OeNB will am Bargeld festhalten

Während weltweit der "War on Cash" forciert wird, will die Oesterreichische Nationalbank am Bargeld festhalten. Zumindest für die nächsten 50 Jahre.

Von Marco Maier

Bargeld ist ein essentieller Bestandteil unserer Kultur und zudem deutlich weniger Manipulationsanfällig wie digitale Konten. Immerhin können Hacker (siehe auch die Vorfälle in Bangladesh) teils ohne große Probleme ganze Banksysteme kompromittieren. In der Eurozone selbst stieg im Vorjahr der Bargeldumlauf um knapp vier Prozent auf 1,15 Billionen Euro, was ebenfalls deutlich macht, wie wichtig das Bargeld ist.

"Die OeNB bekennt sich uneingeschränkt zur Verwendung von Bargeld", sagte Nationalbank-Gouverneur Ewald Nowotny am Donnerstag anlässlich der Bilanzpräsentation für 2016. "Ich bin mir sicher, dass wir Bargeld in Österreich auch noch in 50 Jahren haben werden", ergänzte OeNB-Direktor Kurt Pribil. Und weil eine Abschaffung des Bargelds in der Eurozone nur einstimmig erfolgen könne, werde dies zumindest in absehbarer Zeit nicht kommen, denn die OeNB sei dafür nicht zu haben.

Allerdings kann die Nationalbank nicht wirklich auf die Geschäftspraktiken der privaten Bankinstitute einwirken. Wenn diese die Bargeldausgabe (wie z.B. in Schweden) Einstellen oder (wie in Deutschland) deutlich verteuern, gibt es für die OeNB keine Möglichkeit, dies zu ändern.

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5 Kommentare

  1. ''Zumindest für die nächsten fünfzig Jahre.''

    Reichlich vermessen…wer weiß mit was wir in 50Jahren bezahlen..oder tauschen..?!

    Der Euro jedenfalls wird's ganz sicher nicht mehr sein.

    1. Sie haben recht. Oh Gott, was ist in 50 Jahren? Wenn man bedenkt, was allein in den letzten 2 Jahren in Europa passiert ist, will man lieber nicht darüber nachdenken, was in 50 Jahren ist.

      Ich bin zwar noch kein Greis ( 59 ), aber natürlich auch nicht mehr jung. Ich bin also Baujahr 58 und möchte mal einen Dank aussprechen. Ich behaupte einfach mal, das ich das Glück hatte, den grössten Teil meines Lebens im besten Deutschland zu leben, das es jemals gab. Natürlich kommt es auch auf die persönliche Situation an, aber im grossen und ganzen trifft es doch zu. Und dafür bin ich einfach dankbar.

      Welches Leben unsere Kinder und auch Enkel erwartet, ist absolut ungewiss. Betrachtet man Deutschland, so wie es sich zur Zeit darstellt, so muss man befürchten, dass diese Zukunft nicht sehr rosig aussieht.

      Mir tun die Kinder und Enkel leid. Ich hätte ihnen auch dieses Glück gegönnt, in einer friedlichen und gefestigten Gesellschaft zu leben. Leider wir ihre Zukunft eine andere sein.

      1. In der Tat dürfte die Zukunft sehr ungewiss werden..einige Quellen sprechen gar von einem völligen Zusammenbruch des Systems.

        Doch Probleme geben auch Chancen innerlich zu wachsen.

        Die Menschen müssen wieder lernen mehr miteinander zu reden..sich zu helfen..und sich nicht mehr auf irgendwelche Versicherungen etc.zu verlassen.

        Schwere Zeiten schweißen zusammen..die Menschen sind aufeinander angewiesen./Marcus Aurelius.

        Ich persöhnlich zb.war viele Jahre sehr krank..die Schulmedizin konnte mir nicht helfen..so bin ich meinen eigenen Weg gegangen..und habe unendlich viel gelernt.

        Also keine Angst vor der Zukunft..egal was kommt…frei nach Nietzsche:

        Was uns nicht umbringt..macht uns stärker!

        Nietzsche

  2. Ich bin mir nich sicher ob wir noch Banken in 50 Jahren haben werden. Wer heute 1000.- EUR bar (= Zentralbankgeld) einzahlt bekommt ein abstraktes Schuldversprechen und haftet dafür noch (derzeit ab 100.000.- EUR). Die Bank wiederrum schafft aus dem nichts den 100 fachen Wert = 100.000.- EUR Buchgeld. Mit den 1000.- EUR Zentralbankgeld macht die Bank 300% bis 1000% Marge pro Jahr. Den Banken geht es immer um die Zinsen um sonst nichts. Als Ergebnis müssen Banken sogar mit Steuergeldern gerettet werden.

    Fazit: Die Bank schaffen sich selber ab: 1. Gelder sichern verwahren kann Sie nicht 2. Geld auszahlen will sie nicht mehr. 3. Zinsen gibt es auch keine mehr 4. Kredite will sie auch nicht so recht bereitstellen. 5. Warum Banken das Recht zum Geldschöpfen haben und nicht der Staat ist sowie wirr.

    Abschaffung von Bargeld verfolgt nur ein Ziel: Ein Großteil von Menschen in eine abhängige Knechtschaft zu führen. Banken können dann unendlich Geld schöpfen ohne "Behebungen" befürchten zu müssen. Außerdem kann man dann schön pfänden wenn Menschen nicht spuren. Die dürfen dann versuchen an Ihr Vermögen zu kommen auf den Rechtsweg, der keinen Erfolg verspricht. Wir sollten uns Gedanken machen über die Abschaffung der Banken. Denn diese genießen Ihre Rechte durch den Staat und dieser durch uns dies Gesellschaft.

    Sofern es zu einer Abschaffung von Bargeld kommt – wäre das "Selbstmord" für die betreffende Gesellschaften. Junge aufstrebende Wirtschaftsnationen aus Asien werden das nutzen zu Ihrem Vorteil und schneller aufsteigen.

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