Die Franzosen sollten Macron und nicht Le Pen wählen, so Martin Schulz. Gemeinsam könnten sie die EU "reformieren" – er der Eurokrat und Macron der Mann der Finanzindustrie.

Von Marco Maier

Der SPD-Vorsitzende und frühere Präsident des Europäischen Parlaments, Martin Schulz, warnte die Franzosen vor der Wahl Marine Le Pens zur Präsidentin. Frankreich sei "ein nukleargerüstetes Mitglied des UN-Sicherheitsrats" und mit Deutschland zusammen "die stabile Basis der Eurozone und der Europäischen Union überhaupt", sagte der Kanzlerkandidat den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Ein solches Land in den Händen einer Ultra-Nationalistin wie Marine Le Pen ist etwas, das ich mir nicht vorstellen möchte." Le Pen sei "bekannt für Rücksichtslosigkeit, Zynismus – und antideutsche Töne, wie ich sie seit Jahren nicht mehr gehört habe".

Macron habe, so Schulz, "den Willen zur Erneuerung, den andere vermissen lassen". Er selbst habe "diesen Willen auch". So könnten Macron als französischer Präsident und er als deutscher Bundeskanzler die EU "reformieren". Angesichts dessen, dass Macron als Kandidat der Finanzoligarchie gilt und Schulz ein Eurokrat erster Klasse ist, kann man sich vorstellen, welche Art von "Reformen" ihm da vorschweben.

"Die EU muss sich vor allem auf jene zentralen Herausforderungen konzentrieren, die die Nationalstaaten alleine nicht mehr meistern können: Klimawandel, Terrorismus, Steuerflucht zum Beispiel." Schulz wandte sich zugleich gegen die Äußerung Macrons, Deutschlands wirtschaftliche Stärke sei nicht tragbar. "Man kann einem erfolgreichen Land nicht verbieten, erfolgreich zu sein. Im Gegenteil: Deutschland muss noch erfolgreicher werden", sagte der SPD-Chef. "Es kann nicht darum gehen, dass Deutschland weniger exportiert." Allerdings müsse Deutschland dazu beitragen, dass "andere Länder in der Eurozone mehr investieren können – und dass mehr Investitionen in Deutschland getätigt werden".

Eigentlich sollte man die Entscheidung der Bevölkerung bei Wahlen im Ausland respektieren – auch wenn man sie nicht für gut empfindet. Das deutsche Polit-Establishment wird ja auch nicht müde, vor angeblichen russischen Einmischungen in die Wahlen in Deutschland und Frankreich zu warnen. Doch warum sollte die deutsche Einmischung zugunsten Macrons besser sein als eine russische Einmischung zugunsten Le Pens?

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11 thoughts on “Auch Schulz mischt sich in französische Wahlen ein”

  1. für reformationen hatte diese häßliche person zeit genug! jetzt spuckt er große töne dieser reformator.

    als eu-joker macron aus dem ärmel ziehen und auspielen. das ist reformierte eu-politik. immer solche dinge, wie küzlich der taschenspielkertrick in portugal oder der erdowahn in den niederlanden. der wahlbetrug findet bereits vor den wahlen satt. es geht nur noch um machterhalt. da ist jedes mittel recht aber lange noch nicht augeschöpft. jetzt sind erst einmal präsidialdiktatur dran.

    heute morgen im tv: "macron hat bereits, wie bekannt, ein geheimes kabinett zusammengestellt." die franzosen wissen also nicht was sie da wirklich wählen. ich bin mir sicher die personen als "reformer" wurden sogfältig für herrn macron ausgewählt und vorgeschlagen. fragt sich nur, von wem? es steht keine partei dahinter. seine neu gegründete 1mann "en marche" kann diese auch nicht hergeben. alle schreiberlinge haben wirkliche erklärungsnot. was läuft da wirklich ab. welche rolle spielt die le pen, etwa wie kürzlich erdogan in holland als ängstetreiber und "größeres übel"?

    1. Wenn die Freiheit und Fairness von Wahlen aufgrund unzulässiger Einmischung aus dem Ausland, dem Inland und einer einseitigen Presse nicht gewährleistet ist, dürfte keine Wahl mehr vom Volke anerkannt werden!

      Dann müßte das Volk sagen, wir erkennen den "neuen" Präsidenten nicht an! Basta! Wir erkennen Wahlen zukünftig nur an, wenn nicht nur der Wahlgang, sondern auch der Wahlkampf ordnungsgemäß, also ohne Manipulation von mächtigen Interessensgruppen abläuft.

      Sogar bei der Tour de France wird doch inzwischen auf Doping geachtet – oder war das jetzt ein schlechtes Beispiel? Amstrong hat seine 7 Toursiege aberkannt bekommen. Die Politik kann doch nicht hinter dem Sport hinterherhinken! Oder ist sie weniger wichtig?

    2. @max    lies mal Thierry Meyssan   "Von der Stiftung Saint-Simon zu Emmanuel Macron"

       

      Meyssan hat immer sehr gute Infos aus wirklich guten Quellen; lese ihn schon länger und hab auch schon ein paar mal seine Artikel genauer angesehen; sind top

      Die Analyse zu Macron ist echt erhellend; Ich hatte zwar ein paar Infos zu Macron aber bei dem Artikel hab ich auch große Augen gemacht ^^

  2. „Deutschland muß noch erfolgreicher werden.“
    Noch erfolgreicher? Wir sind doch schon die größte Lachnummer seit Dick & Doof.
    Aber vielleicht hat er ja Erfolg bei den Fröschen. Die warten ja bekanntlich nur darauf, daß ein Deutscher ihnen sagt, was gut für sie ist.

  3. Unfähigkeit ist das richtige Wort für diese Selbstbereicherer und Subunternehmer der Lobbyisten.(gekaufte Politik eben.) Und was heißt eigentlich noch erfolgreicher ? Etwa noch mehr Narrenfreiheit für die Zocker (und dadurch Negativzinsen), noch weniger Wohnungsbau für bezahlbare Mieten, noch  weniger schuftende Krankenschwestern, noch mehr Aufstocker… usf . Die Erfolgsbilanz der deutschen Politik ist erbärmlch. Und nun will man noch besser werden (noch erbärmlicher.) Man will die Unfähigkeit noch steigern. Als ob man jetzt bei all den Flüchtlingen noch etwas mehr für die Unterschicht und Arbeiterklasse machen könnte. Dem Volk werden die Augen aufgehen, wenn diese Globalisierungsdumpfbacken   noch mal drankommen. Die Reichen hatten lange genug ihre Renaissance. Jetzt müssen endlich mal Menschen dran.

    1. „…Jetzt müssen endlich mal Menschen dran…“
      Da hoffen Sie vergeblich. In den vergangenen Jahrzehnten wurde erfolgreich dafür gearbeitet, daß weltweit nur noch genehme Pappnasen und Marionetten auf die große Bühne kommen.

  4. Da werden dann alle deutschen etablierten Politiker zusammen mit Putin zur Wahlunrne nach Frankreich reisen um dort ihre geschätzte Stimme abzugeben, dass auch der Wunschkandidat  das Rennen macht!

  5. Vielleicht verfügen sie ja auch über von den nationalen Wahlbehörden geduldete "Hacker"! Normalerweise mögen die Franzosen Einmischungen von aussen gar nicht!

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