Beim Hausgerätehersteller Whirlpool in Amiens kämpfen die Arbeiter um den Erhalt ihrer Arbeitsplätze, denn das Unternehmen will seine Produktion von Frankreich nach Polen verlagern. In Zeiten des Wahlkampfes sind das die Anlaufstellen, wo sich Kandidaten in Szene setzen und um Wählerstimmen kämpfen, so auch Le Pen und Macron.

Ein Gastartikel von Rüdiger Rauls

Es trifft also Politik auf Wirklichkeit. Was sagen Kandidaten, die in ihrer wirtschaftspolitischen Ausrichtung nicht unterschiedlicher sein könnten, den Menschen, die um den Erhalt ihrer Lebensgrundlage bangen müssen? Wie erklären sie die Lage und welchen Auswege bieten sie den Menschen an? 

Das ist die Frage, die letztlich immer in Wahlkämpfen verhandelt wird. Welche Vorstellungen haben die Politiker davon, wie auch in Zukunft die Lebenslage der Menschen verbessert oder, in Zeiten der Krise und des Niedergangs, die Lebensgrundlagen  erhalten und gesichert werden können. Hier zeigt sich aber dann auch, welches Wissen und welche Vorstellungen sie über die Wirklichkeit haben, und es zeigt sich anhand ihrer Vorstellungen über die Wirklichkeit, wie realistisch ihre Verschläge zur Lösung der gesellschaftlichen Probleme sind. 

Es stellt sich die Frage, wie viel verstehen die beiden Präsidentschaftskandidaten von Wirtschaft und den Grundlagen, auf denen dieses Wirtschaftssystem beruht, dem Kapitalismus. Welche Auswege können sie den Streikenden anbieten aufgrund ihrer Kenntnisse über das kapitalistische System, und sind sie sich darüber im Klaren, welche Grenzen ihnen dieses System setzt bei der Umsetzung der Vorschläge, die sie den Beschäftigten in Amiens machen.

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Le Pen gewinnt deren Sympathie, indem sie sich darüber empört, „dass die Firmenleitung die Wäschetrockner künftig in Polen fertigen lassen will, wo die Löhne niedriger sind“ (FAZ 27.4.2017: Die Kandidatin des Volkes). Das sei nach ihrer Meinung „die EU, die Marcon liebt“ (ebenda) und verspricht: „Wenn ich Präsidentin werde, dann lasse ich eine solche Schließung nicht zu“, (FAZ 27.4.2017: Macron im industriepolitischen Stresstest). Weiter prophezeit sie: „Mit dem Modell Macron wird es Millionen neue Arbeitslose geben, das ist das Modell grenzenloser Globalisierung“ (ebenda). 

Aber sie klagt nicht nur an. Sie versucht auch zu erklären, wie sie Arbeitsplatzabbau und die Zunahme der Arbeitslosigkeit verhindern will. „Unternehmen wie Whirlpool, die Frankreich verlassen und vom Ausland aus den französischen Markt beliefern wollen, droht sie mit Einfuhrsteuern von bis zu 35%“ (ebenda). Auch Verstaatlichungen von Unternehmen zieht sie in Erwägung. „Allgemein sollte unter ihr eine Importsteuer von 3% gelten“ (ebenda). Das kommt bei denen gut an, die um ihre Lebensgrundlage bangen.

Im Gegensatz dazu macht Macron keine Versprechungen. Er trifft sich mit Gewerkschaften und der Geschäftsleitung von Whirlpool hinter verschlossenen Türen und stellt anschließend in Aussicht, dass er „in aller Gründlichkeit und Verantwortung nach einem Käufer für die Fabrik suchen und auf einen angemessenen Sozialplan für die 290 betroffenen Mitarbeiter drängen“ will (ebenda). Er gibt den seriösen Politiker, der aus den Zeiten seiner Tätigkeit im Finanzwesen genau weiß, wie gering die  Möglichkeiten der Einflussnahme auf Unternehmensentscheidungen durch die Politik sind.

