projekt kann später auch von anderen europäischen Ländern übernommen werden, welche sich diesem Ziel anschließen möchten.

So zitierte der Gesundheitsminister Portugals, Adalberto Campos Fernandez: „Ein Umdenken und eine Änderung der schon vorhandenen Mechanismen ist von dringender Notwendigkeit. Nur so können die Bedürftigen von billigeren Medikamenten profitieren, nur so kann investiertes Geld in der Pharmaindustrie für alle profitabel und fair zum Teil zurückgewonnen werden.“

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Gewinne erhöhen und die Gesundheit schädigen

So liest man aus einen Artikel auf esquerda.net, dass die Pharmaindustrie wohl eher nur auf Profit aus ist, anstatt den Menschen die Medikamente brauchen, zu helfen. Es wurde der Pharmaindustrie unter schlechter Transparenz auch Datenmanipulation, wenig Innovation bei Medikamenten, sowie staatliche Förderung trotz hoher Kosten und kommerziellen Patentierungen, vorgeworfen.

Gerade die kommerziellen Patente verursachen beim Erwerb der Medikamente hohe Kosten, weil die Preise auf eine übertriebene Weise von den Konzernen zu Ungunsten der Endverbraucher diktiert werden. Wenn sich mehrere Länder nun beim gemeinsamen Einkauf der Medikamente zusammenschließen, ist das ein erster Schritt um das Monopol dieser Konzerne zu brechen. 

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Eine Frage bleibt aber offen: Warum beteiligt sich eigentlich nicht die ganze EU direkt an so einen Projekt? Wieso müssen die Südländer im Alleingang den Anfang machen? 

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8 Kommentare

  1. Absolut richtig, das Pharmakartell muß gebrochen werden!

    Aber was werden die Finanzfaschisten um Macron & Co. dazu sagen? Es wird wahrscheinlich emfplindlich Strafaktionen gegen die Südländer über die EZB oder Brüssel geben.

    Interessant was gerade in Europa passiert: zwei unterschiedliche Blöcke prallen aufeinander: die Finanzfaschisten gegen die letzten Aufrichtigen, wir sollten und den Aufrichtigen anschliessen!

    1. Sehe das auch so. Südamerika, obwohl weitgehend von Korruption durchsetzt, führt ebenfalls diesen Kampf. Dort jedoch mitmehr Aggressivität.

  2. Wenn Gesundheit profitmindernd ist, wird Krankheit zum Geschäftsmodel

    Es ist eine bizarre Fehlentwicklung, wenn die Regierungen es zulassen, dass die Entwicklung von Medikamenten in der Hand von Konzernen liegt, deren Primärmotivation Profit und nicht Ideale sind.

    Hier existiert offensichtlich ein Interessenskonflikt. Die Konzerne verdienen mehr mit einem chronisch kranken Menschen, als mit einem Gesunden. Dies führt zu Fehlentwicklungen in der Entwicklung.

    Man muß damit rechnen, dass Medikamente gezielt so designed werden, dass Nebenwirkungen neue Krankheiten erzeugen, an denen die Konzerne erneut Profit schlagen.

    Die Überteuerung der Medikamente ist da ein zusätzlicher Mißbrauch des Gesundheitswesen durch Wallstreet-Konzerne.

    Nur wenn die Pharmaindustrie in staatlicher Hand ist und die Entwicklung heilender Medikamente honoriert werden akzeptable Verhältnisse in der Gesellschaft eintreten.

    Medikamente können dann zum Selbstkostenpreis vertrieben werden. Ayuveda und Chinesische Traditionelle Medizin sind da dem kapitalistischem Gegenstück weit voraus.

    1. Bereits Arthur Schopenhauer hatte, u.a. in seinen Aphorismen zur Lebensweisheit,  auf die Bedeutung der täglichen Bewegung des Körpers und des Geistes, von der Kindheit bis zum Greisenalter für die Gesundheit hingewiesen.

      Im staatlichen Bildungssystem werden heute schon die Kranken von morgen herangezüchtet.

      Schriftliche Prüfungen im Lotto-Verfahren – ankreuzen. Senkung der Ansprüche im Schulsport und der Leistungsabzeichen. Keine Schreibschrift mehr, dadurch keine Diktate, dadurch Verkümmerung der Feinmotoritik.

      Mangel an Schulärzten, Lehrer weisen die Schüler nicht mehr auf Haltungsschäden hin – Persönlichkeitsrechte.

      Fehlendes vorausschauendes Denken wird als gewachsene Flexibilität gefeiert.

      Kinder spielen kaum noch mit anderen nach der Schule, dadurch fehlender geistiger Austausch und kein körperliches Kräftemessen.

       

  3. Die Pharmaindustrie ist eine Investitionsindustrie, der menschliche Körper bzw. unsere Gesundheit ist deren "Marktplatz". Nur ein Umdenken bei den Patienten könnte der erkennbaren Fehlentwicklung in unserem Gesundheitswesen entgegenwirken, von den anderen Mitwirkenden an dieser systematischen Umverteilung von Volksvermögen ist das nicht zu erwarten, sie profitieren zu sehr, sind zumeist vom System korrumpiert.                                                  Wenn ein Pharmaunternehmen wie Novartis einen jahresumsatz von ca. 50 Milliarden hat, davon 10 Milliarden als Gewinn "vor Steuer" und 9,2 Milliarden als Gewinn nach Steuer für die Aktionäre verbleibt, sollte das zu denken geben. Das sind Renditen, die in keinem anderen Industriezweig erreicht werden.                                                             Also, werte Patienten, bedient Euch Eures Verstandes. Sapere aude.

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