Die vorzeitige Explosion der nordkoreanischen Rakete könnte ein Unglück oder auch ein Glücksfall gewesen sein. Spielt Pyöngynang mit Washington?

Von Rüdiger Rauls

Drohungen der USA gegen Nordkorea sind keine Seltenheit sondern ein regelmäßiges Ritual seit dem Ende des Korea-Krieges mit dem unrühmlichen Rückzug der GIs. Tausende von toten amerikanischen Soldaten, Millionen toter Koreaner und ein verwüstetes Land waren das Ergebnis dieses Krieges, der nach all den Opfern nichts weiter gebracht hatte als die Bestätigung des Status Quo. Das Land blieb in etwa entlang derselben Linien geteilt, wie es bereits vor dem Kriege war. Dennoch haben die Yankees es den Koreaner nie verziehen, dass ein kleines unbedeutendes Volk am Rande der Welt die amerikanische Allmachtsträume zerstört haben wie Jahre später die Vietnamesen. Beide Völker offenbarten den USA die eigene Selbstüberschätzung. Sie hatten trotz gewaltiger militärischer Überlegenheit gegen die Opferbereitschaft dieser Völker nichts ausrichten können und mussten sich mit blutiger Nase aus Ostasien zurückziehen. Strategisch haben die USA sich nie wieder von diesen Niederlagen erholt. Der Osten Asiens ist für die USA ein verschlossenes Gebiet, und ohne den Partner Japan hätten sie kaum noch Zugriff auf diese Region.

Einzig Südkorea blieb amerikanischer Brückenkopf auf dem Festland. Aber trotz des relativen Wohlstands ist das Land politisch sehr instabil, wie die wiederholten Unruhen zeigen, die seit der Teilung der Halbinsel immer wieder den Südstaat erschütterten, so auch die jüngsten Proteste um die Korruptionsvorwürfe gegen die südkoreanische Präsidentin. Und trotz seiner Armut hinterlässt der Norden den Eindruck größerer gesellschaftlicher Stabilität und Geschlossenheit. Dennoch haben die USA den Plan nie aufgegeben, im Osten Asiens wieder eine bedeutende Machtposition zu erreichen, um den Zugang zu den Märkten nach ihren Bedingungen zu bewirken. Da China und Russland militärisch und wirtschaftlich zu stark sind, um in alter Kanonenboot-Manier sich den Zugang zum Festland und dessen Märkte zu erzwingen, bleibt einzig der Versuch der Destabilisierung des kleinen und wirtschaftlich verwundbaren Nordkoreas.

Das scheint der Hintergrund zu sein für die Politik der USA und des Westens gegenüber diesem eigentlich doch relativ unbedeutenden Land. Wie man die Sowjetunion und das sozialistische Lager Europas in die Knie gezwungen hatte, so versuchte man, auch Nordkorea durch ständige militärische Bedrohung zu  Verteidigungsausgaben zu zwingen, die die Entwicklung des Landes behindern sollten. Es stand auf der Liste der Schurkenstaaten, die der dümmliche Reagan eingeführt hatte, und gehörte auch zu der Achse des Bösen des ebenso dümmlichen Bush. Das reichte als Rechtfertigung aus, das Land zu bedrohen, ohne dass es selbst andere bedrohte, so lange man es in Ruhe ließ.

Mit dem Beginn des nordkoreanischen Atom- und Raketenprogramms und deren erfolgreichen Tests mussten die Amerikaner feststellen, dass ein Angriff auf das Land schwieriger geworden war, ja dass sie mit der Entwicklung weitreichender Raketen selbst zum Ziel nordkoreanischer Bedrohung geworden waren. Die größte Atommacht der Welt, die bisher schon zweimal Atomwaffen gegen Japan eingesetzt hatte, verurteilte mit ihren  Verbündeten, die alle zusammen über ein Mehrfaches des nordkoreanischen Potentials verfügten, das nordkoreanische Vorgehen. Mit dem Wechsel in der Außenpolitik Trumps geriet nun auch Nordkorea wieder in den Fokus amerikanischer Bevormundung. Der größten Raketenbesitzer der Welt wollte dem von ihm bedrohten Land den Test neuer Raketen verbieten und fand natürlich die empörte Unterstützung der anderen großen Raketenmächte.

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Die Situation spitzte sich zu als pünktlich zum Termin des vorgesehenen Raketentest Amerikas Vizepräsident Pence Südkorea besuchte, das zeitgleich Manöver zusammen mit den amerikanischen Streitkräften abhielt. Man stelle sich die Situation vor, wenn eines der von den USA bedrohten Länder wie Nordkorea oder Iran Manöver abhielten zusammen mit einem Nachbarn der USA an deren Grenze, z.B: Kuba. Die Drohungen der USA waren ernst zu nehmen, da sie kurz zuvor Syrien mit Marschflugkörpern angegriffen hatte und über Afghanistan die „Mutter aller Bomben“ mit bisher nie gekannter nicht-atomarer Sprengkraft getestet hatten.