Nicht umsonst fragt die FAZ in ihrem Beitrag, Die Kandidatin des Volkes: „Kann ein französischer Präsidentschaftskandidat Werkschließungen verhindern?“ Sowohl die FAZ als auch Macron wissen, dass kein Präsident über diese Macht verfügt. Es ist unklar, ob Frau Le Pen das weiß, eigentlich aber müsste sie. Denn sie ist doch seit Jahren schon im politischen Betrieb tätig. Sie müsste wissen, dass in der herrschende gesellschaftlichen Ordnung aller kapitalistischen Staaten der Schutz des Eigentums oberste Priorität hat. Es gibt nur ganz wenige Ausnahmen, unter denen der Staat in die Besitzverhältnisse eingreifen kann. Andernfalls würde es sich um eine gesellschaftliche Ordnung handeln, die sowohl sie als auch Macron entschieden ablehnen, den Sozialismus.

Insofern schenkt Macron den Arbeitern von Whirlpool bei seinem Auftritt reinen Wein ein und macht keinen Hehl aus den ordnungspolitischen Gegebenheiten: „Entlassungen oder Dividendenzahlungen könne man nicht verbieten … (FAZ 27.4.2017: Macron im industriepolitischen Stresstest). Um diese gesellschaftlichen Wirklichkeiten wird auch Le Pen nicht herum kommen. Sie wird scheitern, sollte sie versuchen, ihre Ankündigung umzusetzen, Werksschließungen zu verbieten oder gar Unternehmen zu verstaatlichen. Das ist nicht nur ein juristisches Problem, über das so mancher glaubt, sich im Stile Trumps mit einem Federstrich hinwegsetzen zu können. Wer Unternehmen enteignen oder entmündigen will, legt sich mit der mächtigsten Gruppe der Gesellschaft an, den Unternehmern und Investoren.

Auch hier lässt Macron keine Zweifel aufkommen: „Aus der Globalisierung könne man nicht einfach aussteigen, dann verliere Frankreich die wichtigen Investoren aus dem Ausland… .“ Dabei verweist er auf die Investitionen von Procter&Gamble, die in der Nähe 1000 Arbeitsplätze geschaffen habe, oder amazon mit 750 neuen Stellen. Auch über diese Zusammenhänge müsste sich Le Pen eigentlich im Klaren sein nach ihrer langjährigen politischen Tätigkeit. Zurecht und richtig verweist sie darauf, dass die Globalisierung zum Abbau von Arbeitsplätzen führt und die Abwanderung von Industrien erleichtert. Das ist keinesfalls falsch oder eine Verdrehung der Verhältnisse. Kapital investiert dort, wo seine Verwertungsbedingungen am günstigsten sind, d.h. wo das investierte Kapital die beste Rendite erwirtschaftet. Nur darum geht es. Das ist die Grundlage der kapitalistischen Produktionsweise, die Triebfeder des Kapitalismus schlechthin. Das ist auch nicht verwerflich oder unmoralisch, zumal sich diejenigen nicht darüber empören oder empören, solange sie Nutznießer dieser Verhältnisse und Wahrheit waren. Aber weil die Kapitalverwertung, der Zwang zur Erwirtschaftung von Rendite, die grundlegende Antriebskraft dieses Wirtschaftssystems ist, wird sie nicht von einer einzigen Kandidatin außer Kraft gesetzt werden können, nur weil sie es so will oder verspricht oder sich dazu in maßloser Selbstüberschätzung in der Lage oder befähigt glaubt.

Dass Importsteuern oder sonstige Steuern zu Schutze der heimischen Wirtschaft nicht helfen, hatte Trump, das große Vorbild, sich von den Vertretern seiner eigenen heimischen Wirtschaft und den Vertretern anderer Staaten erklären lassen müssen. Auch er ist mittlerweile von diesem Gedanken abgerückt, denn Importsteuern verteuern nur die eingeführten Produkte zulasten der eigenen Bevölkerung und erhöhen die Herstellungskosten der eigenen Wirtschaft, sodass ihre Konkurrenzstellung auf dem Weltmarkt sich verschlechtert. Importzölle halfen in den Frühzeiten des Kapitalismus, die eigene nationale Produktion gegen ausländische Konkurrenz zu schützen, als Kapitalismus  und Märkte noch national beschränkt waren. In der heutigen Zeit ist die Produktion bereits weltweit so sehr verzahnt, dass zur Herstellung der meisten Produkte Bestandteile aus dem Weltmarkt bezogen werden müssen. Denn die nationalen Märkte sind in den meisten Fällen nicht in der Lage, alle Bestandteile eines Produktes zu Preisen bereitzustellen, die ein konkurrenzfähiges Endprodukt für den Weltmarkt ermöglichen. 

