US-amerikanischer Zollmitarbeiter. Bild: US Navy, public domain

Ein Blick in die Geschichte zeigt: Protektionismus war der Anfang jedes wirtschaftlichen Erfolges. Doch der Freihandel ist nicht grundsätzlich abzulehnen.

Von Marco Maier

Heutzutage wird überall der Freihandel propagiert, weil dieser Wohlstand und Freiheit mit sich bringen würde. Doch insbesondere die wohlhabenden Länder vergessen hierbei, dass der eigene Wohlstand auf dem Protektionismus diverser Sektoren in vergangenen Zeiten beruht. Faktisch alle europäischen Industriestaaten oder aber auch die USA haben lange Zeit wichtige wirtschaftliche Sektoren mit hohen Importzöllen geschützt. Südkorea macht dies z.B. immer noch.

Ein gutes Beispiel ist der Deutsche Zollverein, der im 19. Jahrhundert bestand. Mittels hoher Zölle schützte man den deutschen Eisenbahnbau vor den technologisch weit überlegenen britischen Herstellern von Lokomotiven und setzte so den Startschuss für die Industrialisierung Deutschlands. Das heißt: Ohne diese Schutzzölle gäbe es den Industriestaat Deutschland heute vielleicht gar nicht in der Form, wie wir ihn heute kennen und wer weiß, vielleicht wären andere Länder beispielsweise Vorreiter beim Bau von Verbrennungsmotoren und Automobilen gewesen.

Ein Blick auf die unterentwickelten afrikanischen Volkswirtschaften zeigt: Der durch die westlichen Industriestaaten aufgezwungene Freihandel (im Sinne von: Zölle runter, sonst gibt es keine Entwicklungshilfe) ist ein absoluter Nachteil für diese Staaten. So sorgen beispielsweise die fehlenden Zollschranken dafür, dass die heimische Landwirtschaft zugrundegeht, weil sie keine Chance gegen die hochtechnologisierte EU-Landwirtschaft haben.

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Selbst im Handel zwischen den einzelnen Industriestaaten können partielle Handelsschranken durchaus Vorteile für die jeweiligen Binnenmärkte mit sich bringen. Zwar sorgen auch die zunehmende Roboterisierung und Automatisierung für Jobverluste, doch auch die Abwanderung von Produktionsstätten in billigere Länder darf man nicht außer Acht lassen. Wobei hier das Argument, dass die billigeren Importe auch die lokale Kaufkraft erhöhen würden, greift nur eingeschränkt: Wer statt eines gut bezahlten Industriejobs nun nur noch einen schlecht bezahlten Dienstleistungsjob hat und damit kämpft, durch den Monat zu kommen, dem nützen billigere Autos oder T-Shirts auch wenig – weil er sich wegen des geringeren Einkommens gerade die weiterhin teuren Güter ohnehin nicht leisten kann und von den billigen Güter nur wenige.

Wenn man heute also über die "Protektionisten" schimpft und den "Freihandel" lobt, dann sieht man das Ganze wohl auch einfach etwas zu undifferenziert. Freihandel kann durchaus Vorteile mit sich bringen und tut dies auch in einigen Bereichen – doch er ist gewiss kein "Allheilmittel" für wirtschaftliche Probleme eines Landes. Grundsätzlich muss man immer zuerst berechnen, ob ein Freihandelsvertrag für alle beteiligten Seiten einen Mehrwert bringt, oder ob man bestimmte Bereiche davon (vorerst) ausnimmt. Ansonsten kann es durchaus passieren, dass man (wie die EU mit ihren Freihandelsabkommen mit afrikanischen Ländern) dafür sorgt, dass sich unzählige Armutsflüchtlinge bzw. Wirtschaftsmigranten auf den Weg machen, um so ihren Anteil am ungleich verteilten Wohlstandsgewinn einzufordern.

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11 KOMMENTARE

  1. aderlass bis tod, so wars schon im mittelalter, und wir haben das noch perfekt maschinell industriell auf die spitze getrieben.und alle die kohle haben , denen ist es scheissegal , weil es geht ihnen ja gut.nach mir die sintflut

  2. Wohlstand durch Freihandel – ein Ammenmärchen des Kapitals

    Aufgrund der Mobilität von Technologie kann fast jedes Produkt des täglichen Lebens in jedem Land produziert werden. Insofern ist der Handel weitgehend überflüssig geworden.

    Es liegt also im Interesse jeden Landes, alle Produkte selber herzustellen und nicht zu importieren, um keine Arbeitsplätze zu verlieren und keine Schulden für Importe aufnehmen zu müssen. Ein Außenhandelsdefizit führt in die Schuldenfalle.

