Es heißt, der Fußball wäre der Spiegel der Gesellschaft. Wenn das stimmt, na dann armes Europa, arme Welt. Nach den kürzlichem Tod eines Italieners vor dem Lissabonner Stadtderby machen sich die Menschen wieder mal Gedanken über die Gewalt im Fußball. Dass dazu immer jemand sterben muss, ist frustrierend.

Von Rui Filipe Gutschmidt

Jedes mal wenn sich sogenannte „Fans“ in Gladiatoren verwandeln, beim Auswärtsspiel ihrer Mannschaft die Innenstadt des Gastgebers zertrümmern und mal wieder einer ermordet wird, weil er das andere Team anfeuert, diskutiert man die Gewalt im Fußball. Dabei ist diese auch nur ein Teil der Gewalt in der Gesellschaft. Genau diese Diskussion wird derzeit europaweit geführt und dabei streitet man darum, ob das Ganze überhaupt mit Fußball zu tun hat oder nicht. Haarspalterei, wenn man mich fragt, aber irgendwie wird die Diskussion mit ungewöhnlicher Aggressivität geführt. Wie die meisten Diskussionen um die aktuellen Fälle.

Marco Fitcini und weitere vier Fiorentina-Fans kamen letztes Wochenende nach Lissabon um beim Derby zwischen Sporting und Benfica dabei zu sein. Der Fanclub „Viola Club 7 Bello 1965“ des AC Florenz und die „Juventude Leonina“ von Sporting Clube de Portugal (Sporting Lissabon) sind befreundete Fanklubs. Ja, auch so etwas ist also möglich, wobei sie neben Fußball wohl noch ein weiteres Hobby teilen. Sie verabreden sich mit Fans anderer Vereine, um sich gegenseitig… „die Fresse einzuschlagen“. 

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Genau das taten die Italiener mit ihren portugiesischen Freunden, nachdem sie per SMS einen „gemütlichen Gedankenaustausch“ mit „Fans“ von Benfica Lissabon vereinbart hatten. Die Mitglieder der NoNameBoys sind als NeoNazis mit ihren umgedrehten NN und anderen neofaschistischen Symbolen auf den Fahnen und ihren Hassgesängen zu trauriger Berühmtheit gelangt, als ein Sportingfan von einem ihrer Feuerwerkskörper getötet wurde. Außerdem sitzen einige ihrer Mitglieder wegen Gewaltverbrechen, unerlaubtem Waffenbesitz und Drogenhandel hinter Gittern. 

Nach einigen „Ihr Hurensöhne“ in die eine und „Wir werden euch Ficken“ in die andere Richtung, folgten Steine und Eisenstangen, Flaschen und Knüppel, die wohl alle ihr Ziel verfehlten. Zumindest haben die umliegenden Krankenhäuser niemanden behandeln müssen. Doch leider hatte Marco Ficini nicht soviel Glück. Als er sich von der Gruppe entfernte wurde er von einem Auto überfahren. Der Fahrer stieg noch aus, um nach dem Opfer zu sehen, floh dann aber vom Unfallort ohne Hilfe zu leisten oder einen Krankenwagen zu rufen. Der inzwischen als Mitglied der NoNameBoys identifizierte Autofahrer stellte sich heute der Polizei und sein Anwalt sagte, dass die Anklage wegen Mordes keinen Halt hätte und er gewillt sei zu beweisen, dass es sich um einen Unfall handelte.