Auch China, das sich seit einigen Jahren mit den verstärkten Anstrengungen der USA konfrontiert sieht, im Chinesischen Meer und Pazifik, also vor Chinas Küsten, Brückenköpfe zu errichten, mahnte Nordkorea zur Zurückhaltung. Bisher hatte der große Nachbar immer die schützende Hand über das Land gehalten, wollte China doch selbst eine Ausweitung amerikanischen Einflusses auf der Koreanischen Halbinsel verhindern. Jedoch wie alle anderen Staaten auch will Nordkorea sich nicht vorschreiben lassen, welche Politik und Maßnahmen es auf seinem eigenen Territorium durchführen darf. Es will sich verständlicher Weise weder von China noch von den USA in seiner Souveränität einschränken lassen. Andererseits will es aber auch den USA und dem verbündeten Japan und Südkorea keinen Anlass oder Vorwand bieten, die vielleicht in kriegerischen Auseinandersetzungen münden könnten. Denn der neue Herr in Washington ist schwer einzuschätzen und sehr sprunghaft. Zudem scheint es ihm an realistischem Einschätzungsvermögen zu mangeln, und noch ist unklar, welche Kräfte im Hintergrund die Handlungen von Präsident und Militär beeinflussen.

Die Koreaner ließen sich nicht in ihren Entscheidungen von anderen Kräften unter Druck setzen. Sie wollten aber auch keinen größeren Konflikt riskieren. Der Raketentest wurde wie geplant vorgenommen. Die Rakete startete und … explodierte. Welch ein glücklicher Unfall! Es wird wohl wenige derartige glückliche Unfälle gegeben haben in der Geschichte. War es wirklich ein Unfall oder war es doch eher ein Glücksfall, dass die Rakete explodierte? Oder war es nicht vielleicht der geschickte Steinwurf des kleinen David, der den hochgerüsteten, aufgeblasenen Goliath an seiner empfindlichsten Stelle traf?

David, gewohnt mit der Jahrzehnte langen Bedrohung und Unterlegenheit zu leben, hat mit List und Schläue den Riesen schachmatt gesetzt. Der Test hat stattgefunden, wie geplant und unbeeindruckt von der Drohung aus Washington. Aber er hat keine politischen Erschütterungen hervorgerufen. Dem Riesen in Washington sind die Waffen aus der Hand geschlagen worden. Mit welchem Grund sollte er denn nun noch dem kleinen David an die Gurgel gehen? Wieder ist der tumbe Riese USA am Nasenring seiner eigenen Überheblichkeit durch die Manege und der Öffentlichkeit vorgeführt worden wie vor wenigen Jahren, als der Russe Lawrow und der Syrer Assad den Amerikaner Kelly dumm dastehen ließen, indem sie einfach das syrische Giftgas vernichteten und damit den Amerikanern den Vorwand aus der Hand schlugen, Assad anzugreifen. Auch damals hatten sich die Amerikaner nicht vorstellen können, dass der Russe und der Syrer in Interesse des Friedens den amerikanischen Vorschlag annehmen könnten. Die Amerikaner werden Opfer ihres eigenen Denkens, denn sie glauben, dass alle anderen denken und handeln wie sie selbst.

Vielleicht aber ist die Explosion der nordkoreanischen Rakete tatsächlich ein Unfall gewesen.

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13 thoughts on “Nordkorea: Unglück oder Glücksfall?”

  1. Ein dümmlicher Artikel, des ansonsen von mr sehr geschätzten Autors, Rüdiger Rauls, der auch in die anti-amerikanische Kerbe haut (vermutlich weil das z.Zt. envoque ist) und völlig außer Acht lässt, dass es die nordvietnamesischen Truppen waren, die 1950 den 38, Breitengrad überschritten und die Kriegshandlungen gegen US-amerikanische Militäreinrichtungen eröffneten.

    Er lässt völlig außer Acht, dass die US-Streitkräfte .-wie auch in Vietnam- nur mit angezogener Handbremse kämpfen durften. General McArthur wollte seinerzeit bis Peking durchmarschieren. Man hat es ihm verboten.

    Das warum wird klar, wenn man weiß, dass die 'chinesische' Revolution, keine chinesische war, genau so wenig, wie die 'russische' Revolution eine russische war

    Die Namen Epstein (Maos Finanzminister), Adler, Coe, Shapiro (Mao's Propagandaminister), Chen Bidi, Rittenberg, Rewi Alley,Sukolsky u.a. klingen nun nicht gerade chinesisch. Den 'inneren Machtkreis um Mao' dominierten 'internationale' Juden.
     

    1. Jipp, Mc Arthur wollte bis nach Peking durchmarschieren und glücklicherweise wurde es verboten denn er wollte dafür lediglich 38 Atombomben benutzen.

      5 Mal hat er diese Eingabe gemacht, beim 6ten Mal wurde er zwangsversetzt und kurz danach Pensioniert.

    2. Die antiamerikanische Kerbe ist eine sehr gute Kerbe ! Wer hat unsere Städte bombardiert, wer hat der Vertreibung von 15 Millionen Deutschen (10 Mio. aus Deutschland und 5 Mio. aus den deutschen Siedlungsgebieten in Osteuropa) zugestimmt und damit beigetragen.

