Griechenland: Kürzen, zusammenstreichen, in den Ruin treiben

Griechenlands Probleme sind zwar weitestgehend selbstverschuldet, doch der aufgezwungene Austeritätskurs macht alles nur noch schlimmer.

Von Marco Maier

Berlin und Brüssel haben Athen neue Kürzungs- und Austeritätsprogramme aufgezwungen. Um überhaupt noch Geld zu erhalten, musste die griechische Regierung neuen Maßnahmen zustimmen, die von den Eurokraten völlig sinnentstellt als "Reformen" bezeichnet werden. Doch mit irgendwelchen Reformen haben die Maßnahmen nur bedingt etwas zu tun.

Unter anderem soll ein neues Arbeitsgesetz Massenentlassungen erleichtern, wodurch die von Konzernen aus anderen EU-Staaten für "einen Appel und ein Ei" erworbenen griechischen Unternehmen einer personellen Schlankheitskur unterworfen werden können. Auch beim ohnehin nur 12 Monate lang gewährten Arbeitslosengeld gibt es weitere Abstriche wie auch bei den schon zuvor mehrfach gekürzten Renten. Angesichts dessen, dass es keine Sozialhilfe nach dem Auslaufen des Arbeitslosengeldes gibt und vor allem die Eltern/Großeltern als Rentner dann die Familie mitversorgen müssen, ist dies ein weiterer Schlag für die Griechen.

Bedenkt man, dass die absolute Armut in Griechenland im Jahr 2009 noch 2,2 Prozent der Bevölkerung traf und im Jahr 2016 schon 13,6 Prozent davon betroffen waren, kann man davon ausgehen, dass die Zahl bis zum Ende des Jahres auf mindestens 15 Prozent ansteigen wird – wenn nicht noch mehr Menschen davon betroffen sind.

Erst am 2. Mai wurde ein neues Kürzungsprogramm in Kraft gesetzt, welches Einsparungen in Höhe von 3,6 Milliarden Euro mit sich bringen soll. Nur so konnte Athen weitere (bereits im August 2015 zugesagte) Gelder erhalten, um die im Juli fälligen rund 7 Milliarden Euro für die Bedienung von Altschulden bei der EZB und Privatanlegern überhaupt aufbringen zu können.

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So schreibt "German Foreign Policy" zur aktuellen Problematik richtig: "Dabei zeigt die gesamtwirtschaftliche Entwicklung, dass die von Berlin dominierte EU-Krisenpolitik nicht nur gescheitert ist, sondern das Land immer mehr in den Ruin treibt: Das griechische Bruttoinlandsprodukt ist von rund 226 Milliarden Euro im Jahr 2010 auf rund 176 Milliarden Euro im Jahr 2016 abgestürzt; gleichzeitig ist die Verschuldung von 125 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (2010) auf 184 Prozent (2016) gestiegen. Ein Ausweg aus dem Teufelskreislauf von brutalen Kürzungen, schrumpfender Wirtschaftsleistung und anhaltend hoher oder sogar steigender Staatsschuld ist nicht in Sicht."

Griechenland ist wirtschaftlich und finanziell kaputt. Das ist klar. Doch anstatt die Schraubzwingen anzusetzen und Land und Leute quasi wie Zitronen auszupressen, wäre es an der Zeit, eine langfristig tragbare Lösung zu finden, damit die aktuelle Abwärtsspirale auch endlich einmal durchbrochen wird. Zu sagen, "Aber dann verlieren wir einen Haufen Geld" ist scheinheilig. Schon damals, als die Vergemeinschaftung der griechischen Schulden stattfand und die EZB, die Euro-Staaten und der IWF die Privatanleger faktisch freikauften, war den Beteiligten absolut klar, dass das so nicht funktionieren wird. Nur die Angst davor, vom Wähler abgestraft zu werden, ließ sie all die Lügen und Halbwahrheiten verbreiten, wonach der verordnete Kurs dazu führe, dass die auf Kredit besorgten Rettungsgelder auch irgendwann einmal den Weg zurück in die eigenen Kassen finden.

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17 Kommentare

    1. Griechenland ist ein rothschildsches Testobjekt (gleichsam Labor-Ratten), wie weit man die Ausblutung von Menschen treiben kann. Dort gewonnene Erkenntnisse werden danach in Resteuropa Anwendung finden.

      1. Es soll quasi ein Kriegslose Enteignung und Entvölkerung durchgeführt werden. Griechenlands Öl und Gasfelder hätten eigentlich gereicht um für Wohlstand wie in Norwegen zu sorgen.

        1. es geht gegen den orthodoxen glauben, Walter – Serbien wurde zerbombt udn mit uran angereichert, die russen wurden / werden sanktioniert… griechen sind ebenfall orthodox! das klingt vllt. zu einfach, um wahr sein zu können, ist aber so. sozusagen die vergeltung dafür, dass die russsisch-orthodoxe kirche eine annäherung an den vatikan stets abgelehnt hat. 

          1. Da man Europa als Vorzeigeprojekt für die Weltgregierung braucht, muß man "natürlich" einerseits die kulturelle Keimzelle Europas, nämlich Griechenland zerstören und das Zentrum Europas, nämlich Deutschland, soweit schwächen, dass kein Widerstand mehr möglich ist.