Nach seinen Äußerungen zu urteilen, ist sich Macron all dessen bewusst, denn er kommt aus einem Umfeld, das auf dem Weltmarkt zu Hause ist und dem die Regeln, Triebkräfte und auch die Grenzen des Kapitalismus bekannt sind. Ob Le Pen über ein solch tiefes Wissen verfügt, ist fraglich. Macron sagt den Arbeitern von Whirlpool die Wahrheit über die Verhältnisse und Möglichkeiten. Nur, das ist ihnen kein Trost und gibt ihnen auch keine Handlungsmöglichkeiten. Das hilft ihnen nichts, im Kampf um ihre Lebensgrundlage. Le Pen spendet Trost und macht Hoffnungen. Aber diese Hoffnungen gründen nicht auf der Wirklichkeit der kapitalistischen Ordnung, egal ob sie sich dessen bewusst ist oder nicht. Doch sie wird nicht die Folgen ihrer falschen Vorstellungen über die Realität zu tragen haben  sondern die Arbeiter, denen sie falsche Hoffnungen gemacht hat und die diese auch nur allzu gerne glaubten.

Denn wozu falsche Hoffnungen und Versprechungen führen, davon zeugen die Überbleibsel der großsprecherischen Auftritte von Sarkozy und Hollande im Norden Frankreichs. „Sarkozy hatte sich seinerzeit als Retter des Stahlstandortes in Hayange geriert. Francois Hollande ließ sich in Florange vor den Hochöfen filmen und versprach den Arbeitern, alles für sie zu tun. Jetzt erinnert nur noch eine Stele an die gebrochenen Versprechen der beiden Präsidenten.“ (FAZ: Die Kandidatin des Volkes). 

Den Arbeitern von Amiens bleibt nichts anderes übrig, als ihren eigenen Weg zu gehen, orientiert an ihren Interessen. Diese sind nicht immer leicht zu erkennen angesichts der Verwirrung, die Medien, Politik und wirtschaftswissenschaftliche Theorien stiften. Aber ihre Interessen sind in jedem Fall andere als die der Kandidaten.

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17 thoughts on “Le Pen, Macron und der Kapitalismus”

  1. Im Gegensatz dazu macht Macron keine Versprechungen.

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    Mein lieber Scholli, welche 'Versprechungen' sollte der 'Toy-Boy' Rothschilds auch machen können. 

    Unter diesem  Lakaien Rothschilds und  'Wirtschaftsfachmann' wird die De-Industriealisierung Frankreichs und die ähäm…'Privatisierung' des öffentlichen Sektors  in erhöhtem Tempo weitergehen. 

    Zunächst einmal muss man einen wichtigen Unterschied zwischen der schon seit Jahrhunderten bestehenden Handelsverflechtung und der neuen neoliberalen Form der Globalisierung berücksichtigen. Erstere hat natürlich vielen armen Ländern im Entwicklungsprozess geholfen, darf aber nicht mit Letzterer verwechselt werden.

    Diese neuere und viel intensivere Form an Verflechtung geht weit über den Handel hinaus.

    Sie schließt vor allem den  von allen Fesseln und Regularien befreiten (de-regulierten) Finanzsektor , d.h. den ‚Raubtierkapitalismus‘ (so die Oberheuschrecke, der Rothschild Agent, George Soros) ein, in dem die Entwicklungs- und Schwellenländer ihre Kapitalverkehrskontrollen abbauen mussten, was zu hohen Finanzströmen führte, die aber genauso schnell zurückfließen und bittere (gewollte) Krisen auslösen konnten – wie in der asiatischen Finanzkrise von 1997.

