Der Vorsitzende der konservativen EVP-Fraktion im EU-Parlament, Manfred Weber (CSU), hat Reformschritten für Europa eine Absage erteilt, solange Frankreich seine Hausaufgaben noch nicht gemacht hätte.

Von Redaktion

"Der neue Präsident Macron kann erst Reformschritte in Europa fordern, wenn er bewiesen hat, dass sein eigenes Land reformfähig ist", sagte der CSU-Politiker der "Rheinischen Post". "Bevor wir jetzt in Europa überlegen, was wir tun können, muss Macron zuerst einmal in seinem Land die Fesseln sprengen", sagte Weber weiter.

Von der Reformfähigkeit Frankreichs ist der Europa-Parlamentarier indes überzeugt: "Frankreich wird wieder aufholen, da bin ich mir ganz sicher. Das Potenzial ist jedenfalls da."

Sonderregelungen für Frankreich lehnt Weber ab: "Es kommt nicht infrage, dass wir für Frankreich eine Sonderbehandlung durchwinken, nur weil es ein großes und wichtiges Land ist. Das käme übrigens auch bei Spaniern oder Portugiesen überhaupt nicht gut an, die ja in den vergangenen Jahren viele Opfer bringen mussten."

Er verlangte von Frankreich Haushaltsdisziplin, eine Arbeitsmarktreform und einen Abbau der Staatsquote, die jetzt bei 56 Prozent liegt.

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5 thoughts on “EVP-Fraktionschef Weber: Macron muss erst Frankreich reformieren”

  1. Hollande hatte die "Reformen" hinausgezögert, bzw. teilweise wieder rückgängig gemacht.

    Nun haben die Franzosen Macron gewählt. Er wird die "Reformen" – also Verschlechterungen – konsequent durchpeitschen. Dafür wurde er von der Finanzoligarchie in das Amt gehievt, dafür hat er von den französischen MSM und der deutschen Politik Unterstützung erhalten.

    Der französische Wähler hätten wissen können und wissen müssen wem sie die Stimme geben. In Deutschland hießen diese "Reformen" Agenda 2010. Die Folgen sind bekannt.

    In diesem Zusammenhang war besonders pervers das Wahlverhalten der französischen Linken. Sie haben durch ihre infantile Abgabe von leeren Stimmzetteln, durch den Vorsprung mit dem Macron ins "Rennen" ging, praktisch mit pro Macron abgestimmt.

    Aber warum sollten die französischen Linken besser sein als die deutschen. Hier machen sie ja auch, im Kampf gegen die AfD, die Drecksarbeit für die GroKo

  2. "Es kommt nicht infrage, dass wir für Frankreich eine Sonderbehandlung durchwinken"….

    ———

    Vielleicht muss der sich selbst überschätzende Weber erst noch verinnerlichen, dass Frankreich zu den Siegermächten des WK II zählt.

    Und dass die Deutschen Hasserin Merkel nur allzu bereitwillig auf jegliche Forderungen Macrons eingehen wird (nach dem üblichen,  taktischen, anfänglichen Zieren) dürfte wohl auch kein Staatsgeheimnis mehr sein. Denn alles, was Deutschland schadet, ist gut für Merkel und ihre Auftraggeber.

    Also wird es so kommen wie viele politisch Informierte voraussagen: Merkel wird mal wieder die zu engen Spendierhosen ihres Hosenanzugs anziehen. Die Deutschen haben's ja.

  3. Zuerst muß auch Macron innenpolitisch einen Fuß auf den Boden bringen. Erst dann kann den Träumen des Herrn Weber nähergetreten werden. Bei entsprechenden Konstellationen übernimmt der Zweitgereihte die Steuerung.

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