Türkei: Mit Schulden wird die Wirtschaft angekurbelt

Während Präsident Erdogan nicht müde wird, das vergleichsweise starke Wirtschaftswachstum der Türkei zu betonen, verschweigt er die Gründe dafür: Schuldenwachstum.

Von Michael Steiner

Trotz der widrigen Umstände ist die türkische Wirtschaft im letzten Jahr um rund drei Prozent gewachsen. Der Einbruch bei den Touristenzahlen, die Wirren nach dem Putschversuch, die Terroranschläge und der anhaltende Kriegszustand in Teilen des Landes konnten die Wirtschaft des Landes nicht in die Knie zwingen, so die offiziellen Verlautbarungen.

Eigentlich hatten die Ökonomen diverser internationaler Organisationen eine Rezession für 2016 vorhergesagt, doch mit nationalistischem Pathos garniert straft Erdogan sie bei seinen Wahlkampfveranstaltungen zugunsten der Verfassungsänderung Lügen. Dabei verbreitet er selbst jedoch Halbwahrheiten, die von den größtenteils uninformierten Bürgern auch so angenommen werden.

Denn das Wirtschaftswachstum war nur möglich, weil er mittels diverser Dekrete dafür sorgte: Diverse Konsumsteuern wurden halbiert oder gleich ganz abgeschafft und die staatlichen Ausgaben erhöht. Insgesamt, so die Nachrichtenagentur Anadolu, belief sich das Budgetdefizit für 2016 auf 29,3 Milliarden Türkische Lira (7,81 Milliarden Dollar). Dabei stiegen die Staatseinnahmen gegenüber 2015 um 11,9 Prozent auf 45,8 Milliarden Lira an, die Staatsausgaben um 23,5 Prozent auf 73 Milliarden Lira. Damit gab die Türkische Republik um 60 Prozent mehr aus als sie an Steuern einnahm.

Ein nicht unerheblicher Teil des Wirtschaftswachstums liegt also in den Interventionen Erdogans begründet – wenngleich dies auch dazu führte, dass der Schuldenberg des Landes weiterhin anstieg. Auf Dauer wird eine solche Politik jedoch nicht funktionieren, da steigende Schulden auch mit höheren Aufwendungen für die Zinsen einhergehen – und das Geld für die Zinsen fehlt dann in den zukünftigen Budgets. Selbst wenn die Erfolgsmeldung des Wirtschaftswachstums in widrigen Zeiten für mehr Ja-Stimmen sorgen sollte, so wäre dies doch ein längerfristig teuer erkaufter Sieg.

Loading...
Teilen Sie diesen Artikel:
Lesen Sie auch:  Syrische Milizen verstecken sich hinter US-amerikanischen und türkischen Truppen

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: [email protected] nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...

8 Kommentare

  1. Der Islamfascho Erdowahn war so klever, einen russischen Jet in Syrien unter albernem Vorwand abzuschießen. Daraufhin blieben die russischen Touristen aus. Dies hat der türkischen Tourismusbranche erheblich geschadet, was sich auch auf die Steuer- bzw. Deviseneinnahmen auswirkt. Eine selten dämliche Aktion.

    Dann ist dieser Lokalfaschist hingegangen und hat kurdische Dörfer bombardiert, woraufhin die sich mit Bombenanschlägen in Touristenzentren bedankt haben. Effekt: Die zahlungskräftigen Touristen aus Europa blieben fern, was die Tourismusbranche an den Rand der Pleite brachte.

    Am Ende hat der Größenwahn dieses Islamirren die türkischen Staatsfinanzen nachhaltig ruiniert. Die Kosten seines militärischen Syrienabenteuers taten da ihr übriges.

    Nicht umsonst gilt der Türke als der Asoziale des Nahen Ostens.

    1. …wer dort umkommt ist selber Schuld und dem weine ich auch keine einzige Træne nach. Wer ohne Not und Zwang in einem Mohamedanerland Urlaub macht…der hat in meinen Augen nicht mehr alle Latten am Zaun! Irgendwo muss man auch Moral zeigen…nicht alles ist mit Geld zu werten…Stolz, Moral und Ehre sind die Tugenden nach denen wir uns richten sollten und wer nur einen Rest von Stolz, Moral und Ehre fuer sein Vaterland im Leib trægt kann niemals freiwillig in ein Mohamedanerland gehen…allerhøchsten im Kriegsfall um denen die dumme allaballa-Ruebe weg zu schiessen! Wir sollten erst mal anfangen unser eigens Land von denen zu befreien! Man macht beim Feind selbstverstændlich keinen Urlaub!!!!!!!! Wie idiotisch ist das denn??!

    2. Das Geldverleihen ist die Säule jüdischer Zersetzungspolitik daher wird Erdogan in naher Zukunft, wenn er so weitermacht, dort sein wo in die NWKO Drahtzieher immer schon haben wollten, nämlich  in der Rolle einer gehorsamen Marionette! 

  2. Schulden, na und? Dann wird einfach mal abgewertet. Und wenn der Zettel zu groß wird, werden ein paar Nullen gestrichen. Auf dem Zettel, nicht in der ReGIERung. Das haben die Italiener gern gemacht. Vor dem Euro. Jetzt geht das nicht mehr. Aber die Türken können das. Da bin ich mal blass geworden, als ich mit meinem Kumpel in Istanbul innerhalb von zwei Stunden eine Rechnung von 13 Millionen ersoffen habe…Grins…

      1. @lümrod:

        In Demokratien wie bei uns, ist wohl eher Korruption und Erpressung die treibende Kraft. Sonst ist man allein auf der Erde, oder allein darunter… Geheimdienste gibt’s genug, und für das Geld, oder die Folgen seiner Entscheidungen braucht kein Politiker persönlich Verantwortung zu tragen (s. Hosenanzug). Das Wahlvolk ist ohnehin zu dumm, das zu durchschauen und freut sich, jederzeit um Zugabe betteln zu dürfen, schließlich gibt es gaaanz viele POlitiker, die ehrlich sind, und die noch dazu selbstlose Helden sind. Alternative halt. So lange sie am Bänkchen ganz hinten sitzen.

        Auch Diktatoren kann es erwischen, wie Saddam Hussein, oder Muammar Gaddafi, und das waren andere Kaliber, als diese alternativen Würstchen.

         

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.