    Nur China hat sich dem Abbau der Kapitalverkehrskontrollen entzogen

    Dabei beruht die neoliberale Globalisierung in ihren Anfängen auf dem so genannten Washington Consensus, einem Diktat der entwickelten Industrieländer unter Führung der USA. Er fand als Bibel seinen Eingang in die Grundsätze der „Washingtoner Institutionen“ , sprich der Wall-Street/City of London Hochfinanz und ihren Folter- und Unterdrückungs-/Ausplünderungsinstrumenten: Internationaler Währungsfond und Weltbank und fand in den ‚Strukturanpassungsprogrammen‘ (d.h. Ausplünderungsprogrammen für die 3. Welt)  des IWF und den Kreditauflagen  (Knebelverträgen) der Weltbank seinen Ausdruck. Er schrieb zunächst in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts den lateinamerikanischen Länder nach der dortigen Schuldenkrise rigorose Wirtschaftsprogramme  (d.h. Austeritätspolitik  (um all die Wucherzinsen an die Hochfinanzbankster  bezahlen zu können) und ‚Privatisierung , d.h. Ausplünderung des volkseigenen Vermögens zu Gunsten der ‚White Collar Verbrecher‘  von Wall Street und Cty of London) vor und fand später Anwendung auf viele andere Entwicklungs- und Schwellenländer und schließlich durch ideologische Verbreitung auch auf die Industrieländer selbst.

    Das Konzept kam aus der Ecke der sog.  “Neuen Rechten”  (neo-cons) , anfänglich die Jünger der radikalen Linken und ihren Apologeten wie Reaganomics und Thatcherismus.

    Einzelmaßnahmen umfassten vor allem: Nachfragedrosselung und Kürzung der Staatsausgaben, Verbesserung der Effizienz der Ressourcennutzung in der gesamten Wirtschaft durch Rationalisierung und Kostenökonomie (will heißen Hungerlöhne) , ‚Liberalisierung‘ der Handelspolitik (will heißen Dumping Produkte made in USA (z.T. subventioniert durch Washington) oder China  zwecks  Eroberung der lokalen Märkte= Wirtschafts-Imperialismus) ,Deregulierung von Märkten und P reisen  (anglo-amerikanischer Wirtschaftsimperialismus zu Gunsten der US-Großkonzerne) einschließlich der Abschaffung von Preissubventionen für Grundbedarfsartikel, Privatisierung öffentlicher Unternehmen und Einrichtungen (zum Wohle der ‚Heuschreckenschwärme‘ der Wall Street), Entbürokratisierung und Abbau von Subventionen

    Um die Sache auf den Punkt zu bringen:

    Die Idee von Frau Le Pen, die franz. Wirtschaft durch Regulierungsmaßnahmen, Kapitalverkehrskontrollen und Schutzzöllen zu stabilisieren ist grundsätzlich richtig –  über das WIE kann diskutiert werden. 

    Es kann nicht angehen, dass die heimatlosen Globalisten (Raubtierkapitalisten) einfach da produzieren lassen, wo für sie die Sozialstandards (sofern überhaupt welche existieren) und die Hungerlöhne am günstigsten sind und dann die Waren ohne Strafzölle zu re-importieren,  um sie mit höchstmöglichem Gewinn zu verscherbeln.

    Der Kapitalist vom alten Schrot und Korn, Henry Ford, sagte mal: 'Autos kaufen keine Autos" ( sondern Menschen) und der Industrielle und  Firmengründer Robert Bosch sagte:

     "Ich zahle nicht gute Löhne, weil ich viel Geld habe, sondern ich habe viel Geld, weil ich gute Löhne bezahle."

     

  2. Der Autor hat die Möglichkeiten einer ordoliberalen Marktwirtschaft als Gegenmodel zum Kapitalismus nicht verstanden und ist der Propaganda des Kapitals auf den Leim gegangen.

    1. Die erste Fehleinschätzung des Autors ist die abenteuerliche Vorstellung, ein Staatsführer könnte eine Werkschließung nicht verhindern. Diese defaitistische Ergebenheit ist deshalb falsch, weil ein Staatsmann das Unternehmen über Sachzwänge dazu bringen kann, das Werk nicht zu schließen. Ein solcher Sachzwang kann in der Praxis so aussehen, dass der Staat dem Konzern droht, bei Abwanderung seine Produkte mit hohen Zöllen zu belegen.

