US-Militär rüstet auf: Aufgabe des Azorenstützpunkts für Devin Nunes undenkbar

Der US-Kongressabgeordnete Devin Nunes ist Republikaner und war schon immer gegen die Aufgabe der US-Militärbasis auf den Azoren. Er würde gerne Truppen aus Deutschland und GB auf die Inselgruppe holen. Das PM Costa die Chinesen zum Bau eines Forschungszentrums eingeladen hat, gefällt den Amerikanern hingegen gar nicht.

Rui Filipe Gutschmidt

Devin Nunes ist portugiesischer Abstammung und daher liegen ihm die Azoren am Herzen. Doch als republikanischer Kongressabgeordneter und Teil der Regierung, muss er in erster Linie die Interessen seiner Wähler und der USA vertreten. Die Zukunft der Militärbasis „das Lajes“ aber, war für Nunes immer schon ein persönliches Anliegen. Mit dem Wiederaufflammen des Ost-Westkonflikts, so scheint es, bekommt die Lajes nun erneut eine wichtige Rolle für die USA. Da die neue Regierung in Lissabon aber bereits auf der Suche nach einer zukünftigen Nutzung der Infrastrukturen auf der Insel Terceira ist und Premierminister António Costa bei seinem Aufenthalt in Macau vor kurzem, China als möglichem Partner für eine Wissenschaftseinrichtung auf den Azoren erwähnte, reagierte Nunes recht ungehalten.

Der Republikaner argumentierte darauf hin, bei seinem Besuch einer portugiesischen Marineeinrichtung, dass die Anwesenheit einer „fremden Macht“ in der Nähe der Lajes-Basis auf den Azoren unter Berücksichtigung der geostrategischen Bedeutung des Orts „keine gute Idee ist“. Eine „Wiederverwertung für wissenschaftliche Forschungszwecke“, gäbe dem Luftwaffenstützpunkt eine zusätzliche Bedeutung, nicht nur militärisch, sondern auch in der Logistik und Technologie. In seinem Interview mit Nachrichtenagentur „Lusa“, bekräftigte er weiterhin, dass man „keine Fremden“ in der Nähe dieses geostrategischen Ortes gebrauchen könne. Er zeigte sich „sehr besorgt über jede Einmischung von außen nicht nur an diesem Ort, sondern auch an jedem anderen strategisch wichtigen Ort der Welt.“

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„Seit 70 Jahren hat die Lajes-Basis eine strategische Lage, nicht nur um die US-Streitkräfte zu verteilen, sondern auch um die Vereinigten Staaten zu schützen, und dies bleibt der Fall und wird es immer sein, es sei denn, dass die Inseln aus irgendeinem Grund verschwinden“ so der US-Kongressabgeordnete. Man solle doch bedenken, dass die Lajes-Basis eine der strategischen Standorte in der Welt sei." Hinzu käme noch, dass bei dem Prozess der Personalreduzierung der letzten acht Jahre (Obamas Präsidentschaft) die Truppen meist an den teuersten Standorten erhalten wurden, während auf den Azoren 2 bis 3.000 Menschen Platz finden würden. So käme es viel billiger, wenn man Truppen aus Deutschland und Großbritannien auf die Azoren verlegen würde. Die Azoren zu vernachlässigen, sei laut Devin Nunes also eine unnötige Belastung für den amerikanischen Steuerzahler und könne diese strategische Position gefährden, was völlig inakzeptabel sei.

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Devin Nunes versucht schon seit geraumer Zeit dem Azorenstützpunkt seine alte Rolle als Dreh- und Angelpunkt in Amerikas Militärstrategie, wie bei den Kriegen im Libanon, Libyen, Kuwait, Irak, Afghanistan und Somalia, zurückzugeben. Doch wer jetzt meint, dass damit Deutschlands „Besatzer“ auf die Azoren umziehen würden, der irrt sich natürlich gewaltig. Ob ein paar Tausend US-Truppen weniger an einem Ort sind und dafür an anderer Stelle stationiert werden, ändert nichts am Status Quo. Die Azoren brauchen Arbeitsplätze, das mag sein. Die USA, unter Präsident Obama, haben sich nicht im geringsten um die Menschen geschert, die mit ständiger Truppenreduzierung die vielen Zivilarbeitsplätze auf dem Stützpunkt verloren und auch nicht um die gesamte Wirtschaft der Insel, die ohne die Dollar der Soldaten und der jetzt Arbeitslosen zusammenbrach.

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Also wenn China, Russland oder ein anderer strategischer Investor aus dem Standort ein ziviles Forschungszentrum machen will, dann sollte Costa und seine Regierung sofort ja sagen. Die USA haben die Inselbewohner schon einmal im Stich gelassen. Wenn die US-Kriegsmaschinerie den Stützpunkt wieder ausbauen will, so sollte Costa ihnen den Vertrag kündigen. Den „Herren der Welt“ eine „fremde Macht“ vor die Nase zu setzen, wäre genau die richtige Antwort für Donald Trump, Davin Nunes und den Militärisch-Industriellen-Komplex!

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3 Kommentare

  1. Chinesen und Russen sind Fremde die USA nicht ? Rui dein ex Landsmann ist ein Arschloch. Nunes hat sich und seine lieben US Bürger im Herzen aber geine Portugiesen oder Europäer. Iglaube das er nicht mal auf einer Landkarte Portugal oder die Azoren findet. 1974 gleich nach der Revulotion haben die Amis versucht die Azoren in eine unabhängigkeit von Portugal zu treiben. Gestern 25.04.2016 Bier Wein Fisch und Fleisch auf Kosten des Landes. Merkel oder ihre vorgänger haben mich noch nie Eingeladen.

    1. Mein Ex-Landsmann ist ein RIESEN AAAA… auch wenn ich vom Pass her Deutscher bin. Ist aber nicht weiter wichtig. Ja, der Ami hat überall seine Pfoten drin, aber wehe man mischt sich in ihren Wahlkampf ein ^^. 

      Aber Nunes denkt in Sachen Azoren wohl an persönliche Interessen, wie alle Politiker, und er schleimt sich wohl bei der Azorenbewohnern ein. 

  2. Genau bei denen. Aber die Menschen die 70 Jahre mit der Basis Leben, wollen ihren Job zurück.Die Leute dort sehen keinen Krieg,  Nur Arbeitsplätze… Leider.

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