Ausschreitungen in Bahrain: Berlins Scheinheiligkeit und Doppelzüngigkeit

In Bahrain kommt es zu Ausschreitungen bei Demonstrationen. Nun zeigt sich das Auswärtige Amt "besorgt". Doch das ist scheinheilig und doppelzüngig.

Von Marco Maier

Schon während des sogenannten "Arabischen Frühlings" begehrte die vorwiegend schiitische Bevölkerungsmehrheit gegen die von Saudi-Arabien unterstützte sunnitische Führung Bahrains auf, weil diese die Schiiten strukturell benachteiligt. Mit Hilfe der Saudi-Armee wurden die Proteste blutig niedergeschlagen und sogar CNN bestochen, um eine Dokumentation darüber nicht zu senden.

Nun gibt es erneute Ausschreitungen in der Golfmonarchie und im Auswärtigen Amt in Berlin zeigt man sich "besorgt" darüber, nachdem Berichten zufolge am Dienstag bei einem Großeinsatz der Polizei in der Stadt Diraz füf Menschen ums Leben kamen und zahlreiche weitere verletzt wurden.

"Deutschland unterstützt Bahrain in seinem Kampf gegen den Terrorismus im Rahmen rechtsstaatlicher Normen", sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes am Mittwoch. "Wir appellieren an alle Akteure in Bahrain, Besonnenheit zu wahren, sich für ein friedliches Miteinander einzusetzen und auf den Weg des nationalen Dialogs zurückzukehren. Nur so kann langfristig Stabilität im Land erreicht werden."

Doch diese "Besorgnis" ist scheinheilig. Seit vielen Jahren unterstützt die Berliner Riege die Islamfaschisten in Saudi-Arabien und unterhält auch weiterhin gute Kontakte zum repressiven Regime in Bahrain. Auch hier bestätigt sich wieder einmal die außenpolitische Linie der deutschen Politik, wonach man einerseits medienwirksam Vorgänge kritisiert, hintenrum jedoch gute (politische und wirtschaftliche) Geschäfte macht.

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Ein Kommentar

  1. So ist es!

    Die europäischen chrislichen Polit-Führer, egal welcher Nation, spielen die falschen hinterhältigen Statements im Auftrag der USA und Ihrer Geheimdienste der Öffentlichkeit über die Mainshit-Medien zu. Bei dieser jahrelangen Verlogenheit der Westmächte können die Menschen schwerlich die Orientierung halten. So können die Regierungs-Gruppen heute DAS und morgen DIES sagen. Wer das nicht etwas genauer verfolgt, weiss zum Schluss nicht mehr, was richtig und falsch ist. Das ist sicher so gewollt.

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