    Die zweite Maßnahme des Staates wäre es, im Inland ein staatliches Werk zu errichten, was ohne Zölle anbietet und damit einen Wettbewerbsvorteil gegenüber dem Importprodukt hat. Die entlassenen Arbeiter könnten nun dort Arbeit finden.

    Grundsätzlich: Wenn der Staat über Grenzschließung die Kontrolle über den Binnenmarkt ergreift ist er in einer stärkeren Position als der Konzern und diktiert ihm Standort, Arbeitsbedingungen und Entlohnung.

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    2. Die zweite falsche Prämisse, die der Autor aufstellt ist die Vorstellung, ein Staat käme ohne "Investoren" nicht aus. Auch hier ist der Autor der Kapitalpropaganda aufgesessen.

    Tatsächlich sind "Investoren" nichts anderes als Bankiers, die sich durch parasitäres Verhalten die Erträge aus der Arbeit Anderer angeeignet haben und nun die Kapitalmonopolisten spielen. Dieses verbrecherische Spiel kann der Staat schnell durchbrechen, indem er die Kontrolle über die Zentralbank ergreift, das Geld selber druckt und damit investiert. Inflation verhindert er duch eine Kreditbegrenzung, die mit der aktuellen Wertschöpfung korreliert.

    Eine weitere Form der Selbst-Investition ist die Investition des Arbeiters in Form von vorgeschossener Arbeitsleistung die zeitversetzt entlohnt wird. Dabei stundet der Arbeiter dem aufzubauendem Betrieb den Lohn teilweise solange, bis das Geld für die Entlohnung über die Umsätze wieder rein gekommen ist. Eine Praktik, die heute schon in den Betrieben läuft, die ihre Mitarbeiter nicht täglich entlohnen, sondern erst am Monatsende. Der Arbeiter gibt dem Unternehmen praktisch einen Monat Kredit in Form von Arbeitsleistung. Man kann dem Arbeiter auch längerfristigen Lohnverzicht durch durch bezahlung mit Aktienanteilen am zu schaffenden Werk anbieten – Produktionsfaktoren in Arbeiterhand!

    Also – der "Investor" ist nicht alternativlos!

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    3. Der dritte Irrtum des Autors ist, man könne aus der Globalisierung nicht aussteigen.

    Dies ist deshalb falsch, weil ein europäischer Binnenmarkt alles hat, um sich autonom selbst zu versorgen und die wenigen Agrarprodukte aus den Subtropen, die Europa importiert, könnte es auch problemlos als protektionierter Binnenmarkt über bilaterale Abkommen via Fairtrade mit den Schwellenländern importieren. Fairtrade statt ausbeuterische Globalisierung!

    Auch hat der Autor offenbar noch nie davon gehört, dass man im technologischen Bereich importierte Rohstoffe durch Komplementär-Technik substituieren kann. Durch gezielte Forschung kann man Techniken entwickeln, die z.B. seltene Erden für die Handyproduktion überflüssig machen. Im Kapitalismus wird das nur nicht gemacht, weil die Ausbeutung der Schwellenländer einfacher ist.

    Europa braucht weder TVs noch T-Shirts aus chinesischer Produktion. Das kann Europa alles selber herstellen. Niemand braucht China, niemand braucht Globalsieriung – außer die Kapitalisten in den Bankentürmen von New York.

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    4. Noch absurder ist die Behauptung des Autors, ein Staat wie die USA müsste Billigimporte als Zulieferer für die heimische Produktion zulassen und so die Grenzen offen halten, um auf dem Weltmarkt "wettbewerbsfähig" zu bleiben.

    Der Autor ist bis heute nicht auf den Gedanken gekommen, dass ein an natürlichen Rescoucen so reiches Land wie die USA sich selbst genug sein könnte und nicht "wettbewerbsfähig" mit Dumpinglohnländern sein muß, vorausgesetzt es würde die Grenzen dicht machen und auf Selbstversorgung des heimischen Marktes umstellen.

