Religiöse Feiertage: Bekommt Österreich mehr davon?

Die Feiertagsdebatte zum Karfreitag in Österreich geht ans Höchstgericht der EU. Unter Umständen könnten bald auch muslimische oder jüdische Feiertage für alle Menschen in der Alpenrepublik gelten.

Von Marco Maier

In Österreich gelten die katholischen Feiertage für alle Menschen im Land, die evangelischen – wie der Karfreitag – beispielsweise nur für die Protestanten. Nun soll eben auch der Karfreitag für alle gelten, was der EU-Gerichtshof in Luxemburg auf Drängen des Obersten Gerichtshofs in Wien nun entscheiden soll. Damit jedoch bekämen Österreich und schlussendlich wohl zwangsläufig auch die anderen EU-Staaten in Sachen Feiertage anerkannter Religionsgemeinschaften unter Umständen ein Problem.

Denn entscheiden die luxemburger Richter zugunsten des Karfreitags als gesetzlichen Feiertag für alle, was auch einen Feiertagszuschlag für jene Menschen mit sich brächte, die an diesem Tag arbeiten (müssen), würde auch der Gleichbehandlungsgrundsatz der Verfassung greifen. Das heißt: Wenn der Karfreitag für alle als Feiertag gelten soll, nicht nur für die Mitglieder der evangelischen Kirche, dann müssten auch die höchsten Feiertage der anderen anerkannten Religionsgemeinschaften in Österreich für alle gelten.

Ob nun das islamische Opferfest, der jüdische Versöhnungstag (Jom Kippur), oder aber auch über kurz oder lang die höchsten Feste von Hindus, Buddhisten usw., wenn diese zu gesetzlich anerkannten Religionsgemeinschaften avancieren – die Zahl der religiösen Feiertage würde so von derzeit 13 auf bis zu 16 steigen.

Grund für die Weitergabe des Falls an den Europäischen Gerichtshof war eine Klage eines Mannes ohne religiöses Bekenntnis, die bis zum Obersten Gerichtshof Österreichs ging, weil er im Gegensatz zu den Protestanten am Karfreitag arbeiten muss. Deshalb wolle er für seine Arbeit an diesem Tag zusätzlich zum normalen Arbeitsentgelt auch das Feiertagsentgelt ausbezahlt bekommen.

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Doch der Oberste Gerichtshof hatte Zweifel, ob die Sonderstellung für Mitglieder der evangelischen Kirchen eine Diskriminierung des Klägers darstelle. Dieser beruft sich auf eine Richtlinie der Europäischen Union über die Gleichbehandlung in Beschäftigung und Beruf aus Gründen der Religion.

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6 Kommentare

  1. Soll das ein Witz sein was hat Religion mit Politik zu tun ???  Es kann doch nicht sein das Geisteskranke auf so eine Art und Weise unterstützt werden. Religion ist Privatsache und hat in der Politik nichts zu suchen.

    1. Man könnte des Rätsels Lösung im Konkordat suchen. Aber da wissen DvB. und Camillo Torres mehr darüber. Ich freu mich schon, Jesuiten für ALLE, die erwecket werden müssen.

  2. Es läuft auf eine Abschaffung aller religiösen Feiertage! Mit diesem Vorstoß wird die Diskussion angestoßen, die sich selbst ad absurdum führt und schließlich aus Gerechtikeitsgründen in die Abschaffung mündet!

    Dahinter steckt die Wirtschaft!

    Und es gilt zu bedenken, wenn alle Religionen ihre Feiertage bekämen, gingen alle Klein und Mittelbetriebe pleite, und wenn nur mehr Konzerne übrig bleiben, dann werden sie wieder abgeschafft.

    1. Noch mehr bezahlte Feiertage und man kann wirklich dicht machen.

      Kein Mensch hat was gegen religiöse Feiertage, es betrifft ja alle. Nur Weltweit wird es wegen dem Wettbewerb irgendwann eng. Wenn Chinesen rund um die Uhr arbeiten, wir aber nur 1/3 davon und dann auch noch jedes Jahr bald einen ganzen Monat Feiertage feiern, dann weiß ich nicht wie das auf dem Weltmarkt funktionieren soll.

      Ich bin dafür, wenn Gläubige ihren Glauben feiern wollen, dann feiern sie den unbezahlt. Und wenn sie das nicht wollen, dann müssen diese Feiertage eben die Kirchen bezahlen.

      Warum sollten Glaubenslose Arbeitgeber den Gläubigen auch noch Geld dafür geben, dass sie nicht anwesend sind und nicht arbeiten ?

      Der Glaube ist Privatsache, was hat der mit der Wirtschaft zu tun ?

      Wegen der Tradition, seh ich noch Ostern und Weihnachten ein, aber damit muss auch gut sein. Und warum man am "Tag der Arbeit" nicht arbeitet, ist mir eh ein Rätsel.

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