Präsident Maduro. Bild: Gobierno Venezuela

Der venezolanische Präsident Nicolas Maduro fordert Donald Trump mit deutlichen Worten dazu auf, Venezuela in Ruhe zu lassen. Maduro gibt der US-Interventionspolitik die Schuld an der Lage seines Landes und Trumps provozierende Aussage von letzter Woche wurde prompt beantwortet.

Von Rui Filipe Gutschmidt

Venezuela brennt und es herrschen bürgerkriegsähnliche Zustände im Land mit den größten bekannten Ölreserven der Welt. Seit Jahrzehnten ist die sozialistische Regierung des Landes der US-amerikanischen Rohstoffmafia ein Dorn im Auge und seit der Verstaatlichung der Ölquellen des Landes und entsprechender Enteignung der US-amerikanischen Ölkonzerne arbeiten CIA und andere US-Geheimdienste an einem Umsturz in dem Land. Die üblichen Methoden – finanzielle und logistische Unterstützung der Opposition, Medienpropaganda über „Demokratisierung“, Wahlmanipulation, Attentate, False-Flag-Aktionen und so weiter – haben aber bislang nur zu einer Radikalisierung geführt.

Wer jetzt dachte, Donald Trump würde mit „America First“ meinen, dass sich die US-Politik aus den internen Angelegenheiten anderer Staaten zukünftig heraushalten würden, der wurde inzwischen eines Besseren belehrt. Tatsächlich stiftet Donald Trump weltweit nur Chaos, indem er auf besonders aggressive Weise die US-Interessen vertritt. Mit Nicolas Maduro aber hat er einen Gegenspieler, der genauso von sich überzeugt und ebenfalls zu extremen Maßnahmen bereit ist wie der US-Präsident.

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So hatte Donald Trump beim Besuch von Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos in Washington bezüglich der Situation in Venezuela gesagt, dass er alles tun würde, um in Kooperation mit anderen Ländern der Region, die humanitäre Problematik in Venezuela zu lösen. Es sei eine „Schande für die Menschheit“, in einem „Ausmaß wie es seit Jahrzehnten nicht mehr zu sehen war“. Außerdem verhängte das Auswärtige Amt der USA Sanktionen gegen acht Richter des Obersten Venezolanischem Gerichtshofes, da diese angeblich das „demokratisch gewählte Parlament“ blockieren würden. Nebenbei gesagt, macht Trump mit unliebsamen Richtern im eigenem Land auch nichts anderes.

„Es reicht jetzt mit diesem imperialistischem Interventionismus!“, so die Antwort Maduros im Regierungssitz Miraflores. Des weiteren richtete er das Wort direkt an Amerikas Präsidenten: „Nimm deine Hände hier weg, Donald Trump. Go Home Donald Trump, raus aus Venezuela.“ und Maduro setzte noch einen drauf: „Lass deine dreckigen Hände von Venezuela!“ Denn Nicolas Maduro kann genauso undiplomatisch aggressive Aussagen machen wie Donald Trump. Aus Sicht der Regierung in Caracas und deren Anhänger ist die ganze instabile Lage in dem Land der konspirativen Tätigkeiten der USA zuzuschieben und die Oppositionsführer sind in deren Augen nichts weiter als US-finanzierte Marionetten, die das Land an die US-Konzerne verscherbeln werden.

Maduro aber blieb nicht untätig und da der „Feind meines Feindes“ nun mal mein Freund ist, führte der venezolanische Präsident am Donnerstag auch Gespräche mit seinem russischen Amtskollegen Wadimir Putin. Das Gespräch sei sehr positiv verlaufen und hatte die militärische Zusammenarbeit zum zentralem Thema. „Die Kooperation auf militärischer Ebene ist hervorragend und wird auch weiter ausgebaut“, so Maduro dazu und er meinte noch weiter, „Die Zusammenarbeit auf Industrieebene hat ebenfalls begonnen und in Venezuela arbeiten bereits fünf Fabriken, fünf Werke produzieren LKWs“. Maduro kündigte bei dieser Gelegenheit noch einen baldigen Busuch in Russland an.

Also so sehr die USA auch stochern und um so mehr sie das Land als Linksdiktatur verteufeln, es wird ihnen nichts bringen, außer dass sie noch mehr Leid über die gespaltene Gesellschaft des Landes bringen. Die USA, wie in vielen Teilen der Erde, bringen unter dem Vorwand der Demokratisierung nichts als Elend, Tränen und den Tod mit sich, wohin sie auch gehen. Maduro mag ja auch kein Unschuldsengel sein, aber wer die Lage genau betrachtet, der sieht wieso sich Venezuelas Regierung so radikalisiert hat und hinter jedem Oppositionellen einen US-Agenten sieht. Hoffnung für das Land kann Russland bieten, die mit einer guten Zusammenarbeit eine US-Intervention verhindern könnten. Für Venezuelas Volk, gefangen zwischen den Fronten und teilweise in die eine oder andere Richtung gezogen, wäre eine Befriedung wünschenswert und als Signalwirkung für andere Staaten ebenso.

4 KOMMENTARE

  1. Ist Maduro das Opfer der USA oder das seiner eigenen Inkompetenz?

    Es ist immer leicht, die Schuld an der wirtschaftlichen Misere im geigenem Land auf einen externen Buhmann zu projezieren. Doch ist das rational?

    Die USA infliltrieren die lateinamerikanischen Staaten via CIA, das ist unstrittig, doch ist das die ganze Wahrheit, oder ist zumindest zu einem Teil Maduros Konzeptlosigkeit eine Ursache des Problems?

    Immerhin – Maduro wäre nicht der erste Linke, der, einmal an der Macht total versagt, weil er sich im Vorfeld zuwenig Gedanken gemacht hat, wie er die Wirtschaft saniert. Tsipras in Griechenland glänzt ebenso mit Unfähigkeit. Vor der Wahl große Töne spucken und im Amt dann die typisch linke Konzeptlosigkeit an den Tag legen.

    Ich vermute, sowohl CIA, als auch Maduros Unfähigkeit ruinieren die venezuelanische Wirtschaft.

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    Lösungsvorschlag:

    Die Venezuelaner sollten zunächst mal ihre Volkswirtschafts-Professoren zusammenrufen, sie ein Wirtschafts-Aufbauprogramm entwerfen lassen, dann Direktdemokratie einrichten, Maduro zum Teufel jagen und dann in Eigenregie das Aufbauprogramm der VWL-Profs umsetzen. Parallel sollte der Geheimdienst gestärkt werden und den Ami draußen halten.

    Zusätzlich kann man mit anderen Staaten wie Kuba, Bolivien und den BRICS-Staaten Joint-Ventures zum Technologie- und Rohstofftransfer abschließen.

  2. Meine Solidarität und Respekt gilt Maduro und dem ehrenvollen venezuelanischen Volk

    Wird wieder mal an der Zeit dass die dreckigen amerikanischen Imperialisten eins aufs Maul kriegen

    • "dann Direktdemokratie einrichten,"

      Lacher! – Die bei uns noch in den Sternen steht. Was unterscheidet so einen abgeschossenen Pfeil von der Interventionspolitik der USA? Jeder will für den anderen das Beste?!

      Wenn jeder kehrt vor seiner Tür, dann bliebe es sauber für und für.

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