    Die Marktöffnung inkl. der Produktionsverlagerung dient ausschließlich den Profitinteressen der Wallstreet-Bankstern. Ansonsten braucht die USA weder Wettbewerb noch Welthandel.

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    Fazit: Der Autor ist außerstande die politische Strategie und die Möglichkeiten einer Marine LePen zu begreifen, da er über die falschen Prämissen der kapitalistischen Propaganda nie hinaus gekommen ist.

    Zur Horizonterweiterung kann man ihm nur empfehlen, sich mit dem ordoliberalen Maßnahmen Viktor Orbans in Ungarn zu beschäftigen, dort zeigt ihm Orban, wie ein Staat den Konzernen die Arbeitsbedingungen diktiert.

    1. Der Autor scheint derjenige zu sein, der die wenigste Ahnung von Wirtschaft hat. Da reicht auch nicht die etwas zu eitle Auflistung seiner Bücher im Anhang des Artikels.

      Da könnte man dem Herrn einige gute Bücher zu dem Thema empfehlen. Der gute Mann fabuliert von Wissen über Kapitalismus und Globalisierung welches Herr Macron aber nicht Frau le Pen hätte, dabei geht um Wirtschaft!

      Den Vogel schiesst der gute Mann ab, wenn er den Jobkiller-Konzern par excellance nämlich Amazon mit seinen lächerlichen 750 prekären Arbeitsplätzen als Beispiel für guten Kapitalismus heranführt!

      Ausgerechnet jenen Konzern, der die logistische Infrastruktur der europäischen Länder – ohne die sein Geschäftsmodell unmöglich wäre – bis zum geht nicht mehr ausnutzt und dafür so gut wie keine Steuern zahlt!

      Von solchen feinen Ideen hat Herr Macron sicher eine Ahnung – unbestreitbar! Sicher auch von Monsanto, Apple, facebook, Google & Co!

      Lieber Herr Pauls, wenn das Ihre Modelle von sozial verträglichen Unternehmen sind, dann gute Nacht! Sie haben das Thema Wirtschaft so dermaßen verfehlt, daß man Ihnen noch nicht einmal eine sechs geben kann! Nachsitzen!

       

       

       

       

       

       

       

       

      1. Wo stelle ich denn Modelle von sozialverträglichen Unternehmen auf? Oder haben Sie einen anderen Artikel gelesen? Man kann sich nur auf das beziehen oder kritisieren, was in einem Artikel drin steht, nicht was man hineinphantasiert. Das scheint hier einigen sehr schwer zu fallen.

      2. Und senn Sie mich schon ansprechen, dann wenigsten mit richtigem Namen. Ich heiße nicht Pauls. Wenn Sie natürlich mit derselben Gewissenhaftigkeit meinen Artikel gelesen haben, dann wundert es mich nicht, dass Sie darin Dinge lesen, die nicht drin stehen. 

      3. Bei wem soll ich denn nachsitzen? Bei Ihnen?

        Und woher nehmen Sie den Glauben, beurteilen zu können, wie viel Ahnung ich von Wirtschaft habe? Ich weiß nicht, wie viele Bücher SIE geschrieben haben, in denen das Thema Wirtschaft einen sehr großen Raum einnimmt. Es mag sein, dass vieles von dem, was ich darin schreibe von anderen anderes gesehen wird. Aber dazu müsste man sie erst einmal gelesen haben, um das beurteilen zu können.

        Es gelingt IHNEN ja nicht einmal, meinen Text zu lesen, ohne gleich etwas hineinzuphantasieren, was nicht drin steht. Wo steht denn, dass ich amazon als "Beispiel für guten Kapitalismus" halte?

        Und welche "guten Bücher" empfehlen Sie mir denn zu dem Thema?

        Zudem behaupte ich nirgendwo, dass Frau LePen dieses Wissen über Wirtschaft und wirtschaftliche Zusammenhänge nicht hat. Ich stelle nur die Frage, ob Sie es hat. Das ist für mich immer noch ein Unterschied, ob man etwas behauptet oder hinterfragt.

