Die EZB erlaubt Rom offenbar die Rekapitalisierung von zwei maroden Banken. Dafür fließen wieder einmal Milliardensummen.

Von Marco Maier

Eigentlich sehen die Bankenregeln der EU vor, dass kein Staatsgeld mehr zur Rettung von maroden Kreditinstituten fließen darf. Eigentlich. Denn wie so oft gibt es offenbar immer wieder Ausnahmen von den bestehenden Regeln, wie zwei aktuelle Beispiele aus Italien zeigen. Denn auch dort gelten scheinbar wieder einmal irgendwelche Ausnahmeregelungen.

Nach Angaben der Banca Popolare di Vicenza und der Veneto Banco fehlt ihnen laut einer Erkenntnis der Europäischen Zentralbank (EZB) einiges an Kapital. Die erste Bank weist demnach einen Fehlbetrag von 3,1 Milliarden Euro auf, die zweite Bank einen von 3,3 Milliarden Euro. Allerdings würde man die beiden Kreditinstitute als solvent einstufen, so dass sie die Hilfsgelder infolge einer Ausnahmeregelung erhalten dürfen.

Auch wenn es sich hierbei um vergleichsweise geringe Summen handelt, so gilt diese Staatshilfe für die beiden italienischen Banken quasi als Türöffner für weitere Finanzhilfen der Steuerzahler an die Finanzindustrie. Diese steht wegen der Kreditvergabe an "Freunde" (auch wegen politischer Einflussnahme) und wegen irrsinniger Spekulationen an den Finanzmärkten massiv unter Druck.

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7 thoughts on “Italien: 6,4 Milliarden Euro Staatsgeld für Krisenbanken”

  1. Geringe Summen??

    Die Herstellung von 6,3Milliarden physischem Geld kostet keine 5000€. Giralgeld Kost noch weniger. 

    Defacto dürfen wir jetzt für 6,3 Milliarden mehr Waren und Dienstleistungen erbringen ohne dafür entlohnt zu werden. Das ist was man in dem Zusammenhang erkennen muss!!

    Besser man lässt das mit der Arbeit sein. So schnell wie die Drucken kann eh keiner Arbeiten. Also eine völlig sinnfreie Sache, Arbeiten fürs Geld.

  2. Im moralischem Sinn ist das eine Veruntreuung von Steuergeldern.

    Möglich ist dies, weil die Bevölkerung immer wieder Kapital-Marionetten an die Regierung wählt.

    Erstaunlich daran ist die Unfähigkeit der Bevölkerung, ihren Fehler reflektieren zu können.

    ———————————————

    Wollte man zynisch sein, so könnte man sagen:

    "Jeder bekommt die Regierung, die er verdient!"

    1. Ja könnt man meinen aber. Es ist kein Geld aus Steuereinnahmen. Es ist frisch hergestelltes Geld und fertig. Alle Waren und Dienstleistungen bleiben gleich. Der Geld und Schulden bestand aber wurde gerade wieder mal erhöht. 

      Wer da wohl der Gewinner und wer der ewige Narr. ?? Kapitalismus und Demokratie sind Herrlich. Musst halt nur zur richtigen Kaste gehören.?

  3. Tja..is auch einfacher junge Mütter die GEZ verweigern einzusperren..als befreundete Gauner zu bestrafen.

    Leute.. es is genug Geld da..aber nich für uns..wir müssen uns selber ''retten.''

    Willkommen im Casino-Capitale..dort geht es so ehrlich zu…wie der Tag lang is.

    …und wehe ihr wählt uns nich mehr..dann lassen wir den Schuppen hochgehn..oder es gibt Krieg..in unserer (alernativlosen?) Zeit.

  4. Die eigentlich größte italienische Pleitebank sitzt mit der EZB in Frankfurt. So sollte oder muß sich diese größte 'bad bank' mit ihren Schrottpapieren langsam Gedanken um ihr finanzielles-wirtschaftliches Überleben machen, die sich mit ihrem 'QE' durch die Überschätzung eines Mario Draghis, in den Ruin gewirtschaftet hat, der bisher nicht erkennen kann oder will, daß dieses Fehlkonstrukt einer EUROsion 'too big to save' geworden ist.

  5. Tja, eines muss man dazu auch wissen, das ist erst die erste Tranche, die nächsten kommen bestimmt.

    "Denn wie so oft gibt es offenbar immer wieder Ausnahmen von den bestehenden Regeln.."

    Regeln werden vom Regierungs-Establishment aufgestellt, um die Bevölkerungen mit bewusstem Schwindeln zu beruhigen, für diejenigen, die an den Schalthebeln sitzen, sind die Regeln da, um sie zu brechen. Merkel ist dafür ein Paradebeispiel. Es gibt kein EU-Vertragswerk, das sie nicht gebrochen hat.

     

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