Proteste in Brasilia. Foto: José Cruz/ Agência Brasil CC BY-NC 2.0

In Brasilien steht offenbar eine Revolution gegen den Putschpräsidenten Temer an. Dieser lässt das Militär gegen die Demonstranten aufmarschieren.

Von Marco Maier

Im Agrarministerium wurde Feuer gelegt, andere Ministeriengebäude verwüstet. Über dem Regierungsviertel in Brasilia steigen schwarze Rauchwolken auf. Grund dafür ist die Unzufriedenheit der Brasilianer mit Präsident Michel Temer, der selbst durch einen "Juristenputsch" gegen Amtsinhaberin Dilma Rousseff als Vizepräsident des Landes den Posten übernahm, obwohl dieser (im Gegensatz zu Rousseff) wirklich viel Dreck am Stecken hat. Doch die vom US-Establishment unterstützten konservativen Kräfte konnten sich trotz aller Vorbehalte durchsetzen.

Bei den Demonstrationen, an denen zehntausende Menschen teilnahmen, ließ der Präsident das Militär – insgesamt rund 1.500 Mann – aufmarschieren, während die Polizei mit Tränengas gegen die protestierende Menschenmenge vorging. Im Parlament kam es zu tumultartigen Szenen, nachdem die Anordnung bekannt wurde. Vor allem die Vertreter der politischen Linken protestierten scharf gegen die Eskalationsstrategie des zentristischen Politikers.

Hauptgrund für die anhaltenden Proteste und Rücktrittsaufforderungen gegen den Präsidenten sind die umfangreichen Korruptionsvorwürfe gegenüber Temer. Die Menschen fordern den Rücktritt des brasilianischen Staatsoberhauptes und rasche Neuwahlen. Immerhin fühlen sie sich vom politischen Establishment komplett verarscht und hintergangen. Auf das größte Land Lateinamerikas kommen noch turbulente Zeiten zu.

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Brasiliens Gesellschaft ist scharf gespalten und zerstritten. Die politische Linke und die politische Rechte stehen sich fast unversöhnlich gegenüber, seit die Sozialisten die rechtsgerichtete Militärdiktatur auf die Knie zwangen und ein demokratisches System im Land etablierten, welches jedoch nach wie vor von massiver Korruption geprägt ist. Unabhängig von der politischen Ausrichtung der Parteien.

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7 KOMMENTARE

  1. Die Ähnlichkeit zum Pinochet-Regime ist da tatsächlich erkennbar.

    Damals wie heute steckt die CIA hinter den Putschisten und wieder wird das Militär gegen das Völk zur Unterdrückung eingesetzt.

    Man kann aber vermuten, dass das Volk die Regierung bei der nächsten Wahl absegen wird.

    • Die Brasilianer brauchen keine nächste Wahl, sondern werden mit guter alter purer Gewalt das Regime von Temer stürzen

      Wenn schon 'Regime Change' dann richtig

  2. Ich find die Brasilianer geil

    Heute gelesen dass man mit 35.000 Mann das Agrarministerium in Brand gesteckt hat

    Großen Respekt, so sieht richtige Revolution aus

    Dagegen sieht Pegida aus wie ein müder Rattenschiss

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