EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat die Briten vor Illusionen über den Brexit gewarnt. Nur Worte, denn die EU wird sich nicht selbst ins Bein schießen.

Von Redaktion

"Wir würden das Vereinigte Königreich gern eng an unserer Seite wissen", sagte der oberste europäische Beamte der "Rheinischen Post". "An unserem Willen mangelt es nicht. Die Voraussetzung für eine Teilnahme am Binnenmarkt ergibt sich ganz klar aus dem Konzept desselben. Ebenso wie ein Auto vier Räder braucht, bedarf auch der Binnenmarkt der vier Freiheiten. Er funktioniert nur, wenn sich Waren, Dienstleistungen, Kapital und natürlich Menschen frei bewegen können. Wer also die Vorteile genießen will, muss das ganze Menü bestellen. Einige Briten geben sich einer Illusion hin, wenn sie glauben, dass sie nur die Sahnehäubchen bekommen", ergänzte Juncker. 

Der Präsident der EU-Kommission lobte die Einigkeit der Europäer beim jüngsten EU-Gipfel. "Die politischen Leitlinien für die Verhandlungen mit Großbritannien wurden beim Gipfel in nur vier Minuten angenommen. Das ist symbolisch für die beispiellose Einigkeit, die im Raum herrschte unter den 27 Staats- und Regierungschefs, die allesamt ihr Vertrauen in die Europäische Kommission und in Michel Barnier als unseren Chefunterhändler ausgesprochen haben", sagte Juncker.

In Bezug auf die Austrittsverhandlungen sagte der frühere Luxemburger Premierminister: "Wir werden kühlen Kopf bewahren – wie ein professioneller Scheidungsanwalt. Dabei werden wir immer auch das Wohl der Bürger, die vom Brexit direkt in ihren Biografien und Lebensentscheidungen betroffen sind, an vorderste Stelle setzen. Es geht bei dieser Scheidung nicht nur um Verträge und Paragrafen, sondern in erster Linie um das Leben von Menschen."

Mehr als vier Millionen, so Juncker, hätten berufliche und familiäre Brücken von und nach Großbritannien geschlagen. "Meine Kommission und das Europaparlament verstehen sich als deren Fürsprecher. Menschen dürfen niemals zur Verhandlungsmasse oder gar zum Faustpfand in Verhandlungen werden. Deshalb werden wir die Verhandlungen mit Großbritannien so führen, dass wir die menschlichen, wirtschaftlichen und politischen Unwägbarkeiten des Brexit so weit wie möglich lindern." Juncker: "Unser Ziel ist eine geordnete Trennung." 

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13 thoughts on “Juncker will Briten Illusionen über Brexit nehmen”

  1. Natürlich wäre ein gemeinsamer Markt auch ohne die Niederlassungsfreiheit von Krethi und Plethi zu Lasten der jeweils mehr leistenden Sozialsysteme möglich. Dasselbe gilt für die Schimäre der Reisefreiheit, deren integraler Bestandteil, die Sicherung der Aussengrenzen, nie gewährleistet wurde. Die EU selbst hat das in ihrer Vorgängerversion EG hinreichend gezeigt.

     

     

     

  2. Juncker will Briten Illusionen über Brexit nehmen

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    Juncker kann den Brits nicht mehr ein X für ein U vormachen und allen Unkenrufen zum Trotz, befindet sich die britische Wirtschaft im Aufwind.

    Britsche Wirtschaft wächst trotz (oder gerade wegen)Brexit kräftig

    http://www.sueddeutsche.de/news/wirtschaft/konjunktur-britische-wirtschaft-waechst-trotz-brexit-kraeftig-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-170126-99-37482

    Britannia rules!

    Das lässt sich doch nicht von irgendwelche zweit- oder drittklassigen Polit-Hampelmännern am Bullenring durch die Arena führen.

    P.S. Eine Brxit ohne das (zumindest stille) Einverständnis Rothschilds u. der City of London wäre nicht  möglich gewesen.

    Glückliches Britannien!

    1. Noch existiert der Brexit nur auf dem Papier bzw. Wird vielleicht niemals eintreffen. Ich glaube sobald der Brexit vor der Tür steht, geht auch die Wirtschaft runter. Es wird nicht mehr so einfach für die City of London im Rest Europas zu investieren bzw. zu intervenieren. Vielleicht haben die Briten scheiße gebaut und die Rothschilds und co. Wollen Mario Draghi nach Frankfurt folgen, da Merkel ja auch die bessere Marionette ist 

    2. Na, das ist doch logisch. Bevor in EUropa sämtliche Vermögen abgesaugt werden, macht sich das Königshaus und die Londoner Rothschild Banken City vom Acker. Aber war da nicht noch was, wollen die nicht nach Krankfurt eine "Filiale" auslagern, eine die das absaugen garantiert !?