Wie auch immer dieses Verfahren ausgehen mag, es kam ein weiterer Fußballfan zu Tode, weil er und andere in diesem Sport einen Grund finden, um ihre Frustrationen in Gewalt umzusetzen. Wie auch bei dem Europaleague Viertelfinalspiel zwischen Ol. Lyon und Besiktas Istanbul. Türken und Franzosen zertrümmerten die Innenstadt vor dem Spiel und im Stadion gerieten die beiden Fangruppen wieder aneinander, so das dieses Spiel mit 30 Minuten Verspätung stattfand. Es ist auffallend, wie sehr die Gewalt in den Stadien zunimmt, wenn die Gewaltbereitschaft in der Gesellschaft an sich hoch ist. Ob jetzt ethnische Spannungen, wie damals, als Albaner und Serben in einer Qualifikationsgruppe waren oder als bei der EM 2012 Russen und Polen aneinandergerieten oder ob es einfach nur rivalisierende Teams innerhalb eines Landes oder gar einer Stadt, wie beim „Derby“ in Lissabon ist, spielt bei den Gewaltexzessen wohl nur eine untergeordnete Rolle. 

So kann man faktisch davon ausgehen, dass die Gewalt in und vor den Stadien, mit der Stimmung in der Gesellschaft als solche zu tun hat. Denn für diese „Fans“ ist der Fußball – oder auch andere Sportarten – nur ein Ventil. Doch statt selbst Sport zu treiben, zu laufen, zu schwitzen und den Adrenalinüberschuss auf eine anständige Weise abzureagieren, schlagen sich diese Leute lieber gegenseitig die Schädel ein. Es ist eine Frage der Erziehung und auch der Justiz. Doch letztlich muss auch der Sport eine Antwort geben. Vereine, Verbände, Sportler, Trainer und Manager verdienen ihren Lebensunterhalt mit dem Sport und haben daher eine Verantwortung gegenüber der Gesellschaft an sich und, wie in diesem Fall geschehen, gegenüber der Mutter, Bruder, Schwägerin, Familie und Freunde von Marco Ficini. Diese erhalten von Sporting Lissabon Hilfe bei der Überführung des Leichnams. Besser wäre es gewesen, hätte die Konfrontation nie stattgefunden….

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11 KOMMENTARE

  1. Den Fußball hat sich der Neoliberalismus gekauft und verramscht .

    MERKEL GEHT AUF DEN FUSSBALLPLATZ

    Ein wesentlicher Teil von Brot und Spiele und der Umwandlung von Identität (lokaler Spielverein mit lokalen Spielern) zur völligen Kaufbarkeit des Spielers und der Idealisierung des Kaufwertes und des damit verbundenen Erfolges.

    Und wenn Sportler sich bewegen wie lebende Werbetafeln ist dies nur das äußere Zeichen des inneren Wertes dieses Sportes .

  2. Eigentlich ist Fußball eine feine Sache. Könnte es sein. Wie alle Sportarten, bei denen Zusammenarbeit, Team, gefordert ist. Gerade auch, wenn es mal etwas eng wird. Da kommt Fairness hinzu.
    Was wir jetzt erleben, ist leider die totale Entartung. Wer sich mit diesem Kommerzklamauk identifiziert, ist zu bedauern.
    Schlagen sich Hooligans untereinander, ist das deren Sache. Die haben dafür teilweise sogar eigenes Regelwerk. Warum nicht?
    Jeder Übergriff außerhalb dieses Bereichs sollte mit Steinigung bestraft werden.

  3. Tja umsonst werden nicht immer klammheimliche Beschlüsse genau zu Meisterschaften und Fussballschaustücken verabschiedet, genau da ist ein großer Teil der Medienzombies vor der Glotze, Fahnen wedeln, biersaufend und hyptnotisiert von dem Schauspielstück der Fussball -Elf.

    Nach dem großen Hype, ist es dann zu spät, genau zu dieser Zeit, werden von der politischen Verbrecherclique Gesetze und Vorschriften , Satzungen und Weisungen verdreht, gestrichen verbogen, das das ewige Spiel der "Brot und Spiele " weiter gehen kann.

    Dieses Volk, würde man wenn überhaupt, nur auf die Strasse bekommen, wenn man ihnen Ihr Spielzeug wegnehmen würde.Zumal die sogenannten Fussballstars, alles Linientreue Büttel der Politikschauspieler sind, als oberste Schirmherrin Merkel und Konsorten, die diese Schauspieler hypen, vermarkten und für Ihre Zwecke nutzen.