    Offene Märkte ermöglichen dem Kapital die Arbeiter und Staaten bzgl. der Lohn- und Steuerhöhe in Konkurrenz zu setzen und sie gegeneinander in einen Dumping-Wettbewerb zu bringen. Die Martkdemagogen beschwören deshalb den "Wettbewerb" und Vertreter der neoliberalen Schule wie z.B. Prof. Sinn fordern Staaten wie Griechenland oder Deutschland auf, die Löhne zu senken, um wieder wettbewerbsfähig zu werden.

    Durch den Wettbewerb sinken die Löhne zugunsten der Gewinne der Konzerne.

    Diesen Lohndumpingirrsinn, der ganze Völker in die Armut führt kann man auch beenden, wenn man die Grenzen für Dumpinglohnprodukte dicht macht und sie im eigenen Land zu angemessenen Löhnen selber herstellt. Das Volk wird dann reich durch die eigene Produktion.

    Tsipras in Griechenland hat diesen Schritt bis heute nicht gewagt – typische Inkompetenz eines linken Schwaflers. Viktor Orban ist da deutlich couragierter.

    Martköffnung ist die Entmachtung des Staates

    Das Kapital erpresst bei offenen Grenzen den Staat mit Abwanderungsandrohung und Arbeitsplatzverlust. Das Kapital verlangt geringe Steuern.

    Ein Sozialstaat mit offenen Grenzen ist nicht finanzierbar.

    Schließt der Staat hingegen die Grenzen, so muß der Konzern im Land bleiben, wenn er den Markt beliefern will und der Staat kann aus einer stärkeren Position heraus die Steuerhöhe diktieren. Dann nimmt er auch genug Steuern ein, um den Sozialstaat zu finanzieren.

    Ausgeglichene bilaterale Handelsbilanz – der vernünftige Weg durch Teilprotektionismus

    Das Optimum für den Staat ist es, mit jedem Land einzeln zu verhandeln, welche Produkte gehandelt werden sollen. So kann man es realisieren, dass nur so viel importiert wird, wie exportiert wird. Netto verlieren beide Staaten also keine Arbeitsplätze. Andere Produkte werden über Zölle abgewehrt.

    Protektionismus – die notwendige Bedingung für Wohlstand in der Bevölkerung!

    • So isset!

      Karl Marx, der Rothschild Agent, der für Rothschild das Auftragswerk 'Das Kapital' schrieb, war wie sein Herr und Meister, der Welttyrann Rothschild,  natürlich auch für den ähäm,….Freihandel :

      "We are for Free Trade, because by Free Trade all economical laws, with their most astounding contradictions, will act upon a larger scale, upon the territory of the whole earth"…

      Meine Übesetzung: "Wir sind für den Freihandel, denn durch den Freihandel werden alle ökonomischen Gesetze mit ihren erstaunlichsten Widersprüchen vereinheitlicht und  in weit größerem Maßstab auf dem Territorium der ganzen Erde durchsetzbar."

      Der Freihandel dient nur Einem: Dem internationalen Finanz- und Zocker-Judentum.

      Der ähäm… Freihandel ist das ideale Werkzeug zur Ausplünderung aller Nationen der Erde.

      Gleichsam mit aus der Luft geschöpften Kapital, über Kredit und Zins, Anleihen und Sonderziehungsrechte, kann so die Welt ausgenommen werden wie eine Weihnachtsgans, kann Staat für Staat in die Zinsknechtschaft der Neuen Weltordnung der Finanzmonopolisten gezwungen werden.

      Wie sagte doch der NWO-Apologet und Neo-Con, Thomas P.M. Barnett, in dreister Offenheit: 

      „Amerika hat sich darauf spezialisiert, seine Staatsschulden zu exportieren und fast alles andere zu importieren. Wie schaffen wir es, derart über unsere Verhältnisse zu leben und dabei trotzdem riesige Defizite einzufahren? Wir bringen eben die Welt dazu, unsere Schuldscheine zu kaufen, sie Uncle Sam vertraut und der Dollar verhältnismäßig billig ist. Das Geschäft mit unseren Schuldscheinen (treasury bills) ist umwerfend einfach. Wißt ihr, was es kostet, diese kleinen Papierfetzen zu drucken? 

      Und wißt ihr, was wir als Gegenleistung bekommen? Videorecorder, Autos, Computer, usw.! 

      Hört auf zu jammern, denn sollte die Welt jemals darauf kommen, welch großartiges Luftgeschäft wir betreiben, könnten wir in arge Schwierigkeiten kommen. (If the world ever caught on to what a great deal we have going here, we would be in real trouble!)“ … 

      Barnett studierte politische Wissenschaften an der Harvard Universität, galt in den USA Ende der 90er Jahre als einer der bedeutendsten Strategieforscher, war Professor am U.S: Naval War College (Marine-Kriegsakademie) zu newport, Rhode Island und war einer der maßgeblichen Berater im Weißen Haus. 