  3. Der Tag der Pharisäer, der Tag des perfiden Albion: 8. Mai

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    Au jau – heute, vor 72 Jahren, wurden wir ja 'befreit'.

    Die  'Befreiung' kostete uns zwischen 12-15 Millionen Nachkriegstote, den Verlust eines Drittels unseres Staatsgebietes und den Verlust unserer Souveränität bis zum anglo-jüdischen St. Nimmerleinstag.

    Der Mann, der das Lügengebilde auf einen Schlag wie ein Kartenhaus zusammenbrechen lassen könnte, ist der hier auf dem Blog standig hochgejazzte Wladimir Putin, der sich jedoch in vornehmes Schweigen hüllt und lieber den 'Sieg über Nazi-Deutschland' mit einer pompösen Schau feiern lässt.  

    1. tze, kein Wunder, waren doch die 6 Mio. frei erfunden – die Zahl nahm man aus der US-Presse von 33 – das waren die 6 Mio. die vorher aus Russland nach Europa flüchteten.

  4. Ja ja..mit Sahnehäubchen kennt sich dieser ''oberste Beamte'' bestens aus..und natürlich mit ''geistigen Getränken''..für die er eine besondere Vorliebe hat.

    Die Briten werden ihm schon das richtige ''Feuerwasser'' einschenken..dann singt er La Paloma rückwärts.

  5. "Ebenso wie ein Auto vier Räder braucht, ..

    Zum Glück gibt es Autos und nicht nur Fahrräder. – Dann hätte der Binnenmarkt mit seinen vier Freiheiten keinen Sinn.

    Menschen ohne Kapital können sich ohnehin kaum frei bewegen und nur eine Minderheit will ihr Kapital über eine Grenze bringen.

    Und übrigens : Keine Freiheit ohne Grenzen.

  6. Kann man ja verstehen, daß sich die Typen in Brüssel ärgern, wenn ein ganzes Volk seine Zukunft anders sieht. Zuerst leise Töne der Enttäuschung, dann Hinweis auf Nachteile, jetzt indirekte Drohungen und zum Schluß offene Konfrontation. Das ist das demokratische Verständnis, nach dem Motto, wer nicht für mich ist, ist gegen micht und man kann jedem Bürger nur raten alles zu wählen, nur nicht die Parteien, die dieses autokratische Monster fördern um dabei den Nationalstaat fremden Interessen auszuliefern.

  7. Juncker sollte sich lieber der Realität stellen und endlich einsehen, daß die Einführung des Euro, der Grund alles Übels, auch wenn England bei seinem Pfund geblieben ist, ein gigantischer Fehler war. Doch welcher Eurokrat und welcher 'EU' Politiker, mit der Eigenbeweihräucherung ein 'echter Europäer' zu sein, könnte das zugeben und die erforderlichen Schritte, wie eine Marine Le Pen, unternehmen, um dieser EUROsion ein Ende zu bereiten, ohne sich selbst und letztendlich die sich selbst ernannte etablierte Funktionselite der Eurozone damit für gescheitert zu erklären?

    'Un gros bonjour de Bochie' (Viele Grüße aus Deutschland von einem Sigmar Gabriel an Marine Le Pen) die nur den Schluß zulassen, daß bestimmte Kreise Zweifel an ihrer eigenen Politik haben müsssen um sich zu solchen peinlichen Äußerungen hinreißen zu lassen. So kann allein von diesen Äußerungen ausgegangen werden, daß es sich bei dieser immer wieder beschworenen europäischen Demokratie um eine Schöpfung von einer äußerst zweifelhaften Qualität handeln muß, die verhindern will, daß die Bürger Frankreichs über einen Austritt aus dieser EUROsion abstimmen dürfen und den Wählern damit ihre Selbstbestimmung nehmen, aus einer Politikerangst heraus, wie in George Orwells Animal Farm enden zu müssen. So sollte Juncker aus dem Brexit besser schnellstens die Lehren für Reformen in dieser 'EU' ziehen, als zu versuchen, britischen Kritikern die Illusion über den Brexit zu nehmen, denn mit Drohungen ist man noch niemals weiter gekommen.

     

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