            Jedewede europäische Eigenständigkeit, Kultur und Sourveränität soll mit dem Angriff auf Griechenland und Deutschland zugunsten der Finanzfaschisten eliminiert werden.

            Man zerlegt das wirtschaftliche Zentrum, Deutschland, und das kulturelle Zentrum, Griechenland, um an seine Ziele zu kommen.

             

    2. 3 millionen rentner wovon 1,200.000 Millionen zwei renten bekommen und 330.000 rentner bekommen drei renten. 80.000 rentner haben zusätzlich zu ihren renten monatliche einkommen höher als 3000 euro zb durch zinsen, mieten etc

      Zusätzlich hat griechenland nach griechischen recht 800.000 behinderte was monatlich eine leistung vom staat bekommen, wer nur 67% behindert ist bekommt nur 67% der behindertenhilfe, wer 50% behindert ist bekommt 50% der behindertenhilfe. Wer über 80% behindert ist bekommt die volle hilfe. 

      Griechenland hat über 1 million beamte und sonst wie angestellte beim staat. 

      Griechenland hat bis zu 120 Minister und 300 abgeordnete bei knapp 11 Millionen Einwohner. 

      Die unbezahlten  schulden allein von kreditkarten sind 30 milliarden hoch. 104 milliarden unbezahlte faule kredite ua an parteien, immobilienkredite, unternehmenskredite. 

      Das griechische bruttonationalprodukt ist etwa 165 milliarden euro groß. 

      Früher hat der griechische staat bit dem bruttonationalprodukt getrickst. Man hat sich einfach geld geliehen und dass geliehene geld einfach zum bruttonationalprodukt zugerechnet. 

      Wie wenn ich 1100 im monat verdiene und zur bank gehe, mir 30000 euro leihe dann zu einer anderen bank gehe und behaupte im jahr 42000 euro zu erwirtschaften nur um einen noch höheren kredit zu bekommen. 

      Das sogenannte rückgrat der griechischen Ökonomie ist die griechische landwirtschaft was einschließlich der milliarden subventionen aus Brüssel ganze 3,8 %des bruttonationalprodukt erwirtschaftet. Griechenland hat mehr landwirtschaftliche geräte als kalifornien. Der griechische staat bezahlt im jahr ca 34 milliarden euro für die renten. Die renten werden in griechenland nicht danach bemessen was eingezahlt wurde als man gearbeitet hat. 

      Das griechische außenhandelsdefizit ist im jahr über 25 milliarden groß. In griechenland wird fast nix produziert, aber man kauft sich alles meist auf pump wozu gibts denn banken? 

      Etwa 60% des bruttonationalprodukt verheizt der griechische staat. Der griechische staat hat zu keinem Zeitpunkt angefangen zu sparen bzw weniger geld auszugeben, wieso auch wenn es dumme gibt was griechenland regelmäßig bezahlen.

      Stattdessen beschuldigt man lieber immer die bösen Ausländer und dämonisiert die Geldgeber griechenlands ua als geldgierige zinshaie obwohl griechenland mehrere hundert milliarden bis 2060 zinsfrei bekommt. 

    3. Es geht um die Erdöl- und Erdgasfelder in der Ägäis.

      Man presst Griechenland an die Wand, damit es für ein Appel und Ei die Konzessionen an Wallstreet-Konzerne verscherbelt.

      Da läuft eine Erpressung.

      Die Wallstreet-Marionette Schäuble fungiert dabei als der Inkassomann, der den Druck auf Griechenland ausübt. Abräumen werden die Wallstreet-Bankster.

  1. Die hiesigen Jubelmassen – Zitat: die faulen Griechen gehören bestraft o. ä. – werden sich auch noch umgucken, wenn diese tödliche Medizin an sie verabreicht wird. In Griechenland wird nur ausprobiert, wie weit man ohne Gegenwehr gehen kann, um diese Methode dann überall anzuwenden.

  2. Als leidenschaftlich & sporadischer bietels-fehn hab' ich heute etwas entdeckt, das mich zum Überlegen gebracht hat.

    Dabei geht es um die abbey road dingens, ne?

     

    1. Laut dem Bericht soll es in den 1930 gegründet sein.

      In dem Bericht wird etwas später dann erwähnt, das Hitlerbomben in den Vierzigern das Studio beschädigt haben soll.

      Nach meinen Recherchen, wurde dadurch die oben genannte Pop-Gruppe *bietels*

      geschaffen.

  3. Die antiken Griechen haben das Perserreich besiegt, die Germanen haben das vordringende Römerreich besiegt, die Vietnamesen haben das Hochfinanzfaschistenreich besiegt. Wie besiegt man heute das Eurokratenimperium? Es scheint zwar den Griechen Finanzhilfe zu bringen, allerdings mit schädlichen und z.T. tödlichen Folgen. Doch solche technokratische "Hilfe" ist schon rein für sich sinnlos, solange nicht den Schuldenanstiftern aus Übersee zur Vergeltung ihrer außerparlamentarischen Freveltaten alle Ansprüche auf Rückzahlung und Zinszahlung aberkannt werden. Erst dann ist die Wurzel des Unkrautes ausgerissen. Wenn die EU nicht einmal dazu fähig ist, taugt sie nichts.

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