FN-Chefin Marine le Pen. Bild: Flickr / theglobalpanorama CC-BY-SA 2.0

Schafft es der Sozialist Mélenchon in die Stichwahl gegen Le Pen, könnten sich die französischen Unternehmer im Zweifel für die Rechtspolitikerin entscheiden.

Von Marco Maier

In einer Woche findet der erste Durchgang zu den französischen Präsidentschaftswahlen statt. Die jüngsten Umfragen lassen Zweifel daran aufkommen, ob es der ehemalige Wirtschaftsminister des Landes, Emmanuel Macron, wirklich in die Stichwahl gegen die Rechtspolitikerin Marine Le Pen schafft. Denn der Linkspolitiker und selbsternannte "Öko-Sozialist" Jean-Luc Mélenchon holt deutlich auf.

So zeigt die jüngste Umfrage des französischen TV-Senders LCP folgendes Bild: Macron liegt bei 24 Prozent, Le Pen bei 22 Prozent, Fillon bei 20 Prozent und Mélenchon bei 19 Prozent. Angesichts der Fehlertoleranz der Umfragen und der Unentschlossenheit vieler Wähler ist das Rennen weiterhin offen. Die Angst der Unternehmer, ein Duell zwischen Le Pen und Mélenchon, kann nicht ausgeschlossen werden. Immerhin sind fast alle Präsidentschaftskandidaten in irgendwelche Skandale verstrickt, was die Sache für viele Franzosen nicht wirklich einfacher macht.

Die Unternehmer bevorzugen die beiden einzigen marktwirtschaftlich orientierten Kandidaten Macron und Fillon. Doch im Falle der Auswahl zwischen Le Pen und Mélenchon wäre die FN-Chefin wohl für nicht wenige von ihnen das geringere Übel, wenngleich auch sie äußerst EU- und Euro-kritisch ist. Doch eine Staatsschuldenfinanzierung durch die EZB, eine Deckelung von Gehältern der Spitzenverdiener mit einem Spitzensteuersatz von 90 Prozent und einer Anhebung des nationalen Mindestlohns von 1.480 auf 1.700 Euro dürften dann für viele von ihnen den Ausschlag dazu geben, bei der Stichwahl nicht für den Linkspolitiker zu stimmen.

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Sollte Marine Le Pen es schaffen, im ersten Durchgang Macron zu überholen und erste zu werden, wäre ein zweiter Platz für Jean-Luc Mélenchon wohl ein Geschenk des Himmels. Für die französischen Unternehmer hingegen wohl die Wahl zwischen Pest und Cholera. Gewissheit darüber, wie sich die Franzosen entscheiden und wen sie in die Stichwahl schicken werden, haben wir jedoch erst am 23. April.

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4 KOMMENTARE

  1. was bringt es, darüber zu philosophieren, wenn die französische immigration für linke perteien doppelt abstimmen wird? 

  2. Die Zeiten, in denen es schick war, als "Unternehmer" Linke zu wählen, dürften wohl endgültig vorbei sein. Die Franzosen haben ja eine Alternative . Deutschland hat zur Zeit keine Partei, die nicht auf "realpolitisch" eingeschworen ist.

    Das ist das Selbe, wenn du 8 Kleiderhaken an einem Garderobeaufhänger zur Verfügung hast um eine Auswahl zu teffen, an welchen du deinen Mantel hängst. Nimmst du deinen Mantel von einem Haken, weil du eine Alternative suchst, hängst ihn an den zweiten oder letzten Haken; der Mantel hängt damit aber immer noch am selben Garderobenständer.

  3. Auch unter nicht verschoben Wahlen, sehe ich keine Siegchance für M.Le Pen.

    Zudem sind "die Unternehmer" nun nicht die große Mehrheit im Volk und das Volk, also die Arbeiterklasse, ist nicht gerade … hmm wie sage ich das jetzt? … ist nicht gerade die Fleißigste, die wählen lieber den, der ihnen am Meisten verspricht (Griechenland läßt grüßen).

    Und selbst wenn Le Pen gewinnt, was nützt es wenn sie anschließend auch ein Ju…"Kappe" auf hat, wie z.B. Wilders. Aber auch da, in den Niederlanden, kennen wir den Wahlausgang, genau wie in Österreich, mit seinen 3 Wahl(Betrugs)Anläufen. 

     

     

     

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