Die deutschen Kommunen sehen keine Notwendigkeit der Abschaffung der Kita-Gebühren, wie es die SPD fordert. Stattdessen müsse man das Angebot ausbauen.

Von Marco Maier

Während die Bundes-SPD sich für die Abschaffung der Kita-Gebühren ausspricht, sieht man das Ganze auf kommunaler Ebene etwas anders. Denn da die einkommensschwachen Familien "ohnehin keine Beiträge entrichten, darf die Beitragsfreiheit nicht das primäre politische Ziel sein", so der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg gegenüber den Funke-Medien.

Landsberg verdeutlicht damit, dass man bei der SPD-Führung offenbar keine Ahnung davon hat, was auf kommunaler Ebene überhaupt los ist. Vor allem jedoch hat die Abschaffung der Kita-Gebühren ja keinen Effekt auf die ärmeren Familien, sondern hilft dann vor allem den besser verdienenden Eltern. Zudem leiden die deutschen Kommunen vielerorts ohnehin unter einer Unterfinanzierung, da sie immer mehr Aufgaben aufgedrückt bekommen, jedoch nicht mehr Geld vom Bund.

Der Bund habe keine Zuständigkeit für die Beitragsgestaltung im Kindergarten, stellte der Kommunen-Vertreter klar. "Das ist Aufgabe der Länder und der Kommunen." Landsberg rechnete vor, dass sich die kommunalen Kosten schon jetzt auf jährlich 26,8 Milliarden Euro belaufen würden. "Die Kita-Beiträge machen dabei nur 3,8 Milliarden aus", erklärte er. Für Landsberg ist daher der weitere Ausbau der Kinderbetreuung "die zentrale Herausforderung der Städte und Gemeinden".

Vor allem würden immer mehr junge Mütter – laut Landsberg 46 Prozent von ihnen – ihre Kinder bereits nach einem Jahr in die Kita geben, weshalb man das Angebot ausbauen müsse. "Die Geburtenrate steigt. 130.000 Flüchtlingskinder sind im kindergartenfähigen Alter. Die Arbeitszeiten flexibilisieren sich, damit stellen sich auch andere Anforderungen an die Betreuungszeiten", so Landsberg weiter. Deshalb bräuchten die Kommunen auch mehr Unterstützung des Bundes, um diese Aufgabe bewältigen zu können. Die Abschaffung der Kita-Beiträge wäre hier kontraproduktiv.

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5 thoughts on “Kommunen: Kita-Gebühren sollen bleiben”

  1. „…130.000 Flüchtlingskinder sind im kindergartenfähigen Alter. Die Arbeitszeiten flexibilisieren sich, damit stellen sich auch andere Anforderungen an die Betreuungszeiten…“
    Und was tut sich? Nichts. Dabei gibt es schon seit Jahren Beschwerden wegen unflexibler Öffnungszeiten während des Ramadan und dem Freitagsgebet.

  2. Das Ziel von Kitas war bereits in der DDR, dem Staat mehr Einfluß auf die Erziehung zu verschaffen. Propagandistische Indokrination von klein auf.

    Die AfD hält die Erziehung durch die Eltern immer noch für das Beste. So können mündige Bürger erzogen werden, die der Regierung nicht über den Weg trauen.

    Erziehung durch Eltern statt staatlicher Gehirnwäsche – Gib Kitas keine Chance!

    1. Richard..ja um Gottes Willen..''die Erziehung sollen wieder die Eltern übernehmen''..du bist ja ein richtiger ''Revoluzzer''…das kommt niemals nich in die Tüte.

  3. Auch die von Ausländer ?

    Oder sind wir Einheimische im eigenen Land – Menschen zweiter Klasse?!

    Ist es richtig, das Merkels Gäste alles umsonst bekommen und Einheimische dafür 50% ihres Lohnes an Abgaben und Steuern zahlen müssen ?! 

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