      4. Ich würde über diesen Bericht jetzt nicht so viele Worte verlieren ! Weil er nicht mehr und weniger das ist was sie mit vielen Worten hier klarstellen . Eindeutig nach neoliberaler Marktwirtschaft ausgerichtet ! Neoliberale Marktwirtschaft wird inzwischen in weiten Kreisen als kriminell angesehen . Diese Art von Marktwirtschaft steht auch vom Grundsatz her nicht mehr im Einklang mt den Menschenrechten .

        Macron und seine Sponsoren lassen grüßen !

    2. ……die entlassenen Arbeiter könnten dort Arbeit finden……:  Aber nur solange bis die politischen Funktionäre das verstaatlichte Unternehmen in Grund und Boden gewirtschaftet haben. Die Millionen Arbeitslosen in Europa sind ein Produkt politisch  immer  stärker werdender linksideologischer Wirtschafts- und Sozialpolitik (Souveränitäts zerstörende Schuldenpolitik). Die hochprosperierenden Nationalstaaten haben gezeigt wie man ausgewogene Wirtschaftpolitik betreibt um eine Wohlfahrtsgesellschaft zu ermöglichen mit Chancen und Freiheit  für alle. Nur gute Bedingungen für die Realwirtschaft und ein sinnvoll gefördertes inovatives wirtschaftlich konstruktiv arbeitendes  Unternehmertum schafft  nachhaltig gesicherte Arbeitsplätze. Der politische Funktionär in der Wirtschaft ist in den überwiegenden Fällen nichts anderes als ein Parasit der das Unternehmertum als auch die Arbeiterschaft nachhaltig schädigt. Wie am Beispiel der Abwrackunion deutlich erwiesen ist.

      1. Es ist eine Propagandalüge der Kapitalisten, dass ein Staatsunternehmen zwangsläufig schlecht wirtschaften muß. Die Kapitalisten wollen das Monopol auf Arbeit behalten. Darauf sollten wir nicht hereinfallen.

        Dass ein Staatsunternehmen sogar das Beste der Welt sein kann, beweist das von Hitler gegründete Staatsunternehmen VW, welches heute Weltmarktführer ist und die besten Autos der Welt baut.

        Auch die Privileg-Küchengeräte, die bei jahrzehntelang bei Quelle verkauft wurden, kamen aus Staatsbetrieben der DDR und diese Geräte hatten eine erstklassige Qualität.

        Ebenso ließ IKEA in der DDR produzieren und eroberte damit den Markt. Die Produkte aus Staatsunternehmen sind also keineswegs schlechter als die aus den Betrieben der privatwirtschaftlichen Unternehmen.

        Der Staatsbetrieb baut Qualität – der private Betrieb Obsolezenz.

        Das Märchen von der Unersetzbarkeit des Unternehmers ist damit widerlegt.

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        Um ein Staatsunternehmen effektiv arbeiten zu lassen muß man nur die gleichen Leistungsanreize wie in der Privatwirtschaft installieren und auch Kündigung bei schlechter Leistung muß möglich sein.

         

        1. Es geht natürlich auch um Produktqualität aber davon hab ich nicht gesprochen sondern vor allem um nachhaltige Wirtschaftlichkeit. Schauen sie nach Italien oder Frankreich die Zustände dort sind Abbild sozialistischer Zugriffe auf die Privatwirtschaft. Auch jedes verstaatlichte Unternehmen in Österreich mußte unter unerhörten Kosten die die Steuerzahler zu tragen hatten und Verlust von Arbeitsplätzen privatisiert werden. Vorher hat man mit "sozialer Kompetenz" gewirtschaftet, Funktionäre und Günstlinge haben sich die Taschen gefüllt. Selbstverständlich alles auf Allgemeinkosten!

          1. Es ist richtig, dass es staatliche Mißwirtschaft gibt – aber die gibt es auch in der Privatwirtschaft.

            Pro Jahr gehen allein in Deutschland mehrere Tausend Privatunternehmen pleite, weil sie schlecht wirtschaften.

            Die Frage, die sich uns dabei stellt ist, wie ein Staatsbetrieb organisiert sein muß, um effektiv zu wirtschaften. Dazu ist meiner Meinung nach ein Leistungs-Anreiz-Prinzip und eine straffe Führung im Betrieb zu installieren. Im (teil-) staatlichem VW-Werk funktioniert das ja auch und zwar sehr gut. Dies gilt es zu kopieren.