    • Ernst

      Das volk nur auf die Straße bekommt wenn……

      Spielzeug wegnimmt. So ist es. Fussball (Brot und Spiel) muss für jederman erschwinglich

      bleiben.So bleibt die Massen neschäftigt und schluckt einiges.Ebenso wie Essen.Satt geht nicht auf die Straße. Solange beides noch in ausreichender Menge da ist wird sich auch nichts ändern.

  4. Der Fußball wird leider auch für Multi-Kulti mißbraucht sowie dem Motto..Haste was..biste was.

    Der eigentliche Sport ist nur noch Nebensache.

    • …dass sie (beide Klitschko´s) nur gewinnen durften, weil sie Marionetten waren (unfähige Marionetten, wie man sieht, die Ukraine ist zu einem Regime Change Desaster geworden, weil man nur solche Deppen hatte wie die Klitschko´s)

      ——–

      Die beiden Herren sind alles andere als 'Marionette', sondern sie gehören zu den 'auserwählten' Eliten. Deswegen dürften sie (fast) alle ihre Kämpfe 'gewinnen'.

      Der Vitali wurde von Merkel und der Adenauer Stiftung als zukünftiger ähäm…'Präsident' bzw. 'PM' der Ukraine aufgebaut. Da hatte eine andere 'Auserwählte', die 'Fuck EU' Victoria Nuhland aka Nudelman, jedoch andere Pläne. 

      Als 'Trostpflaster' bedachte man Klitischko mit dem Bürgermeisteramt der Hauptstadt Kiev.

      Im übrigen waren die Klitschko's in ihrem 'ersten Leben' Geldeintreiber für die 'Kosher Mafria' in der Ukraine, was die Bründer vehement dementiert haben. Es gibt jedoch einschlägige Fotos (im Internet) die das -sollten sie nicht gefälscht sein. eindeutig beweisen

      Vitali Volodymyrovych Klitschko (born 19 July 1971) is a Jewish politician and former professional boxer. Klitschko’s Jewish maternal grandmother, Tamara Jefimowna Etinzon and Grandfather married following WWII. Their son Vladimir became an officer in the Jewish Bolshevik ‘Red’ Army, his sons Vitali and Wladimir were born in Kyrgyzstan and Kazakhstan and grew up in Kiev. Klitschko has been accused of working as a debt collector in the 1990s for the Jewish mafia in Ukraine.

      Klitschko has vehemently denied these links. In 2002, the Klitschko brothers announced that they had agreed to work for UNESCO a Jewish organisation that promotes the destruction of difference throughout Europe with the dissemination of muliculture.

       

      • @ Peter

        Die sind alles andere als Marionetten. Der Name ihrer Großmutter  lautete: Tamara Jefimowna Etinzon. Sie war mit Sicherheit Jüdin, das macht die Klitschko Brüder gem. 'jüdischen Gesetz' zu Juden. 

        The famous Jewish lobby helped Vitali not only be a great athlete, but also quickly achieve results in business. For example, it is no secret that financial support was provided him by Odessa’s Edward Hurwitz. Moreover, it is Hurwitz who introduced Klitschko to his main sponsor, Valery Khoroshkovsky.

        …"Though even in the Slavic world, it is not often talked about that the Klitschko brothers are Jewish, those Jews living in the Slavic world consider them “the pride of the Jewish people.”

        The two were often featured in Jewish magazines, celebrating that Jews could be physically fit, claiming that this proves stereotypes about Jews as weak cowards are untrue."

        • Ich kanns bald nicht mehr hören. Für dich gibts nur noch Juden, die Wurzel allen Übels, was? Lass dich mal untersuchen, deine Paranoia nimmt gefährliche Ausmasse an!

  5. 19 Punkte, die Karl Marx zur Versklavung der Völker empfiehlt
    (Katalog-Nr. 3926 im britischen Museum London)

    18. Massen auf Volksbelustigungen konzentrieren.  (!)

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