Bild: Flickr / BullionVault CC BY-ND 2.0

El Salvador: Umweltschutz statt Förderung von Edelmetallen

El Salvador ist eines der ersten Länder die Förderungen von Edelmetallen absolut verbietet, um die Umwelt zu schützen. 90 Prozent der Gewässer sind kontaminiert, nur noch ein Prozent des Urwalds im Land sind noch unberührt.

Von Edgar Schülter

Das Parlament von El Salvador hat am 29. März einen im Jahr 2015 gefassten Gesetzentwurf bestätigt, der die Förderungen und weitere Explorationen von Metallen wie Gold und Silber verbietet. Somit wird der Bewegung der Umweltschützer, die seit 2005 nach dem Motto „Wasser oder Leben“ kämpften, entgegengekommen. Diese agierten gegen die multinationalen Unternehmen, die in El Salvador Metalle fördern und Bergbau betreiben.

Sehr viele große multinationale Unternehmen haben sich seit dem Jahr 2000 im Land niedergelassen. Gerade dann, als der Goldpreis – sowie der Wert anderer Edelmetalle – immer weiter anstieg. Nun aber hat das Zyanid, das verwendet wird um Gold von den Gesteinen zu trennen, eine Beschleunigung in der Umweltzerstörung herbeigeführt. Viele Bauern sahen sich gezwungen gegen diese Großunternehmen vorzugehen, um den Fluss „Rio Lempa“ mit seinem großen Vorrat an sauberen Quellwasser zu retten.

Nach Angaben der UN ist El Salvador in der westlichen Hemisphäre in Sachen gravierender Umweltzerstörung an zweiter Stelle, mit der Folge die schlechteste Wasserqualität zu besitzen, sowie Vernichtung der Urwälder mitzuerleben. Diese Situation erklärt auch, warum mittlerweile 80 Prozent der Bevölkerung gegen den Abbau von Edelmetallen sind.

Eines der großen Unternehmen im Lande namens „Oceana Gold“ war, laut esquerda.net, sehr aggressiv gegen die Bevölkerung vorgegangen. Jedoch hat ein Gericht der Weltbank einen Prozess des Multis gegen die Regierung von El Salvador zurückgewiesen und sie sogar zur Zahlung von 8 Millionen Dollar Entschädigung an das mittelamerikanische Land verurteilt. Das ist leider bis heute nie geschehen und der Bergbau ging inzwischen einfach weiter.

El Salvador ließ sich das nicht gefallen und es wurden 280 Gruppen mobilisiert, um Petitionen gegen diese Multis anzustrengen und Unterschriften zu sammeln. Das Endergebnis ist jetzt endlich, das absolute Verbot von Bergbau und Förderungen von Edelmetallen.

Es wird endlich Zeit gegen die großen multinationale Konzerne ein Zeichen zu setzen und zu zeigen, dass es so nicht weitergehen kann. Die Entscheidung von El Salvador ist sehr zu begrüßen und es besteht die Hoffnung, dass andere ausgebeutete Länder, sich diesem Beispiel anschließen und mit solchen Gesetzen zum Wohle der Umwelt und der Bevölkerung nachziehen.

2 comments

  1. „…Hoffnung, dass andere ausgebeutete Länder, sich diesem Beispiel anschließen…“
    Da sind natürlich wieder nur die Ausländer schuld. Nur die beuten aus und profitieren.

  2. Es ist gut, dass dort Organisationen begreifen, dass man Edelmetalle nicht essen kann.

    Frisches Obst und Gemüse ist das wahre Gold, was die Menschen gesund hält.

    Man sollte in solchen Ländern mit warmen Klima vielmehr biologische Landwirtschaft betreiben und Techniken wie Terra Preta einsetzen.

    Die Inkas haben die Terra Preta erfunden und waren agrartechnisch viel weiter entwickelt als wir heute. Sie haben Südamerika zu einem blühenden Gemüsebeet gemacht.

    Terra Preta - die Zukunft Südamerikas!

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