Vollzeitbeschäftigte in Deutschland arbeiten weniger, Teilzeitbeschäftigte mehr als vor zehn Jahren. Man könnte annehmen weil es immer mehr geringfügige Beschäftigungsverhältnisse gebe, laut Arbeitsministerium ist das Gegenteil der Fall.

Von Redaktion

Das geht nach Angaben der "Rheinischen Post" aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen hervor. Die tatsächlich geleistete Arbeit sank demnach von 2006 bis 2016 bei Vollzeitbeschäftigten von 1692 auf 1645 Stunden im Jahr, die der Teilzeitbeschäftigten stieg im selben Zeitraum von 652 auf 711 Stunden.

"Dies ist vor allem auf den sinkenden Anteil der geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse zurückzuführen", heißt es in dem Schreiben des Arbeitsministeriums an den Bundestag. Wers glaubt. Enttäuscht zeigen sich die Grünen, dass der Bundesregierung keinerlei Informationen über die Zahl der Beschäftigten in starren Arbeitszeiten, Gleitzeitmodellen, mobilem Arbeiten und Homeoffice vorliegen.

"Das Ministerium redet über ein Wahlarbeitszeitgesetz, aber hat überhaupt keine Kenntnisse darüber, wie flexibel die Beschäftigten heute arbeiten", sagte Grünen-Arbeitsmarktexpertin Beate Müller-Gemmeke.

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Loading...

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: [email protected] nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...

8 thoughts on “Thema Gerechtigkeit: Teilzeitbeschäftigte arbeiten mehr als vor zehn Jahren”

  1. Arbeitsverdichtung – die neoliberale Betrugsmasche der Unternehmen

    Was man an der im Artikel genannten Statistik nicht erkennen kann ist die Betrugspraktik der Arbeitsverdichtung.

    Bei dieser wird die pro Stunde vom Teilzeitbeschäftigten zu leistende Arbeit vergrößert. Der Arbeiter arbeitet dann schneller, ohne dafür mehr Geld zu bekommen. Vielfach ist die Arbeitsgeschwindigkeit schon bei Akkord angekommen, ohne dass Akkordlohn gezahlt wird.

    Der Arbeiter wird also um den Lohn der Mehrarbeit betrogen. Eine Betrugsmasche, die im Rahmen des Umstiegs auf Neoliberalismus Mitte der 90er anfing und durch die Agenda 2010 noch ausgeweitet wurde.

    Deutschland braucht eine Regierung, die den Neoliberalismus konsequent abschafft.

    Lohnbetrug ist gesellschaftsschädigend.

    1. So isses !

      Aber wenn ich unseren Arbeitnehmern sage : arbeitet langsam und mit Bedacht, passt gegenseitig auf eure Gesundheit auf, macht keine Arbeit auf die Schnelle, bei uns zählt Qualität und nicht Quantität, keiner hetzt euch, nehmt euch die Zeit die ihr braucht – was machen sie ? Sie wollen fertig werden, gehen Unfallrisiken ein und ich bin am Ende der Dumme !

      … muss man nicht verstehen wollen ! … die Welt ist einfach auf den Kopf gestellt, alles komplett irre !!!

      1. Manchmal sind es auch die Arbeiternehmer selbst die sich die Suppe des stetig größer werdenden Arbeitsstresses einbrocken:

        Beispiel Post, Briefzustellung: Habe selbst erlebt wie die einzelnen Zusteller "Gas" gaben, quasi durch die Bezirke rannten, nur um eine Stunde oder Zwei Stunden eher Feierabend zu haben, mit der Konsequenz, das die Bezirke ständig neubemessen wurden, also größer wurden.

        Jetzt haben es die "Gas-geber" geschafft, das sie nun durch die Bezirke rennen MÜSSEN, um halbwegs zu einer normalen Zeit fertig zu werden. Die Leitragenden Zusteller sind die, die immer ein normales Arbeitsstempo hatten, denn auch diese müssen sich jetzt, dank den Übereifrigen, immer mehr abhetzten, und bekommen die zwangsläufig anfallenden Überstunden nicht adäquat vergütet. Damals nur pauschal 1h am Tag, egal auch wenn man 3 Stunden mehr gearbeitet hatte.

         

        1. Das Phänomen der Übereifrigen kennt man auch in anderen Ländern:

          Da gibt es z.B. in Australien den Ausdruck "Tall Poppy Syndrom", das soviel bedeutet, daß die Übereifrigen von der Gemeinschaft gemieden/geächtet werden, weil diese im Grunde genommen asozial sind, denn durch ihre Übereifrigkeit zwingen sie die Schwächsten in der Gemeinschaft ebenso zur Mehrleistung.

          Vielleicht sollte man in Deutschland auch so verfahren!

          1. In den Fabriken werden die auch von der ganzen Belegschaft geächtet. Solche treiben nämlich den Akkord in die Höhe. Stellt der Betriebswasserkopf fest : upps, gleiche Stückzahl in kürzerer Zeit ist möglich, stehn sofort drei Fuzzis mit Stoppuhr am Band und "optimieren" die Arbeitsabläufe aller, aufgrund der Fähigkeit des Besten.

            Der schneidet sich natürlich auch ins eigene Fleisch, denn hat er mal einen schlechten Tag oder wird einfach nur älter und langsamer, verdient er weniger, weil er seine eigene Bestzeit nicht mehr abliefern kann. Verliert am Ende sogar den Job !

            Aber, es gibt solche Verrückten, die sind auch unbelehrbar, schaffen jeden Tag bis zum Umfallen – Krank ist das, die sollte man aus dem Verkehr ziehen !

            Mein Tipp : schon in der ersten Kaffeepause, bisschen Schlafpulver in die Plörre geben !

  2. Nicht nur die Teilzeitbeschäftigten arbeiten schneller und mehr, auch die in Vollzeit Beschäftigten. Grund : Personalabbau bei ( mindestens ) gleich bleibender Arbeit , meistens kommen aber immer mehr Aufgaben für den Einzelnen dazu.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.