        2. Das ist alles nur eine Frage der Strukturietung und des Aufbaus eines Betriebes . Der Betrieb sollte wie ein Privatunternehmen strukturiert sein . Die Investition übernimmt der Staat und streicht auch die Gewinne ein . Gerechte – leistungsbezogene Vergütungen – und vernünftige Sozialstandarts .  Kein Kommunismus im üblichen Sinne . Keine Gleichmacherei ! Das ist gegen die Natur des Menschen !

          Somit wird auch verhindert das sich sehr große mächtige Privatvermögen bilden die dann die Menschenheit beherrschen unterjochen und ausbeuten . So wie wir das von jeher kennen . Das größte Übel für die Menschheit war schon von jeher eine unkontrolierbare Macht in Händen einzelner oder Kruppen .

  3. @Rauls, natürlich

    Hätten Sie sich mit Amazon und nachhaltigem Wirtschaften beschäftigt, wäre Ihr Artikel höchst- wahrscheinlich anders ausgefallen!

    Der Artikel ist inhaltlich unhaltbar, die anderen Kommentatoren haben Sie eindrucksvoll widerlegt! 

    Sie möchten uns mit dem kapitalistischen Globalismus ein System verkaufen, das hunderte von Mill. Menschen in Armut und Verzweigung getrieben hat. China konnte seinen wirtschaftlichen Aufstieg nur bewerkstelligen, weil es seine Wirtschaft Jahrzehnte vor ausländischem Einfluss bewahrt hat.

    Sogenannte freie Märkte dienen nur den stärksten Marktteilnehmern, die alle Möglichkeiten haben neue Konkurrenten erst gar nicht entstehen zu lassen!

    So gesehen ist eine staatliche Regulation der Märkte eine zwingende Notwendigkeit, die aus der Hand zu geben langfristig den wirtschaftlichen Abstieg bedeutet – genauso wie wir es derzeit in weiten Teilen Europas erleben! Genau um diese Frage geht es, und nicht darum, welche Sozialstandards wir noch weiter abbauen können!

     

    1. @Diskowollo ,   absolutly richtig erkannt ! 

      Doch leider werden uns diesmal die leichtsinnigen und dümmlichen Zugeständnise , dies ist speziel an den Mittelstand die Intelektuellen und Wissenschaft gerichtet , an die kriminellen Syndikate der möchtegern Götter sehr sehr teuer zu stehen kommen .

      Aber vieleicht hat die Menschheit dieses mal entlich eine kleine Chance doch einmal etwas dazu zu lernen .

  4. Herr Raums, spielen Sie nicht den Beleidigten, Sie haben sich verrannt! Freue mich gerne über fundierte Argumente, aber da sehe ich wenig von Ihnen! Globaler Kapitalismus ist eine Kriegserklärung für die überwiegende Mehrheit der Menschheit! Gerade als Autor sollten Sie nicht Partei der wenigen Profiteure ergreifen, davon haben wir schon genug! Als Buch empfehle ich Ihnen z.B. "mehr" von Christoph Türcke oder "Risiko" von Gerd Gigerenzer, wo Sie z.B. etwas von fatalen Fehleinschätzungen amerikanischer Grossbanken erfahren können, die die Welt im Jahre 2008 an den Abgrund des wirtschaftlichen Ruins getrieben haben! Genau jener transnatiomale Finanz-Kapitalismus, den Sie oben so verharmlosend darstellen! 

    Daher ist Ihr Artikel unverantwortlich!

     

  5. @Richard: Selbstverständlich gibt es auch Mißwirtschaft in der Privatwirtschaft. Sie ist aber mit jener in verstaatlichten Betrieben schon wegen der unbegrenzten Möglichkeit der Konkursverschleppung nicht zu vergleichen. Der politische Funktionär greift dem Steuerzahler in die Geldtasche wenn er das Unternehmen ausgeblutet hat und Mißwirtschaft zum Beispiel aus Politischen- oder Bereicherungsgründen betrieben hat.

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