      Im übrigen heißt es "en vogue" und nicht "envoque" – ein Hinweis zur Allgemeinbildung. Des weiteren waren es  nicht nordvietnamische,sondern nordkoreanische Truppen. Man sollte es schon genau nehmen.

      Und was sollen die Hinweise auf die russische und chinesische Revolution ? Letzten Endes haben millionenfach echte Russen und Chinesen in diesen Revolutionen gekämpft. Denn sonst wär's nichts geworden. Differenziierung wäre schon angebracht ! UND: Wie sieht's denn in den USA mit dem jüdischen Einfluß aus ? Hier nicht erwähnenswert.

      Ansonsten würde ich schon wissen, warum Sie dem Kryptojuden Erdogan zum Wahlsieg gratulieren – abgesehen davon, daß ihm dies wurschtig sein dürfte ?

      Ihre Aussagen offenbaren Widersprüchliches. Das hat vermutlich seinen Hintergrund.

    3. Nachtrag

      Trampel gratuliert Erdogan, DvB gratuliert Erdogan.

      Trampel hetzt gegen Rußland und China.

      DvB schließt sich dem an, in dem er gegen die russische und chinesische Revolution angeht.

  2. Es war Nordkorea, das zusammen mit China und der Sowjetunion den Süden überfallen hat – die UNO-Truppen konnten dieese Aggression dann zum Glück für heute 50 Mio. Südkoreaner zurückwerfen.

     

    " Aber trotz des relativen Wohlstands ist das Land politisch sehr instabil, "

     

    Was ein Unsinn. Es gibt ab und an Demostrationen, wie sie in demokratischen Staaten üblich sind. Es gibt wohl kaum ein stabileres Land in Asien als Südkorea. Nebenbei bemerkt weist das relativ kleine Südkorea eine größere Wirtschaftskraft auf als Russland.

    1. "die UNO-Truppen konnten dieese Aggression dann zum Glück für heute 50 Mio. Südkoreaner zurückwerfen"

      Die Sicht, der Blickwinkel aus welcher Perspektive bestimmt die Reputation über Südkorea.

      Ich habe mich in den letzten 6 Jahren hin und wieder mid Südkoreaner unterhalten, die alle übereinstimmend von einem volkstumpolitschen Desaster betreff der Südkorea Bevölkerung gesprochen haben. Mit Vorbehalt meinerseits: viel Korruption und Kriminalität.

      Verstehe nicht daß "alle" in der Focusierung der Beurteilung eines Landes rein auf Wirtschftskraft Daten ausgerichtet sind, und den Rest völlig übergehen.

  3. „… Der Osten Asiens ist für die USA ein verschlossenes Gebiet, …“
    LOL.
    Vietnam ist inzwischen nicht nur Pudel. Die sind schon Rosa Pudel. Kein Staat folgt den Vorgaben der Ostküste genauer. Der absolute Blueprint für die NWO. Feudalismus pur.

  4. Wer in einer solchen Situation, in der einer unserer größten Helden gegen die übermächtige Verbrecher-Elite sowie den sonstigen Abschaum der gesamten Welt extrem überlegte Schachzüge unternehmen muss, die uns auf Anhieb aus unserem Sessel heraus vielleicht nicht 100%ig zusagen, diesen heldenhaften Menschen wie eine heiße Kartoffel fallen lassen würde, wäre selber ein Verräter und keinen Deut besser als der gesamte Abschaum, der hoffentlich bald im triefenden Kloaken-Mainstream Richtung Abort gespült wird.

  5. Sehr viele gute Kommentar hier. Auch das Arguent des Autors des Artikels, dass es ein planmäßig vereitelter Raketenstart gewesen sein könnte ist durchaus erwähnenswert, da er alle das Gesicht wahren lässt. Ein nicht zu unterschätzender Aspekt wenn man sich mit Fernost beschäftigt und das taktisch kriegerisch-politische Repertoir der Koreaner etwas philosophisch ausgereifter sein dürfte als die noch sehr tecnokratisch anmutenden Zuckerbrot-und-Peitsche mit aufgesattelter Spiele- und Chaostheorie der Amerikaner.

    Außerden haben die Koreaner durchaus den Vorteil sich von seinen Nachbarn beraten zu lassen, wohingegen die USA unter dem ständigen Druck stehen alle ihre 'Verbündeten' permanent maximal zu unterdrücken und Entscheidungen gerade entgegen deren Vorteilen zu treffen um sie an er kurzen leine zu halten.

    Langfristig ist in dieser Konstellation vermulich von einer Schwächung der USA in der Region auszugehen und einer Schrittweisen Öffnung Nordkoreas für die gebutelten und vom US-Imperim unterdrückten südkoreanischen Flüchtlinge. China 'spielt' auf Zeit und hat genug davon, Trump auf Trumpf ohne irgedein Ass im Ärmel. 

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