Im Kampf gegen Personalmangel in Kliniken hat Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery neben der geplanten Untergrenze für Pflegepersonal auch eine Untergrenze für Ärzte gefordert. Außerdem solle gesetzlich geregelt werden, wie Medizinstudenten künftig auf ihre Eignung zum Arztberuf getestet werden sollen.

Von Redaktion

"Wir brauchen eine Untergrenze für das gesamte Personal in Kliniken, das dem Patienten zugewandt ist. Dazu zählen Pflegekräfte und Ärzte", sagte Montgomery der "Rheinischen Post". "Derzeit erleben wir in den Kliniken einen Trend zu mehr Verwaltungskräften und eine zunehmende Arbeitsverdichtung für Pflegekräfte und Ärzte, die direkten Patientenkontakt haben", sagte der Ärztepräsident.

Es gebe mehr Leute in den Kliniken, die beispielsweise für Controlling oder IT zuständig seien. Diese Kräfte werden benötigt, um beispielsweise den von Politik und Kostenträgern auferlegten Dokumentationspflichten nachzukommen

Frank Ulrich Montgomery hat auch eine gesetzliche Regelung gefordert, wonach Medizinstudenten künftig in Assessment-Centern auf ihre Eignung zum Arztberuf getestet werden. "Wir brauchen Assessment-Center, in denen die Medizin-Studenten ausgewählt werden. Dort sollten fachliche und menschliche Voraussetzungen für den Arztberuf geprüft werden", so Montgomery: 

"Wenn wir von Kosten von ungefähr 1000 Euro für einen Bewerber im Assessment-Center ausgehen, kommen wir bei 43.000 Bewerbern auf 43 Millionen Euro im Jahr", sagte Montgomery. Im Verhältnis zu den Milliarden, die in die Mediziner-Ausbildung gesteckt werden müssten, sei das eine vertretbare Summe. "Ein solches Verfahren muss gesetzlich eingeführt werden. Freiwillig werden die Unis dies nicht machen."

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6 thoughts on “Montgomery fordert Untergrenze für Ärzte in Kliniken”

  1. Ist es nicht die Aufgabe von Montgomery, Einfluß auf den seit langem bestehenden "Trend" der "zunehmenden Arbeitsverdichtung" für ärztliches Personal und Pflegepersonal im Sinne seines Klientels auszuüben, dass es nicht zu den Zuständen kommt, die er hier anprangert?  "Arbeitsverdichtung" ——-> eine hübsche Umschreibung für Rationalisierung in unserem Gesundheits(un)wesen.                                                                                                                                                                                                                                                                  Qualitativ und quantitativ ungenügendes ärztliches Personal ist die Folge einer ausschließlich auf Profit ausgerichteten Krankenhausindustrie, in der der Faktor Mensch bzw. Patient zweitrangig geworden ist.  Die Ausrichtung des Arztberufes auf von der Pharmaindustrie vorgegebene Richtlinien produziert die oftmals ihren Aufgabern nicht gewachsenen jungen Arzte und Ärztinnen. Wenn von diesen jungen Leuten dann in einer von Ökonomie und Bürokratie völlig dominierten Arbeitswelt eine 60 -70 Stundenwoche erwartet wird, kann man nur um das Ergebnis besorgt sein.                        P.S Folge der negativen Entwicklungen in unseren Krankenhäusern ist die Zunahme von Bestattungsunternehmern in deren unmittelbarer Nähe .                                                                            

  2. Wieder einer der fordert und nichts unternimmt. Genau dieser Typ hat doch die bestehenden Zustände zu einem großen Teil zu verantworten. Für den und seine Konsorten sind Patienten, Ärzte und Pflegepersonal in erster Linie Kostenfaktoren. Deshalb auch das Geschrei nach Assessment Centern. Dort sollen dann die Leute ausgesiebt werden welche diesen Beruf aus ethischen Gründen ergreifen wollen. Genau die kann man in einem komerzialisierten Gesundheitssystem nämlich nicht gebrauchen. Was von einem Typen zu halten ist welcher Bestechung von Ärzten als völlig normal empfindet und dies als Vorsitzender der Bundesärztekammer auch ganz offen sagt kann sich jeder selbst ausrechnen. Egal was diese Type verbal rumpupt, seine Vertrauenswürdigkeit hat er 2009 endgültig verspielt.

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