Der polnische Außenminister fordert von Deutschland mehr Rücksichtnahme gegenüber seinem Land ein. Dabei schürt er auch antirussische Ressentiments und stellt die Aufnahme von Asylbewerbern in Aussicht.

Von Marco Maier

Gegenüber der "Welt" sagte der polnische Außenminister Witold Waszczykowski: "Natürlich hat jedes Land das Recht, seine eigenen Interessen zu vertreten, aber eine gewisse Kompromissbereitschaft wäre aus unserer Sicht gut". Dabei bezog er sich auch auf die Ostseepipeline North Stream, die man in Polen aus rein politisch motivierten Gründen ablehnt und die von Deutschland aus gefördert wird, um die Erdgasversorgung Westeuropas sicherzustellen.

So sei North Stream ein politisches Projekt, welches nichts mit wirtschaftlichen Interessen zu tun habe. "In Polen hält man die Nord-Stream-Pipeline durch die Ostsee von Russland nach Deutschland für ein egoistisches Projekt, das nicht nur polnische Interessen verletzt, sondern auch die Interessen anderer mittel- und osteuropäischer Staaten", so der rechtskonservative Politiker weiter. "Ich bezweifle sehr stark, dass man Russland auf diese Weise stärker an sich binden kann", sagte der Minister. Waszczykowski bezeichnete Deutschland aber insgesamt als "verlässlichen Partner". Wegen seiner Größe und "wirtschaftlichen Macht" sei "Deutschland die natürliche Führungsmacht in Europa".

Polens oberster Diplomat erklärte zudem, dass die PiS-geführte Regierung in Polen ihre ablehnende Haltung gegenüber Migranten aus Afrika in Kürze aufgeben dürfte: "Gerade beraten wir intern über die Möglichkeit humanitärer Korridore." Diese Idee hätten Italien, Frankreich und Spanien aufgebracht: "Wir erwägen, verwundeten Kriegsopfern oder traumatisierten Kindern humanitäre Visa auszustellen und ihnen damit eine legale Einreise nach Polen und eine medizinische Behandlung in unseren Krankenhäusern zu ermöglichen. Die Visa sollen für ein Jahr gelten." Die Regierung berate derzeit mit dem Vatikan, der polnischen Kirche und der Caritas darüber; gleichzeitig prüfe sie, wie viele Krankenhausbetten Polen für die Versorgung von Kriegsopfern bereitstellen könnte, erklärte der Minister. Wie viele humanitäre Visa Polen ausstellen wird, wisse er aber noch nicht: "Dafür ist es noch zu früh".

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11 thoughts on “Polens Außenminister: Deutschland soll mehr Rücksicht nehmen”

  1. Es wundert mich, dass sich Maier überhaupt mit diesem vom Pferd am Kopf betretenem Typ aus Warschau beschäftigt. Er hat nichts zu sagen außer ewigem Jammer nach "Verständnis". Hat aber jemand je gehört von  Verständnis seitens Polen? Nie! Jetzt kommt die Nachricht, dass Polen Flüchtlinge aufnimmt. Und genau Stück eins. Aus Deutschland. Hi, hi. Da freut sich der Marco Maier bestimmt.

    Genau heute hat der polnische Puppen-Präsident ein Gesetz unterschrieben, das der USA Armee die gleichen Rechte einräumt, wie sie eigene Armee besitzt. Seit heute ist Polen ganz offiziell ein von USA besetzter Staat. Auf Wunsch eigener Regierung! Einmalig in der Weltgeschichte. Und dieses Land versucht andere über Demokratie und Freiheit zu belehren. Das ich nicht lache.

    Es freut mich nur, dass sich Deutschland nicht erpressen lies und die Pipeline Nord Stream bauen lies. Das gleiche hoffe ich für Nord Stream 2 obwohl Polen es schon seit 2 Jahren blockiert.

    1. Wer Puppen President und Bundeskanzler istgsollte Ihr Deutschen besser wissen. Unglaublich wie frech diese Germanen schon sein können. Haltet ihr maul wenn ihr nichts sinnfolles zu sagen hattet !

      1. Der Unterschied ist der : WIR streiten es nicht ab ! …. während andere noch an ihre "Unabhängigkeit" glauben !

        Das macht uns zugegeben etwas zynisch. Sollten wir eher lachen, würde euch das besser gefallen ?

  2. Ah ha! Jetzt ist es schon so weit das uns irgendein dahergelaufener Polacke Forderungen serviert. Wie lange haben die 39 durchgehalten? Vierzehn Tage? Daran soltte man diesen Seuchenvogel mal erinnern!

  3. Polen die üblichen Kriegshetzer genau wie damals. Erinnern wir uns an damals als ihre Fresse immer gröser wurde weil sie dachten England beschützt sie. Jetzt haben sie die Amis und alles geht von vorne los. Na dann sollen sie wieder mal das Opferlamm spielen das ist mir egal. Wer es nicht lernt soll eben die Folgen tragen.

  4. Mal einen kurzen, historischen Blick zurück.

    Beginnend mit dem Ende des WK I und den deutschen Gebietsverluste, begann dieTotal- Enteignung und brutale Vertreibung der deutschen Bevölkerung. Ein Fakt der sehr gern von polnischer Seite unterschlagen wird.

    Danach, bis zum WK II eine ständige Drangsalierung der noch in Polen verbliebenen Deutschen, ständige Forderungen an Deutschland bei gleichzeitigem, einseitigem Bruch vieler Verträge.

    Nach dem WK II, was manche nicht wissen, setzte Polen sein forderndes, vertragsbrüchiges Verhalten gegenüber der dann angrenzenden DDR fort.

    Auf die dann folgenden Querschüsse und Forderungen gegenüber dem vereinten Deutschlands brauch ich nicht eingehen, die sind allseits bekannt.

    Und nun mal wieder neue Forderungen, in bekannter größenwahnsinniger Manier.

    Die Ostsee-Pipeline, wenn sie fertiggestellt ist, wird natürlich ein Objekt sein, dass außerhalb der Unzuverlässigkeit und Störaktionen Polens liegt.

    Nur zur Erinnerung schon zu DDR-Zeiten wurde die Eisenbahnfährlinie von Mukran nach Klaipeda (damals Sowjetunion) errichtet, weil die Polen es toll fanden, den Zugverkehr zu stören oder gar Züge auszurauben.

    Also eine Rote Linie durch die Geschichte. Polen ist sich in dieser Hinsicht selbst treu geblieben

    Es gibt eben territoriale Gebilde, die den Sprung von der Raubritterzeit in die Gegenwart  nicht geschafft haben und so auch nicht als normaler Staat angesehen werden können.

    1. Genau: Der II. Weltkrieg begann am 26.12.1918 mit dem Überfall Polens auf das dank marxistischem Novemberverbrechen wehrlose Deutschland und mit der Abtrennung des "polnischen Korridors", mit Vertreibungen und polnischen Greueltaten gegen Deutsche. Der polnische Staat war erst 1916 dank eines Dekretes des Deutschen Kaisers und des Königs von Italien zustandegekommen – und das war dann der Dank!

  5. Und was genau ist jetzt sein Problem?
    Das die Pipeline nicht durch Polen und die unter polnischer Verwaltung stehenden Landmassen verläuft und man so keine Möglichkeit zum Gasdiebstahl oder einen Grund für absurde Durchleitungsgebühren hat?

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