Hat Donald Trump wirklich geheime Informationen preisgegeben?

In einem Artikel der Washington Post und daraufhin in vielen Medien weltweit, wird Präsident Trumps Herangehensweise bei seinem Gespräch mit Russlands Außenminister Lavrov und Botschafter Kislyak, von letzter Woche kritisiert. Der Vorwurf des Geheimnisverrats aber scheint übertrieben, da die Journalisten weder Gründe noch Absichten für die Preisgabe der Informationen kennen. Doch manche haben dabei ganz eigene Ziele.

Von Rui Filipe Gutschmidt

Donald Trump ist mit Sicherheit kein guter Geheimnisträger, da er nur allzuoft, allzuviel redet. Aber kann man deshalb gleich darauf schließen, dass er bei einem Treffen mit Russlands Repräsentanten unter Geheimhaltung stehende Informationen ausplaudert? Wohl eher nicht. Dennoch, tritt Donald Trump in ein Fettnäpfchen nach dem anderem und so ist es zumindest möglich, dass die mit Russland geteilten Informationen nicht die beste Strategie in Bezug auf den Konflikt in Syrien ist. Doch zu behaupten, Trump hätte sich „verplappert“, ist wohl nichts weiter wie eine Propagandaaktion im internen Krieg zwischen Trump und einigen Medienvertretern. Kurios ist hierbei, dass niemand Lawrow oder Kislyak den Vorwurf macht, die Geheimnisse aus Trump herausgekitzelt zu haben.

Worum geht es? Scheinbar geht es darum, dass Trump der russischen Delegation Einzelheiten über eine Geheimdienstoperation innerhalb des Islamischen Staates (IS) preisgab, die als „streng geheim“ eingestuft wurden und bei denen Medienvertreter – wie CNN oder Washington Post – verpflichtet wurden, darüber zu schweigen. So scheint mir, dass zumindest teilweise der Shitstorm mit Trumps „Medienkrieg“ zu tun hat. Aber auch wenn die Medien die Geschichte schön breittreten, so kommt die Kritik ursprünglich aus dem Beraterkreis des Präsidenten. „Russland könnte unsere Quellen oder Techniken identifizieren“ oder „Ich glaube, dass es nicht sonderlich schwer ist (für russische Spionagedienste) das herauszufinden.“ Von vielen Mitarbeitern im Weißem Haus hört man solche oder ähnliche Aussagen und die Befürchtung, dass Donald Trump in Belangen wie Diplomatie oder eben auch Strategie und Geopolitik, nicht der richtige Mann für die Aufgabe ist.

Die genaue Beschreibung des Ortes und wohl auch der Methoden dieser Operation, bei dem eine neue Anschlagsmethode aufgedeckt wurde, mit der die Terroristen in Laptops und anderen elektronischen Geräten Bomben an Bord von Flugzeuge schmuggeln wollen, stieß bei Offiziellen von Geheimdiensten und Militärs auf wenig Verständnis. Denn es scheint so, als habe der US-Präsident klare Hinweise gegeben, dass ein „befreundeter Geheimdienst“ an diese Information gekommen war. Diese Information kann eine zukünftige Zusammenarbeit kompromittieren. Wenn sich herausstellt, dass diese Info vom Mossad kommt, wo Israel doch bemüht ist nicht zu sehr als mitwirkende Partei aufzufallen und sich nur im Schatten zu bewegen, dann könnte dies zu großen Problemen führen. Donald Trump jedenfalls, egal wie man es drehen und wenden mag, sammelt weiterhin Minuspunkte. Russland andererseits behandelt das Thema mit der nötigen Diskretion. Das sagt schon alles!

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7 Kommentare

  1. Hat der Trump das Geheimnis ausgeplaudert, dass die Raketen in Osteuropa nicht gegen den Iran , sondern gegen Russland gerichtet sind ? 

  2. Ich bezweifel, dass es da überhaupt groß was auszuplaudern gibt.

    Denn im Web pfeifen es die Spatzen schon lange von den Dächern, dass USA, Türkei und Groß-Brittanien den IS mit Waffen beliefern.

    Und der russische Geheimdienst wird darüber noch detailierter informiert sein.

    Da versucht wohl nur die Hilary-Fraktion Stimmung gegen Trump zu machen.

  3. Das ist wieder einmal ein Schmierentheater der Medien, die Trump als instabil erscheinen lassen wollen. Vielleicht ist er den Russen gegenüber doch nicht so abgeneigt und man sieht es sehr ungern, daß Trump sich mit den Russen unterhält und mit ihnen "lächelt".

  4. Das ganze ist doch wieder nur eine heiße Kotzblase gegen Trump. Was soll denn an der Information so sensibel sein, dass IS-Eierbären jetzt Bomben in Laptops schmuggeln wollen? Mal abgesehen davon, dass die Idee so abgedroschen wie sinnlos ist, weil Laptops seit Jahr und Tag massivst untersucht werden (inkl. Stichproben mit Sprengstoffmesstreifen)… aber was könnte der russische Geheimdienst denn schon groß daraus erfahren, was er nicht eh schon wüßte.

    Echt jetzt, dieses bescheuerte Trump-bashing geht mir wirklich schon massiv auf die Nerven.

  5. Die MSM-Propaganda ist an Dummheit u.Lächerlichkeit nicht zu überbieten.

    Zudem offenbaren sie so wieder einmal, bei Ihrer Trump-Hetze, das der IS ein westl.Geschöpf ist und es gar nicht im Interesse des Westens ist, das dieser bekämpft wird.

    Denn nicht nur das es total absurd ist, sich darüber aufzuregen das angeblich Geheimdienstinformationen ausgetauscht wurden, ein ganz normaler Vorgang und gerade bei "Partner" die ja angeblich beide gegen die IS kämpfen, sondern man macht das mal wieder ohne jeden Beweis.

    Aber wie gesagt, so demaskieren sich die Hetz-Medien nur mal wieder selber und zeigen so, das es gar nicht gewollt ist den IS zu bekämpfen, genauso wie z.B. bei ihrer Wortwahl zu Aleppo, als der Russe die Stadt von den IS-Teroristen befreite (und zusätzlich über 100 NATO Offiziere gefangen genommen wurde, welche in einem Bunker hockten und auf Seite des IS kämpften) und die MSM davon sprachen "das Aleppo fällt"! Also dümmer und offensichtlicher kann man sich nicht selber verraten.

     

  6. So kann man sich die enormen Kosten für die Geheimdienste in Zukunft doch eigentllich sparen, wenn man sich direkt an die Quellen wenden kann. Abgesehen davon ist der schlimmste Mensch der, dessen Zunge schärfer ist als sein Verstand und sich unkritische Informationsempfänger auch noch davon einfangen lassen.

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