      „Die Neuen Spielregeln“, so Barnett „werden nicht mehr von Staaten festgelegt, sondern von der Globalisierung vorgegeben“; und weiter : „Nur die Globalisierung (made bei Big Business und den Finanzmonopolisten) kann "Frieden und Ausgewogenheit" in der Welt herbeiführen. Als Voraussetzung für ihr reibungsloses Funktionieren müssen vier dauerhafte und ungehinderte „Flows“ (Ströme) gewährleistet sein: 

      1) Der ungehinderte Strom von Einwanderern. … 
      2) Der ungehinderte Strom von Erdöl, Erdgas und allen anderen Rohstoffen. … 
      3) Das ungehinderte Hereinströmen von Krediten und Investitionen, das Herausströmen von Profiten.(natürlich steuerfrei) … 
      4) Der ungehinderte Strom amerikanischer Sicherheitskräfte, zur Sicherung des Weltfriedens und der Pax Americana, die in Wirklichkeit eine Pax Judaica ist. 

      Und wer immer sich gegen die Vermischung der Rassen sträubt, handelt unmoralisch und unzeitgemäß – und wird, wenn es nach Barnett geht, einfach umgelegt! 

  3. „…Ansonsten kann es durchaus passieren, dass man (wie die EU mit ihren Freihandelsabkommen mit afrikanischen Ländern) dafür sorgt, dass sich unzählige Armutsflüchtlinge bzw. Wirtschaftsmigranten auf den Weg machen, um so ihren Anteil am ungleich verteilten Wohlstandsgewinn einzufordern…“
    Genau das, was auch Frau Merkel sagt. Wir haben uns in Afrika schuldig gemacht und müssen jetzt zurückzahlen.
    Gott schütze die Kanzlerin. Und ihre alternativen Medien.

    • Die AfD will den Dumpingexport nach Afrika beenden, wie man ihn ihrem Parteiprogramm liest:

      "Die AfD bekennt sich dazu, ökonomische Fluchtursachen zu vermeiden, auch wenn dies für die westliche Wirtschaft zunächst Nachteile mit sich bringen könnte. Dazu gehört beispielsweise ein Exportstopp für hochsubventionierte landwirtschaftliche Erzeugnisse nach Afrika, die dort die lokalen Märkte ruinieren und den Menschen ihre Lebensgrundlage nehmen. Dasselbe gilt für den Export von Waffen, Altkleidern, Giftmüll und andere westliche Abfallprodukte sowie für die EU-Fischerei vor den afrikanischen Küsten."

      • Naaja

        In einem Zinseszins Schuld Geld System dreht sich nunmal alles um Verdrängung und damit um Enteignung. Oder wie wir sagen "Wettbewerb ".

        In einem solchen System die wirtschaftsansätze der AfD zu verfolgen bedeutet schlicht mehr Arbeitslose hierzulande dafür aber in der Tat weniger Wirtschafts Flüchtlinge.

        Halt alles nicht ganz so einfach.

        • Die Arbeitslosen kommen wieder in Arbeit, denn die AfD will Steuerschlupflöcher für Konzerne schließen, was zu mehr Geld für die Binnenkonjunktur führt. Dies wiederum sorgt für mehr Arbeitsplätze.

           

          • Ich möcht hier nicht Contra AfD auftreten. AfD ist allemal beser als Grünlinkschristlich. Daher keine weitere erwiderung meiner Seits zu. 😎

    • @ Rüdiger

      Genau das, was auch Frau Merkel sagt. Wir haben uns in Afrika schuldig gemacht und müssen jetzt zurückzahlen.
      Gott schütze die Kanzlerin. Und ihre alternativen Medien.

      ——-

      Was unsere Jahrhunderkanzlerin von sich gibt, hat immer Hand und Fuß .

      Deshalb schließe ich die Kanzlerin und ihre alternativen Medien jeden Abend in mein Nachtgebet ein.

      Gott schütze die Kanzlerin und natürlich auch  den Israel-Kapo, den aufrechten Verteidiger der EUdSSR, den Schutzpatron aller Infiltranten und Sozial-Piraten aus der 'bunten', 3. Welt, Martin Schulz,

      Auch der nachstehende Artikel von Roger Köppel, Weltwoche, ch. unterstreicht nocheinmal dick die Aussage unserer Jahrhundertkanzlerin:

      Afrikas Schuld, Afrikas Pflicht

      Es gibt keine schuldgetriebene Verpflichtung für Europa, alle Afrikaner ­aufzunehmen, die im Norden ein besseres Leben suchen. Im Gegenteil: Der demografische Druck wird die EU zwingen, die Grenzen wasserdicht zu machen.

      http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2013-41/artikel/voelkerwanderung-afrikas-schuld-afrikas-pflicht-die-weltwoche-ausgabe-412013.html

       

      • Also ich keinesfalls auch nur im Entferntesten der Merkel und ihrer Entourage beispringen. Aber ihr letzter Kommentar, DVB, steht im Widerspruch zu ihrem obigen in dem die sich auf Barnetts äusserungen beziehen.

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